Witzigmann mag Fondue

Kaas
Foto: APA

Von Gefahren, Chinesen und sagenhaften Weingütern, von Hot Pots, Shabu Shabu und Schweizer Sitten.

Viele sprechen bei den Chinesen von der „gelben Gefahr“. Diesen Menschen kann ich nur zurufen: Fahrt selber hin und macht euch – so wie ich – ein Bild davon. Ihr werdet es nicht bereuen. Letzte Woche bin ich einer Einladung der mächtigen Cofco Gruppe gefolgt, die in China mehrere so genannte „private Clubs“ betreibt und ein atemberaubendes Weingut, die „Cofco Junding Winery“, aus dem Boden gestampft hat. Auf sage und schreibe 13,5 Quadratkilometern haben die da ein gigantisches Weingut erschaffen, mit einem sagenhaften Chateau, das weltweit seinesgleichen sucht. Für mich als Weinfan schon mal großartig. Noch viel mehr habe ich mich aber darüber gefreut, dass ich eine Woche lang die von mir hochgeschätzte chinesische Küche genießen durfte. Die ist immer wieder faszinierend in ihrer Vielfältigkeit, Technik und Ästhetik, die sowohl für Auge und Geschmack ein Genuss ist. Als Abschiedsessen gab es unter anderem nicht zwölf, sondern dreizehn Köstlichkeiten. Neben dem chinesischen Klassiker gab es nämlich noch einen „Hot Pot“ im „Private Castle Club“ in Peking mit Wagyu Beef und Gemüse. Einfach delikat!
Dies brachte mich auf die Idee: Ich könnte doch dieses Weihnachten oder Silvester ein Fondue organisieren. Aber was für eines? Das ist ja ein dehnbarer Begriff. Es gibt den chinesischen „Feuertopf“ und das japanische Shabu Shabu. Man kann ein Fondue mit Fischen, Krustentieren, Geflügel, Rind, Reh, Lamm, Gemüse, Tofu oder Schokolade und Früchten machen. Ich glaube aber, dass es dieses Mal auf ein Schweizer Käsefondue „Le Coup du Milieu“ aus harten und weichen Käsesorten hinauslaufen wird. Aus zwei Gründen: Einmal, weil man dazu zwischendrin einen Schluck Kirsch nimmt – natürlich der Verdauung wegen –, und zum anderen, weil die Damen mit einem Kuss bezahlen müssen, sollte ihnen ein Stück Brot von der Fonduegabel verloren gehen.

(kurier / Eckart Witzigmann) Erstellt am
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