Genuss 19.04.2012

Weinschule, Folge 6: Die Wachau

© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Entdecken Sie mit Vinorama.at und KURIER.at das Weinbaugebiet Wachau, das Weltkulturerbe zwischen Donau-Mäandern, schroffen Felsen und Weinterrassen.

Das Weinbaugebiet Wachau erstreckt sich durch das enge Donautal zwischen Melk und Krems, wobei die Landschaft genauso so einzigartig ist, wie die Weine, die dort entstehen. Auf einer Rebfläche von rund 1.400 Hektar gedeihen nicht nur die Hauptrebsorten Grüner Veltliner und Riesling in außergewöhnlichen Qualitäten, auch Neuburger, Muskateller oder Sauvignon Blanc garantieren berauschende Geschmackserlebnisse.

Bereits Kelten und Römer betrieben in der Wachau Weinbau - die erste schriftliche Erwähnung des Weinbaus datiert auf das Jahr 511. Im 9. Jahrhundert wurde der Weinbau unter Einfluss von Abteien aus Salzburg und Bayern forciert bzw. systematisiert und erhielt bereits damals seine Struktur, die bis heute andauert.

Dort, wo die Donau die Ausläufer der Böhmischen Masse durchbricht, bietet sich dem Besucher eine für Österreich einzigartige Landschaft, die geprägt ist von schroffen Felskanten, dem Fluss und idyllischen Weinterrassen. Eine Besonderheit des Terrassenweinbaus in der Wachau sind die Steinmauern, die jede Terrasse begrenzen. Deren Pflege und Erhaltung ist zwar sehr aufwändig, die Mauern sind aber für das Gedeihen des Weins wesentlich, da sie die Erosion der sehr dünnen und sehr fruchtbaren Hummus-Auflage verhindern. Die Böden in der Wachau sind großteils karg, bieten aber für den Weinbau beste Bedingungen. Ertragsreduzierung zu Gunsten von Qualitätssteigerung muss hier nicht von Menschenhand geregelt werden, sondern ist ein natürliches Phänomen. Der Rebstock steckt dafür seine volle Kraft und Energie in die wenigen Trauben, was besonders aromatische Weine hervorbringt. Einen Nachteil haben die Böden der Wachau allerdings: Sie können kaum Feuchtigkeit speichern, was Bewässerungssysteme erfordert. Ein weiterer "negativer" Aspekt der Weinterrassen ist die erschwerte Bewirtschaftung, die zu einem Großteil aus mühevoller Handarbeit besteht.

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© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Kosten Sie sich durch die Weinvielfalt der Wachau - KURIER.at und Vinorama.at präsentieren Ihnen im Rahmen der Weinschule vier ausgesuchte Winzer mit ihren Weinen. Im Wachau-Weinpaket finden sich ein Riesling Smaragd von der Domäne Wachau, der sich dicht und elegant präsentiert, ein harmonischer und vollmundiger Weißburgunder vom Weingut Jamek aus Wösendorf, ein würzig-fruchtiger Grüner Veltliner Steinfeder vom Buschenberg vom Weingut Schmelz (Joching) sowie ein fruchtiger und ausgewogener Grüner Veltliner Federspiel vom Weingut Lagler.

Kosten Sie sich durch die Wachau! Nähere Informationen zu den Winzern und Weinen sowie die Bestellmöglichkeit finden Sie unter nachstehendem Link!

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© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

In der Wachau lautet das Zauberwort: Urgestein. Der umgangssprachlich verwendete Begriff bezeichnet eigentlich verschiedene Arten von Gneis - etwa der Gföhler Gneis bei Dürnstein -, die die Grundlage des Weinbaus in der Wachau bilden. Die verschiedenen Gneise gestalten den Charakter der Weine entscheidend mit, da die Auflage an Verwitterungsböden dünn ist und die Wurzeln der Rebstöcke bis in die Spalten und Ritzen des Gesteins vordringen. Die Gesteine dienen aber auch als Wärmespeicher und sorgen für eine hohe Durchlässigkeit der Böden. Generell trifft man in der Wachau kein einheitliches Terroir an. Die Gneise wechseln sich schnell ab, verschiedene Wein-Stilistiken sind das Resultat. Auch Löss findet man in der Wachau. Oberhalb von Joching ist er beispielsweise in einer bis zu zehn Meter hohen, mächtigen Ausformung zu finden.

Klimatisch betrachtet befindet sich die Wachau im Bezug auf den Weinbau an der Grenze des Möglichen. Die Wachau befindet sich nämlich im Spannungsfeld zwischen westlich-atlantischem und östlich-pannonischem Klima und zählt zu den so genannten "Cool-climate" Weinbaugebieten - der bestimmende kühle Klimaeinfluss kommt aus dem Waldviertel sowie aus dem Dunkelsteinerwald. Aus dem Osten erreicht die Wachau eine warme, pannonische Strömung. Daraus resultiert ein Temperaturgefälle von Ost nach West, was sich auf die Reifegrade der Trauben auswirkt. Temperaturregulierende Wirkung haben einerseits die Felsen und Steinmauern, die als Wärmespeicher funktionieren, sowie die Donau.

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© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Die besten Lagen der Wachau finden sich beinahe alle im mittleren Höhenbereich der Terrassen, denn dort ist die Sonneneinstrahlung am höchsten und eine gute Durchlüftung vorhanden. Weiter oben ist die optimale Traubenreife nur schwer zu erzielen, da zusätzlich kühle Fallwinde das Klima beeinflussen. In Richtung Tal werden die Böden üppiger und weisen teilweise Ton und Löss auf - höhere Erträge sind hier möglich, die Mineralität und die Feinheit sind aber im Vergleich zu den Terrassenlagen nicht so ausgeprägt.

In Spitz ist der steil terrassierte Tausendeimerberg das westliche Tor zur Wachau. Der Grüne Veltliner und der Riesling finden hier beste Bedingungen. Der Name rührt daher, dass der Weinberg in guten Jahren 1.000 Eimer Wein (ca. 56.000 Liter) gebracht haben soll. Weitere wichtige Lagen: Singerriedel - gilt als eine der besten Lagen der Wachau -, Rotes Tor (ist eigentlich keine offizielle Lagenbezeichnung, primär Grüner Veltliner), Hochrain, Achspoint, Setzberg und Steinborz.
Bei Weissenkirchen bzw. Joching sind die Lagen Achleiten (Spitzenlage, wuchtige und langlebige Rieslinge und Grüne Veltliner), Klaus (eine der extremsten Terrassenlagen der Wachau), Wösendorfer Kollmütz, Jochinger Kollmütz sowie Hochrain.

Um Dürnstein und Loiben finden sich die Lagen Kellerberg (ebenfalls eine der besten Wachauer Lagen), Küss den Pfennig, Hollerin, Loibenberg, Schütt (berühmt durch die Grünen Veltliner und Rieslinge von Emmerich Knoll), Steinertal, Höhereck und Steinriegel.

Bei Mautern ist die teilweise terrassierte Lage Silberbichl erwähnenswert.

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© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Die Wachau ist mit einem Anteil von rund 90 Prozent Weißweinen eine eindeutige Weißweinregion. Allein auf den Grünen Veltliner und Riesling, entfallen 65 Prozent. Leitsorte ist der Grüne Veltliner, der auf rund 700 Hektar angebaut wird. Besonderes Augenmerk liegt aber auch auf dem Riesling, der in der Wachau eine besonders feine Fruchtigkeit entwickelt, die in Österreich einzigartig ist. Die Wachauer Rieslinge können sich durchaus mit den besten Rieslingen Deutschlands messen. Der Grüne Veltliner ist ebenfalls stark vom Terroir geprägt und entfaltet in der Wachau eine feinwürzige Aromatik mit tiefer Mineralik und animierendem Trinkfluss. In den letzten Jahren punktet die Wachau auch vermehrt mit Prädikatsweinen, von eleganten Spätlesen bis hin zu Trockenbeerenauslesen. Vor allem aus Riesling entstehen ausgezeichnete Süßweine, die dann durchaus zu den besten weltweit gezählt werden können. Weitere wichtige Weißweinsorten in der Wachau sind: Müller-Thurgau, Neuburger und Weißburgunder sowie Gelber Muskateller und Sauvignon blanc. Auf rote Rebsorten - primär Zweigelt - entfällt in der Wachau ein unerheblicher Flächenanteil. Die Rotweine der Wachau schaffen es auch nicht, im oberen Qualitätssegment mitzuhalten.

Steinfeder, Federspiel und Smaragd


Um die Identität sowie die Naturbelassenheit der Wachauer Weine zum Ausdruck zu bringen, hat man sich entschlossen die Weine in drei Weinkategorien zu unterteilen. Die 1983 gegründete Vereinigung VINEA WACHAU schuf die Kategorien "Steinfeder" (1984), "Federspiel" und "Smaragd" (beide 1986) zur Klassifizierung der Wachauer Weine mit Rücksichtnahme auf die einzigartigen klimatischen und geologischen Bedingungen.

"Steinfeder" charakterisiert - wie bereits das namensgebende federleichte Gras erahnen lässt - leichte (maximaler Alkoholgehalt: 11,5% Vol.), duftige Weine, die aus allen Wachauer Qualitäts-Weißweinen erzeugt werden können.

"Federspiel" heißen Wachauer Weine im Kabinettbereich, die maximal 12,5% Vol. Alkohol enthalten. Sie können ebenfalls aus allen Qualitäts-Weißweinen der Wachau erzeugt werden und weisen eine charmante Fruchtigkeit sowie einen kraftvollen Charakter auf. Der Name rührt von der Falkenjagd her, die in der Wachau einst die herrschaftliche Form der Jagd darstellte.

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© Bild: © Donau Niederösterreich/Othmar Bramberger

Die Bezeichnung "Smaragd" stammt von der auf den Wachauer Weinterrassen heimischen Smaragdeidechse. Für Smaragd-Weine dürfen alle Qualitäts-Weißweine verarbeitet werden. Die Trauben müssen dabei eine vollendete physiologische Reife aufweisen, was nicht in jedem Jahrgang gelingt. Smaragd-Weine haben enormes Lagerpotenzial und dürfen erst ab dem 1. Mai des auf die Lese folgenden Jahres vermarktet werden.

Die drei Kategorien dürfen nur von Mitgliedern der VINEA WACHAU geführt werden und sind markenrechtlich geschützt.

Vier ausgesuchte Winzer und ihre Weine werden Ihnen in der sechsten Folge der Weinschule vorgestellt: Die Domäne Wachau präsentiert einen Riesling Smaragd, das Weingut Jamek ist mit einem harmonischen und vollmundigen Weißburgunder vertreten. Vom Weingut Schmelz findet sich ein Grüner Veltliner Steinfeder vom Buschenberg im Paket und abgerundet wird das Weinpaket mit dem Grünen Veltliner Federspiel vom Weingut Lagler.

Bestellen Sie sich die vier Weine im Wachau-Weinpaket frei Haus zum Preis von 41,50Euro (statt 51,50 Euro) unter nachstehendem Link!

Erstellt am 19.04.2012