Genuss
14.04.2012

Witzigmanns Welt: Kochkurse

Von einer Versteigerung mit unglaublichem Erlös, von einfachen Gerichten und prominenten Helfern, und weshalb die wöchentlichen Kochkurse im Aubergine nach einem Jahr abgebrochen werden mussten.

 Normalerweise bin ich ja nicht käuflich und Kochkurse gebe ich auch nicht mehr. Neulich habe ich jedoch eine Ausnahme gemacht. Ein internationaler Konzern hat zugunsten seiner Kinderhilfe einen Kochkurs mit mir versteigert. Ganze 36.000 Euro sind am Ende zusammengekommen. Da bin ich ehrlich gesagt schon ein wenig stolz gewesen.

Gemeinsam mit ein paar prominenten Helfern und meinem ehemaligen Schüler Alfons Schuhbeck habe ich in dessen Kochschule am Münchner Platzl 14 Kochinteressierten ein paar einfache Gerichte beigebracht: Zitronenbackhendl mit Buttermilch-Remoulade, Saibling aus dem Ofen auf Gurken-Ingwer-Salat oder geeister Kaiserschmarrn, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Am besten hat uns allen aber der Rahmspinat geschmeckt. Den hat nämlich Verona Pooth "gekocht".

Meine letzten Kochkurse liegen schon einige Zeit zurück. Es war in den 1980ern, in meinem Restaurant Aubergine. Damals ein echtes Novum. Ein Spitzenkoch, der Hobbyköchen sein Fachwissen vermittelt, noch dazu im eigenen Laden – wo gab’s denn so was? Aber die Zeit war absolut reif dafür. Immer mehr Amateure wollten zu Hause kochen können wie die Profis. Also zeigte ich fortan zwölf Leuten einmal die Woche, wie man auf Drei-Sterne-Niveau ein Vier-Gänge-Menü zubereitet.

Anfangs machte das auch Spaß. Doch irgendwann begannen die Teilnehmer sich mehr für den Beziehungsstatus der Teilnehmerinnen zu interessieren als für das Ausnehmen von Fischen. Außerdem verratschten wir uns immer öfter dank der begleitenden Weine, sodass wir mit dem Dessert noch gar nicht fertig waren, wenn der Abendservice im Lokal begann. Schließlich musste ich nach einem Jahr die Segel streichen.

Damals habe ich mir geschworen, nie wieder Kochkurse zu geben. Durch den aktuellen Kochkurs mit Verona Pooth habe ich nun allerdings wieder Blut geleckt oder besser gesagt: Spinat.