Jung-Reporterinnen und (damals) junge Band Tokio Hotel

Der Weg führt sie vorerst einmal hinauf – die vier Jungs von „Tokio Hotel“ und die drei Jungreporterinnen - Lilly, Hanna und Victoria - im Wiener MuseumsQuartier Bill, Tom, Gustav und Georg

© FREMD/Wagner Heinz

Kiku
10/10/1995

Große Reise in die fremde Welt

Die vier Jungs der Hitparadenstürmer „Tokio Hotel“ im Interview mit drei Jungreporterinnen vom Jugend-KURIER.

von Heinz Wagner

Wir trafen die Band Tokio Hotel im Wiener MuseumsQuartier zum Interview. Sie haben uns sehr nett begrüßt und man hat ihnen gar nicht angemerkt, dass das an diesem Tag schon ihr siebentes Interview war. Bill erklärte uns erst einmal, dass sie den Namen gewählt haben, „weil Tokio eine große, fremde und weit entfernte Stadt ist und das gut zu der Situation passt, in der sich die Band im Moment befindet“. Seit dem ersten Plattenvertrag schlagen sie einen großen und unbekannten Weg ein – und Hotel kommt daher, dass sie so viel reisen.

Musikalisch nennt nur Drummer Gustav ein Vorbild – den Schlagzeuger von Metallica. Die Zwillinge und Bassist Georg haben keine Idole, hören am liebsten Punk-Rock, etwa Greenday.

Sehr auffallend ist das Styling, besonders jenes von Bill. Er hat eine ziemlich schräge Frisur, schwarz lackierte Fingernägel (an denen er rumkaut), viel Lidschatten (!!!) und im Nacken das Bandlogo eintätowiert. Wie die vier versicherten, ist dies ihr eigener Style (nicht von der Plattenfirma aufgedrängt). Auch in der Schule und in ihrer Freizeit laufen sie so herum. Sie wollen damit zeigen: „Wir sind anders!“

Außerdem erzählten sie, dass sie in der Schule immer ihre Meinung sagen, was ihnen unter Mitschülern und Lehrern Feinde macht. Die Zwillinge Bill und Tom waren zum Beispiel anfangs in derselben Klasse und wurden strafversetzt, weil sie zusammen zu stark waren.

Was die Schule betrifft, haben alle sehr unterschiedliche Interessen: Zum Beispiel hassen Bill, Georg und Tom Mathe, es ist aber das Lieblingsfach von Drummer Gustav. Auch sprechen sie kein Wort Französisch, obwohl sie es schon seit Jahren lernen. Das Abitur (Matura) wollen sie unbedingt machen, damit sie immer eine andere Möglichkeit haben, sollte es mit der Band nicht mehr klappen.

In Sachen Mädchen erfuhren wir nur, dass Bill und Tom auf denselben Mädchentyp stehen und, dass sie wenn sie auf dasselbe Mädchen stehen, dieses wählen lassen. Wir wären uns aber nicht so sicher, ob das in der Realität so cool abläuft. Und dass Bill immer nur Freundinnen hat, die kleiner sind als er?

Die vier sind echt nett und überhaupt nicht eingebildet, was man ja erwarten könnte, wenn man so jung großen Erfolg hat.

Lilly Maier, 13
Hanna Grinninger, 12
Victoria Bischof, 12

 

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Die Band: „Alte“ Freunde machen schon lange Musik

Tokio Hotel ist eine junge, eigentlich „alte“ Band aus Magdeburg (Deutschland). Sie besteht aus vier jungen Männern: Bill Kaulitz (15, wird bald 16, Gesang), Tom (Bills Zwillingsbruder, Gitarre), Georg Listing (18, Bass)und Gustav Schäfer (16, Schlagzeug).

Die vier kennen einander schon seit viereinhalb Jahren und hießen einst Devilish, das heißt in englischer Umgangssprache „ungezogen“. Jetzt, wo sie berühmt werden, fanden sie, dass Tokio Hotel besser passt.

Bill hat eine Manga-artige Frisur, schwarz gefärbte Haare und ist schlank und groß, aber noch gar nicht ausgewachsen. Er fürchtet, sogar 1,90 Meter zu werden. Er entwirft und schneidet selber Klamotten zu. „Das Nähen macht dann meine Ma.“

Tom hat Dreadlocks und hellbraune Haare, meistens trägt er allerdings eine Kappe. Sein Lieblingsschulfach ist Kunst (BE). Ist es da ein Wunder, dass er in seiner Freizeit am liebsten zeichnet?

Gustav ist eher das stille Wasser der Band. Doch hat er erstaunlicherweise mit dem Alter von 5 Jahren ein Schlagzeug bekommen und gelernt wie man spielt. Jetzt spielt er immer noch und ist in der Band eine große Unterstützung.

Georg ist der älteste und spielt Bass. Er hat erst mit 13 Jahren damit begonnen, beherrscht das Instrument aber ausgezeichnet.

Die erste Single Durch den Monsun kam Mitte August auf den Markt. Schon nach einem Tag wurden 12.000 Scheiben nachbestellt. Seit Wochen liegt die Nummer auf Platz 1 der Charts. Das erste Album Schrei, im September erschienen, hat sich auch im Spitzenfeld etabliert.

tokiohotel.de

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