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© Taja Dorendorf

Kiku
02/09/2020

"Handfeste" Schöpfungsgeschichte

Ein musikalisches Spektakel mit einer Menge bunter Knetmasse von zwei Schweizer Figurentheatern.

von Heinz Wagner

Eine kurzweilige „handfeste“ Geschichte über den Kreislauf der Natur und in gewisser Weise auch eine Art Schöpfungsgeschichte erzählen und spielen Frauke Jacobi und Sven Mathiasen (FigurenTheater St. Gallen und Theater Sven Mathiasen Wettingen, beide Schweiz) in Eins Zwei Drei Vorbei mit „nichts“ als Knetmasse, einigen einfachen Musikinstrumenten, wenigen Worten und natürlich ihren Händen: Eins zwei drei Vorbei

Ein großer Block und ein Baum darauf – aus rotbrauner Knetmasse (drunter und innen feste, stabile Materialien) präsentiert sich zu Beginn samt einigen herumstehenden und liegenden Klanginstrumenten. Das Duo – Schau- und Puppenspieler_innen – beginnt lustvoll herum zu kneten und neues Material draufzupacken. Dazu spinnen sie immer schrägere Varianten aus den drei Worten „großer leerer Platz“. Das fängt an bei „platzendes großes Leer“ und immer weiteren Variationen von Wortteilen – und schließlich auch Vokalen bis hin zu „rotzendes leerendes Groß“.Der Baum bekommt Blüten, Früchte und so weiter – alles aus Knetmasse und live auf offener Bühne geformt. Aus dem Frühlings-Baum wird ein sommerlicher, ein herbstlicher und schließlich legt sich über fast alles eine weiße Schneedecke.

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Kreislauf

Parallel zum Jahreszeitenkreislauf der Natur formen die beiden Akteur_innen – übrigens aus derselben Knetmasse – zwei Menschen, einen Mann und eine Frau – zwar mit klischeebehafteten Farben blau und rot. Dafür ist die Frau deutlich größer als der Mann. Nur Kopf und Beine sind aus anderen, stabileren Materialien. Die beiden finden Gefallen aneinander, Küsse, Liebe und ein Kind taucht auf. Das ist für die Mutter ein Mädchen, für den Vater ein Bub. Im Stück selbst wird dies nie aufgeklärt, beide bleiben bei ihren Überzeugungen und – wie das Duo in einem Nachgespräch erzählt – für die zuschauenden Kinder ist es meist ebenso – Mädchen sehen in der der Figur eine Geschlechtsgenossin und Buben eben einen solchen.

Das Kind wächst heran, die beiden kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs – und nehmen sich Zeit für ihr Kind. Als es alt genug ist, zieht es in die Welt hinaus. Ein Winter zieht in den Platz, ins Land und der Mann verabschiedet sich für immer. Die Frau kündigt an, bald zu folgen. Als beide tot, der Winter vorbei und sich erste Anzeichen eines neuen Frühlings bemerkbar machen, kommt das Kind zurück – bereit, den Kreislauf ebenso in Angriff zu nehmen.

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Eins Zwei Drei Vorbei
von Frauke Jakobi
Ein musikalisches Spektakel mit einer Menge bunter Knete.
FigurenTheater St. Gallen / Schweiz und Theater Sven Mathiasen Wettingen / Schweiz
Ab 4 J., ca. eine Stunde

Regie: Sarah Fuhrmann
Spiel: Frauke Jacobi, Sven Mathiasen
Figuren: Johannes Eisele
Musik: Stefan Suntinger
Bühnenbild: Karin Bucher, Johannes Eisele
Licht: Stephan Zbinden

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