Moritz Kastner, Mathias Reiter, Axel Lindorfer aus der Berufsschule Kremsmünster (OÖ) mit ihrem "Gabel-Stuhl"

© Franz Gruber

Kiku
06/10/2019

Design: Zwei Gabeln sind ein Liegestuhl

Berufsschule Kremsmünster (OÖ) gewann mit der Tischlerarbeit „stichmeinnicht“.

„Am Anfang stand ein Spiel mit den eigenen, zerschnittenen, Nachnamen im Freifach kreatives Gestalten“, erzählen Moritz Kastner, Mathias Reiter und Axel Lindorfer (Bild von links) dem Kinder-KURIER. „Die Namensteile wurden neu zusammengesetzt, heraus kam GABEL-STUHL.“

Das erzeugte vor allem, so gesteht das Trio aus der ersten Klasse: „Zuerst Ratlosigkeit“. Aber nur kurzfristig. Der nichtssagende Begriff stachelte die Kreativität an. „Wir haben viel überlegt und gezeichnet – am Computer mit AutoCAD.“

Bald war dann die Idee geboren, zwei hölzerne Riesengabeln zu tischlern und diese irgendwie ineinander zu stecken, um daraus eine Sitzgelegenheit zu machen. Aus ihrem Beruf als angehende Tischler war aber auch klar, es soll nicht nur um einen Gag, sondern ein funktionstüchtiges Teil gehen. Also musste es stabil sein bzw. werden. Dazu wählten die drei Tischler-Lehrlinge die Methode schichtverleimter Sperrholzplatten. Die verschaffen nicht nur Stabilität, so lassen sich auch relativ leicht, Rundungen erzeugen.

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Rund 60 Stunden nahm die Entwicklung des Gabel-Stuhls in Anspruch. Zur kreativen Phase zählte auch einen Namen für das Teil zu finden, mit dem sie nun die Kategorie Design bei der 32. Auflage des Bewerbs Jugend Innovativ gewonnen haben: „stichmeinnicht“.

Für die Produktion selber mussten die drei Lehrlinge und Berufsschüler noch weitere 90 Stunden aufwenden.  Aus dem Sessel wurde eher eine Art Liegestuhl. „Für den Privatgebrauch ist das sicher nicht erschwinglich, aber vielleicht für Unternehmen – in einem Hotel oder für Besteckhersteller bei Messen“, ist ein Gedanke.

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Gailtal-Draisine

Von Kötschach-Mauthen nach Hermagor führt ein schöner Weg durchs Gailtal - sechseinhalb Stunden zu Fuß. Aber es gibt hier Schienen, auf denen Draisinen fahren. Eine Verbesserung, Modernisierung samt mehr Komfort war die Aufgabe von fünf Schülern der EUREGIO-HTBLVA Ferlach (Kärnten). Christoph Riegler, Lukas Spitzer sowie Julian Bär, Samuel Gruber und Björn Sonntag entwickelten jeder einen eigenen Entwurf. Aus dem besten aller fünf bauten sie ein Modell aus Holz und am Computer. Vorteil zur herkömmlichen: Die Draisine lässt sich auch überdachen und ist so konstruiert, dass immer nur zwei Leute treten müssen, die vordere Sitzbank lädt zum gemütlichen in die Gegend-Schauen ein.

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Zapzarap

Ein Jump & Run-Game à la Super Mario präsentierte ein Team aus der HTBLuVA Salzburg beim Jugend-Innovativ-Finale in einem bunten Spielautomaten. „Zapzarap“ nannten die vier Jugendlichen ihre Kreation. Ihre gemeinsame Vorgabe: Erstens Held ist eine Heldin, um dem erdrückenden Übergewicht männlicher Hauptfiguren eine Alternative entgegen zu setzen. Zweitens ist sie obendrein eine Afrikanerin und die Grafik orientiert sich an den westafrikanischen Adinkra-(Stoff-)Mustern. Einziges Klischee: Ein Krokodil übernimmt die Rolle des Bösewichts.

Marija Milenković ist für Konzept und Game-Design zuständig (gewesen), Tanja Neubäck und Lina Dengg schufen die Grafik, Michael Friedl zeichnete die Welt, in der das Spiel abläuft und die 3-D-Texturen.

Der Spielautomat, in den Computer bzw. Monitor eingebaut sind, muss mit Münzen gefüttert werden, um spielen zu können. Und das ist Teil des Konzepts: Die Einnahmen kommen Projekten in Afrika zugute.

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Kindergartenrucksack mit Fächer-System

Ebenfalls aus der genannten Schule in Ferlach kommt die Erfindung eines neuartigen Kindergarten-Rucksacks. Anja Strobl, Vanessa Weinzerl, Nicole Miklavitsch und Sara Ogris erhoben - gemiensam mit Ivo Jovičević Wünsche - vor allem von Eltern - an einen neuartigen Rucksack für sehr junge und jüngste Kinder. Er sollte außen härter - aus nachhaltigem Spritzguss-Material sein und innen mehrere Fächer haben - für eine Trinkflasche, eine Jausenbox usw. Geöffnet wird der Rucksack wie ein Kasterl: Türl auf und vor dir stehen die Fächer.

Gekauft würde er wie eine Art flacher Würfel mit Biegekanten, der dann gemeinsam von Eltern und Kindern erst zum Rucksack zusammengebaut würde. Die harte Schale ist außen gepolstert - für den Tragekomfort und kann mit unterschiedlichen vor allem Tiermotiven beklebt werden.

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Elektronischer Würfel

Die gewürfelte Zahl wird auf allen sechs Seiten angezeigt. Das kann einer der drei elektronischen Würfel, die Lorenzo Arturo, Adam Musiejovsky, Fabian Ortner und Lukas Bittner aus der HTL 3 Rennweg entworfen, konstruiert, programmiert und gebaut haben. „Wir wollten nichts Großes, sondern was Einfaches machen, bei dem wir aber alle Bereiche einbauen, die wir in der Schule haben“, erzählen die vier Schüler dem Kinder-KURIER. Die drei Bereiche sind: Mechanik, Informatik und Elektronik.

Das Quartett aus der 4. Klasse programmierte und baute zwei weitere Würfel. Während beim oben genannten, der sozusagen dem herkömmlichen Würfel entspricht, den Seiten fixe Werte von 1 bis 6 zugewiesen sind, können bei einem zweiten Werte von 1 bis neun je nach Zufall aufleuchten. Ein dritter Würfel zeigt „nur“ verschiedene Farben. Das Gehäuse - 3D-gedruckt wurde von den Schülern so konstruiert, dass es im Härtetest sogar 70 Kilo aushält. Schließlich werden Würfel ja geworfen und müssen einiges aushalten. Die e-Dices sind allerdings noch ein wenig groß und unhandlich. „Das ergibt sich aus der Größe des Akkus. Noch kleinere Akkus wären nicht nur teurer, sie würden weniger lang halten“, wird dem KiKu erklärt.