Tekla Sharvashidze öliest ein georgisches Märchen

© VWFI/Cetin Osman

Kiku
02/22/2020

Die süßeste Frucht ist Bildung und Wissen

Märchen in mehreren Sprachen zum internationalen Tag der Muttersprache. Und ein Gespräch mit einer Gebärdendolmetscherin.

von Heinz Wagner

Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne … - so beginnen viele Märchen. Wahrscheinlich in vielen Kulturen quer über die Welt verstreut. Ein solches las kürzlich Tekla Sharvashidze auf Georgisch vor einer Kamera vor – auf YouTube ist es zu sehen und zu hören. Dabei kannst du in diese Sprach(melodie) eintauchen – nach nicht einmal 1 ½ Minuten switcht die Erzählerin auf Deutsch und erzählt die Geschichte.

Der König hatte seine Söhne in die Welt geschickt, um ihm die besten Früchte zu bringen. Der erste kam mit Weintrauben – süß und wachsen im eigenen Land. Der zweite brachte exotische Früchte aus fremden Ländern und der Dritte gestand: Vater, ich hab das mitgegebene Geld ausgegeben, um Wissen und Bildung zu sammeln, Früchte, die niemand mehr wegnehmen kann…

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Vielsprachigkeit ist Trumpf

Das georgische Märchen ist nur eines von mehreren, die der „Verein Wirtschaft für Integration“ zum „internationalen Tag der Muttersprache“ auf YouTube gestellt hat. Der Verein, der in diesem Schuljahr zum elften Mal den mehrsprachigen Redebewerb „SAG’S MULTI!“ durchführt, hatte erfolgreiche frühere Teilnehmer_innen gebeten, Märchen in ihren Erstsprachen zu erzählen – samt deutschsprachiger Zusammenfassung danach.

Hier unten einige Links zu solchen Märchen - auf Georgisch, Serbisch, Ungarisch, Pashto und Arabisch - mit Tekla Sharvashidze, Milica Zivotić, Samuel Mago, Shama Ajoubi und Salwa Dawoud.

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Gebärdensprache

Eine andere Sprache, die nicht zu hören, sondern zu sehen ist, stand im Zentrum eines Talks von schauTV zu ebendiesem internationalen Tag, die Gebärdensprache. Die zweisprachig – Deutsch in der Laut- und Österreichische Gebärdensprache aufgewachsene Dolmetscherin Sabine Zeller erzählte – in Lautsprache – manch weniger Bekanntes über die GebärdenspracheN.

Siehe schauTV-Talk gleich hier unten

Hintergrund

Der Internationale Tag der Muttersprache wurde von der UNESCO – der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen - ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“. Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen.

Ausgangspunkt war, dass rund die Hälfte aller weltweit gesprochenen Sprachen vom Aussterben bedroht ist. Außerdem geht es auch darum, Mehrsprachigkeit als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und Respekt zu verstehen.

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Warum 21. Februar?!

Der 21. Februar wurde deswegen gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1952 in Pakistan die Polizei auf Demonstrant_innen schoss, die gegen sprachliche und kulturelle Unterdrückung protestierten. Die Regierung des damaligen Pakistans hatte beschlossen, Urdu soll die einzige Amtssprache sein. Dabei war das nur für rund drei Prozent der Bevölkerung die Muttersprache. In Ostpakistan wurde sogar fast ausschließlich Bengalisch gesprochen. Bei Protesten in Dhaka am 21. Februar schoss die Polizei auf Demonstranten. Dabei wurden mehrere Menschen getötet. Die sprachliche und kulturelle Unterdrückung Ostpakistans führte schließlich 1971 zur Abspaltung und zur Gründung von Bangladesch. Der 21. Februar wird dort seitdem als Tag der Märtyrer begangen. Auf Antrag von Bangladesch wurde dieser Tag im November 1999 durch die UNESCO zum Internationalen Tag der Muttersprache erhoben.

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