Medizin-Mythen: Wirkt Ingwer als Anti-Krebsmittel?

Ingwer. Viele nutzen die exotische Knolle  aufgrund ihrer wärmenden Eigenschaften vor allem in der kalten Jahreszeit. Vor allem frischer Ingwer kann jedoch auch gegen die sommerliche Müdigkeit und Schlappheit unterstützend wirken. Dafür soll er aber nicht aufgekocht, sondern mit kaltem Wasser aufgegossen werden. Mit Minze oder anderen kühlenden Kräutern lässt sich der erwünschte „Cool-down“ sogar noch verstärken.
Die Inhaltsstoffe der asiatischen Wurzel werden für viele gesundheitsfördernden Eigenschaften verantwortlich gemacht. Stimmt das?

Seit einigen Jahren wird wissenschaftlich untersucht, ob Ingwer die Basis für künftige Anti-Krebs-Medikamente bilden könnte. Tests mit Zellen und Tieren haben Hinweise darauf geliefert, dass Ingwer-Substanzen eventuell das Verhalten von Tumorzellen günstig beeinflusst.

Fraglich ist allerdings, welche Inhaltsstoffe im Ingwer für diese Effekte verantwortlich sind und welche Prozesse sie im Detail auslösen. Als interessante Kandidaten gelten beispielsweise die Substanzen Gingerol und Shogaol genannt

Unklare Lage

Ob sich die in einzelnen Experimenten angedeutete Wirkung auch im Körper von Brustkrebs-Patientinnen und -Patienten einstellt? Das ist völlig unklar – so das Team von Medizin-Transparent an der Donau-Universität Krems (www.medizin-transparent.at).

Bei ihrer Recherche in mehreren wissenschaftlichen Datenbanken konnten die Experten für Medizinmythen keine einzige Studie mit menschlichen Probandinnen und Probanden zu dieser Frage finden. Es sind daher keine seriösen Aussagen dazu möglich, ob Ingwer bzw. einzelne Substanzen daraus im menschlichen Organismus eine Anti-Brustkrebs-Wirkung haben. Auch Fragen nach der Sicherheit sind auf dieser Basis nicht zu beantworten.

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