Kiku
16.11.2018

Das Feedback ist nun viel direkter

Gespräch mit Christian Kneil, Leiter der Multimedia-Redaktion zu der auch das Projekt TopEasy gehört.

Die APA produziert täglich Meldungen in einfacher Sprache unter dem nicht ganz einfachen ;) - Titel TopEasy. Dies erfolgt in der Multimedia-Redaktion. Dort arbeitet seit mehr als zwei Monaten Marko Marinic, der in der Inklusiven Lehr-Redaktion – siehe oben – begonnen hat.

Das Projekt gibt es seit Anfang 2017. „Da haben wir begonnen vier bis sechs Meldungen pro Tag in einfache Sprach zu übersetzen in Stufe B1. Wir haben das am Anfang gemeinsam mit der Firma Capito gemacht, einem Grazer Unternehmen, da spezialisiert ist solche Übersetzungen. Von denen haben wir dann gelernt, wie man das selber macht. Wir haben in der Redaktion gelernt, wie das funktioniert und haben dazu einen Workshop gehabt: Was muss man machen, um einen Text in einfache Sprache zu übersetzen. Das ist ja nicht ganz einfach. Da braucht’s schon Wissen dafür.
Nach einem halben Jahr haben wir das dann selbst übernommen. Das ganze Projekt ist gefördert vom Sozialministerium, damit man auch die Arbeitskraft finanzieren kann, die dafür nötig ist. Es sind doch einige Ressourcen erforderlich, um jeden Tag vier bis sechs Meldungen in einfache Sprache zu übersetzen. 

Seit zwei Monaten haben Sie nun einen Kollegen, der in der Inklusiven Lehr-Redaktion beim KURIER begonnen hat, wie kam es dazu?
Es gab schon Kontakte zur Inklusiven Lehr-Redaktion. Wenn man Übersetzungen in einfache Sprache macht, lernt man auch andere kennen, die das machen. Der Marko hat dann bei uns ein Praktikum gemacht. So haben wir ihn kennen und auch schätzen gelernt und gemerkt: Aha, der kann das ganz gut. Und dann kam die Idee, der könnte uns beim Übersetzen helfen, auch als ein Vertreter der Zielgruppe. Er kann uns sagen, was ist einfach, was ist zu schwierig. So erfüllt er eine Doppelrolle und das macht er hervorragend. 
Marko ist bei uns als Redakteur, als Journalist, angestellt und damit allen anderen in diesem Projekt gleichgestellt.

Wie kam’s dazu, nun in zwei Sprachstufen zu übersetzen?
Ja, wir haben seit kurzem eine zweite Sprachstufe, A2. Das ist ein bisschen leichter. Das war aufgrund des Feedbacks, das wir bekommen haben. Und dafür war es notwendig, eine zusätzliche Arbeitskraft zu bekommen. Marko war dafür der Best-geeignete.

Top-Easy ist Teil des Multimedia-Teams?
Im MultiMedia-Team produzieren wir im Schichtdienst Meldungen für verschiedene Formate – für Internet, Infoscreen, wir machen sehr viel Live-Berichterstattung. In dieses Team ist das Top-Easy-Team eingebettet. Alle 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können in einfache Sprache übersetzen.

Was ist Top-Easy?
Top-Easy ist ein Nachrichtenüberblick, der über den APA-Basisdienst bezogen werden kann, das heißt, die österreichischen Medien kriegen diese Nachrichten und können sie kostenlos abdrucken, vorlesen, im Internet publizieren. Gleichzeitig wird Top-Easy auch als Newsletter versendet an NGO im Behindertenbereich. Er kann auch bestellt werden unter topeasy@apa.at
Und weil das Projekt vom Sozialministerium gefördert wird, kann man den Newsletter kostenlos beziehen. Man kann den Newsletter auch über die Capito-App beziehen.

Hat sich durch Marko in der Arbeitsweise Ihres Teams etwas verändert?
Schon, weil das Feedback viel direkter geworden ist. Davor war’s so, wir haben halt was geschrieben, uns überlegt, wie vereinfacht man Texte. Da gibt’s bestimmte Regeln nach denen man das macht, aber wir konnten nicht sofort nachfragen. Wenn dann einer im Team ist, der auf der einen Seite sehr aktiv mitarbeitet und sich sehr einbringt, aber dann natürlich auch die Hinweise gibt, Achtung, dieses Wort ist vielleicht ein bisschen zu schwierig, oder das könnte Probleme verursachen, dann ist das eine ganz neue Dimension. Das direkte Feedback, das gab’s vorher nicht und das haben wir jetzt durch Marko.