Düster trotz Sonnenschein

Guten Morgen!
Ein stilisierter Geist steigt aus einer Tasse mit der Aufschrift „Frühdienst Newsletter“.

In ganz Österreich gibt es heute einige Sonnenstunden, dazwischen ein paar Wolken. Und dennoch wird es düster. Der Krieg im Mittleren Osten, die Angriffswellen der USA und Israels gegen den Iran und den Libanon halten an, die Iraner wehren sich weiter und stecken Öl- und Gasförderanlagen der sunnitischen Nachbarn in Brand.

Mittwochabend lag der Ölpreis (Marke Brent pro Barrel) bei 109 Dollar, nachdem das riesige Erdgasfeld Pars mitten im Arabischen Golf beschädigt wurde. Die Folgen sind weltweit spürbar: Da Katar die Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) eingestellt hat, fehlen dem Weltmarkt aktuell 20 Prozent des Angebots, während die fast vollständige Sperrung der Straße von Hormus die Versorgung zusätzlich erschwert. 

In den USA ist der Preis für eine Gallone (3,7 Liter) Diesel auf über fünf Dollar gestiegen, was für die Regierung unter Donald Trump angesichts der bevorstehenden Kongresswahl politischen Sprengstoff birgt. Vizepräsident JD Vance kündigte zudem weitere Treffen mit der Ölindustrie an, um die Teuerung abzufedern.

In Europa reagieren die Regierungen mit unterschiedlichen Strategien auf den „Erdöl-Notstand“ (LINK):

In der Slowakei wurde der Treibstoffverkauf massiv eingeschränkt. Pro Fahrzeug dürfen nur noch Diesel und Benzin im Wert von maximal 400 Euro getankt werden, die Mitnahme in Kanistern ist auf zehn Liter begrenzt. Um den Tanktourismus einzudämmen, zahlen Ausländer zudem höhere Preise, die sich am Durchschnitt der Nachbarländer orientieren. 
In Italien setzt die Regierung in Rom auf Entlastung und senkt die Kraftstoffpreise für 20 Tage um 25 Cent. Gleichzeitig wurde ein Überwachungssystem durch die Finanzpolizei eingerichtet, um spekulative Preismanipulationen der Energiekonzerne zu verhindern.
Und in Deutschland lehnt die schwarz-rote Koalition einen Tankrabatt als „Konzernförderung“ ab. Geplant ist stattdessen, Preisänderungen an Tankstellen auf einmal pro Tag zu beschränken und die Befugnisse des Bundeskartellamts zu stärken.

Womit wir zurück in Österreich sind: 19 Tage nach dem Beginn des Iran-Kriegs hat die Regierung ihren Vorschlag für eine Spritpreisbremse vorgelegt, mit dem die Spritpreise um rund 10 Cent gesenkt werden sollen. „Österreich kann massive Energiepreissteigerungen nicht verhindern, aufgrund der budgetären Notlage auch kaum mehr kaschieren. Globale Krisen und Kriege führen hierzulande zu Wohlstandsverlusten in Echtzeit. Das ist die bittere Realität, vor deren Hintergrund eine Senkung der Mineralölsteuer um fünf Cent pro Liter selbstverständlich lächerlich wirkt“, kommentiert Michael Hammerl die Maßnahme.

Die Kollegen der Außenpolitik gehen der Frage nach, wieso die Ukraine nicht schon längst pleite ist, und warum der EU-Gipfel von einem Streit mit Ungarns Ministerpräsident Orban überschattet wird. (LINK)

Und aus dem Sport berichtet Christoph Geiler, dass Lisa-Theresa Hauser mit 32 Jahren ihre Karriere beendet. Die Tirolerin schrieb mit dem WM-Titel 2021 Geschichte und bejubelte in allen Disziplinen einen Weltcupsieg.

Aber ja, sie haben natürlich recht, ist alles halb so wild, schließlich hat der FC Barcelona gestern Abend Newcastle nach einem mauen 1:1 im Hinspiel mit einem eleganten 7:2 vom Platz gefegt und damit das Ticket für das Viertelfinale der Champions League gelöst. Und ja, Kollege Hammerl, die Bayern haben’s auch geschafft…

In diesem Sinne: Nicht verzagen und

Bleiben Sie gesund!

Ihr Bernhard Gaul

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