Von Kaspar bis Luna: Trend-Namen für das neue Jahr
Welche Babynamen im vergangenen Jahr besonders populär waren, welche sich im neuen Jahr durchsetzen könnten – und wo Kaspar, Melchior und Balthasar im aktuellen Beliebtheitsranking stehen.
Malia Ella und Luna heißen die österreichischen Neujahrsbabys – und liegen damit klar im Trend. Wie lange ihre Eltern überlegt haben, ist nicht überliefert. Fest steht aber: Die Wahl eines Babynamens bereitet der jungen Generation zunehmend Kopfzerbrechen. Immer mehr werdende Eltern beauftragen sogenannte „Baby Name Consultants“ (Babynamen-Berater), um die richtige Balance zwischen Einzigartigkeit und Alltagstauglichkeit zu finden.
Einer, der die aktuellen Trends genau im Blick hat, ist Knud Bielefeld. Der deutsche Namensforscher analysiert seit vielen Jahren Vornamen und veröffentlicht jedes Jahr Ende Dezember eine Hitliste der beliebtesten Babynamen. Auch 2025 landeten – erneut – Sophia und Noah an der Spitze der deutschen Rangliste. In Österreich wurden Emilia und Elias am häufigsten vergeben.
„In einem deutlichen Aufwärtstrend liegen bei den Buben die Namen Adam, Anton, Carlo, Emilio, Kian, Leano, Leo, Maleo und Theodor“, erklärt Bielefeld. Bei den Mädchen seien es Alia, Amalia, Aurelia, Ayla, Eliana, Helena, Livia, Luna, Nora und Romy.
Klingend und weich
Weich klingend und modern: Diesen Trend beobachtet auch Babynamen-Beraterin Helene (@babynamenhilfe auf Instagram). „Aktuell suchen viele Eltern nach Namen wie Luna, Malia, Leano und Noah“, sagt sie. „Aber auch klassische Namen wie Mathilda, Ida, Theo und Emil sind sehr gefragt.“ Viele würden weniger häufige Alternativen suchen: „Das könnten dann zum Beispiel Mathea statt Mathilda oder Thilo statt Theo sein. Nicht selten wird auch nach richtig seltenen Namen gesucht, die außerhalb der aktuellen Top 500 liegen.“
Wie stark sich bestimmte Anfangsbuchstaben durchsetzen, zeigt eine weitere Auswertung Bielefelds: 15 Prozent aller 2025 in Deutschland geborenen Kinder tragen einen Erstnamen mit dem Anfangsbuchstaben L, dicht gefolgt von M und A. Einer der großen Gewinner dabei: Leo. Der Bubenname, kurz für Leopold, wurde laut dem Experten „deutlich häufiger vergeben als in den Vorjahren“ und rutschte in Bielefelds Hitliste erstmals in die Top 10. Ob dies trotz oder wegen des neu gewählten Papstes geschah, ließe sich aber nicht feststellen.
Ein Mädchenname, den man bald öfter hören könnte
Jedes Jahr veröffentlicht Vornamenexperte Knud Bielefeld seinen persönlichen „Vornamen des Jahres“ – dieses Mal fiel seine Wahl auf den Mädchennamen „Ophelia“.
„Nicht, weil Ophelia besonders häufig wäre. Nicht, weil der Name gerade statistisch durch die Decke geht. Nicht, weil es mein persönlicher Lieblingsname ist. Sondern weil ich 2025 so viele Anfragen zu Ophelia bekommen habe wie noch nie zu einem einzelnen Vornamen“, begründete er die Entscheidung auf seinen Social-Media-Profilen.
Ophelia leitet sich vom griechischen Wort ophelos ab und bedeutet „Hilfe“, „Beistand“ oder „Nutzen“. Die Figur Ophelia ist eine tragische Protagonistin in Shakespeares „Hamlet“, die durch ihre unglückliche Liebesbeziehung und ihren tragischen Tod bekannt ist.
So richtig berühmt – vor allem in der jungen Generation – wurde Ophelia im Herbst durch den Song „The Fate of Ophelia“, den Pop-Ikone Taylor Swift auf ihrem aktuellen Album „The Life of a Showgirl“ veröffentlichte.
In Österreich gibt es seit einigen Jahren einen leichten Anstieg des Namens, 2024 kamen 22 Ophelias zur Welt. Auch in Deutschland ist Ophelia seit 15 Jahren im Aufwärtstrend – im vergangenen Jahr wurden 200 geboren. Darunter sicher einige „Swifties“ in spe.
Apropos katholische Kirche: Am heutigen Dreikönigstag feiern natürlich Kaspar (Caspar), Melchior und Balthasar Namenstag. Die Weisen aus dem Morgenland brachten dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe, ihre Namen tauchten aber erst Jahrhunderte später in der christlichen Überlieferung auf. Und heute? Werden die historisch bedeutsamen Namen wieder häufiger vergeben. „Der Name Melchior kommt sehr selten vor. Balthasar ist auch selten, aber häufiger als Melchior. Als Zweitname kommt Balthasar häufiger vor als als Erstname“, analysiert Bielefeld. „Kaspar bzw. häufiger Caspar geschrieben hat es 2025 wieder in die Top 200 geschafft.“
Caspar im Aufwind
Auch in Österreich könnte sich Caspar – mit C – zu einem Trendnamen entwickeln. Seit 2007 legt er stetig zu und erreichte 2024 mit 16 Vergaben einen historischen Rekordwert. Dazu kamen drei kleine Kaspars und acht Caspers. Prominente wie Supermodel Claudia Schiffer, die ihren einzigen Sohn Caspar nannte, oder der Tennisprofi Casper Ruud könnten den Trend weiter befeuern. Und Prinzessin Charlotte von Monaco setzte einen Trend, indem sie einen ihrer Söhne Balthazar taufte.
Fakten
Kaspar
Der Name stammt wahrscheinlich aus dem Altpersischen und steht für „Schatzmeister“ oder „der mit dem Schatz Verbundene“.
Melchior
Symbolisiert Weisheit und Erfahrung. Der Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „König des Lichts“.
Balthasar
Der Name ist babylonischer Herkunft und bedeutet „Gott schütze den König“.
Feiertag
In Spanien und Teilen Lateinamerikas bringen die „Reyes Magos“ am 6. Jänner die Geschenke.
Prominente
Bekannte Träger dieser Namen sind bzw. waren der Kitzbüheler Gastronom Balthasar Hauser (*1946), der norwegische Tennisprofi Casper Ruud (*1998), US-Schauspieler Mel(chior) Ferrer (1917–2008), Schauspieler Kaspar Simonischek (*1997) sowie der österreichische Politiker Caspar Einem (1948–2021).
Babynamen-Helferin Helene wird die Arbeit so schnell jedenfalls nicht ausgehen: Sie berät nicht nur werdende Eltern, sondern auch solche, die sich nach der Geburt umentscheiden wollen. Oft kommen in der Namenssuche generelle Ängste in Bezug auf das Elternwerden zum Ausdruck, sagt sie. „Viele fühlen sich mit der Namenswahl vor eine riesige Verantwortung gestellt.“
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