Léon Orlandianyi als Hendrik

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Kiku
08/07/2019

Besessen zu spielen ist am schwierigsten

León Orlandianyi, schon eine Art Profi im Filmbusiness, spielt Hendrik, den älteren der im Dorf neuen, angefeindeten Brüder.

von Heinz Wagner

León Orlandianyi (17) hat schon in einigen Filmen (u.a. „Die Kinder der Villa Emma“) und TV-Serien (Soko Donau bzw. Kitzbühel) mitgespielt. Außerdem betreibt er Kampfsport und Urban Exploring, fährt Ski, Snowboard und Mountainbike, liest viel und spielt Schach.

Du hast ja schon in einigen mitgespielt. Wie bist du überhaupt zur Schauspielerei gekommen.
Meine Lehrer haben schon früh gesagt, dass ich schauspielbegabt bin, Büchergeschichten hab ich eher aufgeführt als vorgelesen. Darum hab ich einen Kurs bei der 1st Film Academy gemacht. Das hat mir so gefallen, dass ich dann zu einer Agentur gekommen bin und daraus haben sich die Filmdrehs ergeben.“

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Film als Beruf?

Du bist ja mit deiner Filmografie – mehrere TV-Filme und-Serien ja fast ein Profi, ist das auch schon dein Berufswunsch?
„Die Unsicherheit beim Beruf des Schauspielers ist nicht gerade einladend, insofern hab ich das bisher eher als Nebenarbeit gesehen, die mir sehr viel Spaß mach und ich das auch mit großer Leidenschaft mach. Aber nach dem jetzigen Projekt, wenn dieser Film rausgekommen ist, überleg ich mir dann, ob ich mich dem widmen werde.“

Du bist dreisprachig – Englisch, Spanisch, Deutsch – aufgewachsen. Gehst du noch in die Schule?
„Ja, ich hab noch ein Jahr.“

Also, das Maturajahr?
„Nicht ganz, ich geh in eine internationale Schule und schließe dann mit dem international Baccalauréat (IB) ab, das ist eine internationale Matura, schwieriger als die österreichische.“

Was wäre die Alternative zum Filmbusiness?
„Ich würde sehr gern selbstständig arbeiten, eine eigene Firma gründen, egal in welchem Bereich. Aber in beiden – sowohl Film als auch Wirtschaft – würden mir meine Sprachen natürlich helfen, ich würde auch sehr gerne englische oder spanische Projekte drehen oder machen.“

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Fremd sein, kennst du das?

Diese Situation Hendriks, in eine neue Umgebung zu kommen, wo man nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen wird, war dir die bekannt oder musstest du dich in sie hineindenken?
Naja, als ich voriges Jahr Schule gewechselt habe war es anfangs nicht leicht, Anschluss zu finden. Insofern kenn ich die Situation, dass es schwer ist integriert zu werden schon aus eigenem Erleben.

Hendrik wird im Drehbuch ja auch vom Geist des ermordeten Roland besessen, wie schwierig war es, sich solche Situationen vorzustellen und zu spielen?
„Das Besessen-Sein war tatsächlich das was mir am Schwersten gefallen ist.“

Und wie hat’s dann doch geklappt?
„Ich hab mir „Glass“ vorgestellt, das ist ein Film von M. Night Shyamalan. Kevin Crumb ist da ein Mann mit 23 Persönlichkeiten, in die er wechselt. Den hatte ich im Kopf und hab ihn mir dafür noch einmal angeschaut.“

Ihr fahrt jetzt nach Kärnten für die Außendrehs, da gibt es unter anderem eine ziemlich gefährlich wirkende in einer Höhle, mit der Gefahr des Abrutschens auf nassen Felsen. Hast du davor Angst?
„Gar nicht, Action-Szenen machen mir am meisten Spaß. Da kann ich mich voll reinhauen.“