Genuss 13.01.2012

Witzigmann isst jetzt nur mehr Wurzeln

Von guten Vorsätzen, Rohkostsalaten und Gemüsetees, ökonomischen Aspekten und grüner Power.

Sich auf das Wesentliche konzentrieren – das ist mein Vorsatz für 2012. Trotz meiner 70 Jahre fällt es mir immer noch schwer, mich darauf zu focussieren, die Rosinen aus dem Strudel des Alltags zu picken. Da hat mein Sohn Max (37) gar nicht so unrecht, wenn er sagt: "Man muss nicht jeden Stein vom Boden aufheben, der glitzert." Das ist die große Herausforderung: Die Kraft zu besitzen, auch mal Nein zu sagen.

Deshalb sage ich Ja! Zu Gemüse. Nachdem ich meine Familie und mich über die Feiertage mit den köstlichsten Schweinereien verwöhnt habe, wird es Zeit, sich fit zu machen für den Start ins neue Jahr. Schon meine Mutter hat der Gemüseküche eine große Rolle ihrer heimischen Ernährungspolitik zugeschrieben. Besonders gern mochte ich ihren Gemüsesalat mit Sauerrahmdressing, der zum Großteil aus Wurzelgemüsen bestand und den es oft als Beilage zu gekochtem Rindfleisch gab.

Ich liebe Wurzelgemüse wie Karotten, Knollensellerie, Rote Rüben, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Pastinaken, Petersilienwurzeln oder Topinambur, weil es nicht nur reich an Vitaminen ist, sondern auch fantastisch schmeckt. Ein Waller oder Karpfen im Wurzelsud ist genau das Richtige dieser Tage; genauso wie eine Kartoffelsuppe mit Julienne vom Wurzelgemüse, Minestrone oder ein Pot-au-feu. Ideal für die Linie sind auch Rohkostsalate oder ein Gemüsetee. Auch der ökonomische Aspekt bei Wurzelgemüse ist nicht zu unterschätzen.

Die idealen Küchenhelfer, um Gemüse jeder Art auf den Punkt zu garen, sind Dampfgarer. Genau so einen habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Seitdem gibt es bei mir noch mehr grüne Power zu Hause. Leider sieht man es mir nicht an. Noch nicht.

( Kurier ) Erstellt am 13.01.2012