Genuss
19.07.2018

"Stinkefrucht" Durian wird gratis verteilt und fliegt ins All

Die exotische Frucht wurde heuer schneller reif als sonst, das führte zu Überangebot. Zudem flog sie in einer Rakete mit.

Für manche ist sie die Königin der Tropenfrüchte, andere wollen sie nicht einmal geschenkt. So oder so zählt die Durian-Frucht zu den größten Früchten der Welt. Ihr Geschmack ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig: Man schmeckt Noten von Vanille, Zwiebel und Knoblauch - gleichzeitig. Das alles kommt in einer cremigen Konsistenz daher - und mit einem von den meisten eher unangenehm als süß-faulig wahrgenommenen Duft.

Wie auch immer: Auf den Märkten von Singapur wird die "Stinkefrucht" Durian vielerorts derzeit gratis verteilt. Grund dafür ist ein enormes Überangebot.

Hohe Temperaturen in Südostasien

Wegen hoher Temperaturen - selbst für Südostasien ungewöhnlich - reifen die Früchte derzeit viel schneller als sonst. Deshalb müssen sie die Händler auch schneller loswerden. Die Preise sind im Keller. Statt 35 Dollar (29,90 Euro) pro Kilo kostet eine Durian mancherorts nur noch fünf Dollar (4,27 Euro). Deshalb sind manche Händler jetzt dazu übergegangen, die Früchte gleich zu verschenken. An ihren Ständen gab es deshalb lange Schlangen.

Mitnahme vielerorts verboten

Allerdings sollten sich Touristen gut überlegen, ob sie auf das Angebot eingehen sollen: Bei vielen Ausländern kommt die Durian nicht wirklich gut an. Ihr süßlich-fauler Geruch ist sehr gewöhnungsbedürftig. In manchen Hotels, bei vielen Fluglinien und auch in Singapurs U-Bahn ist das Mitbringen der Früchte sogar verboten.

Stink-Premiere im Weltraum

Thailand hat zudem zum ersten Mal die Stinkefrucht Durian ins All geschickt. Insgesamt wurden vier Exemplare mit einer privaten US-Rakete in den Weltraum befördert, wie das private Raumfahrtunternehmen Mu Space am Freitag in Bangkok mitteilte. Nach erfolgreichem Start wurde die Kapsel mit den Durians ausgeklinkt und fiel auf die Erde zurück.

Nach vier Minuten war das Experiment schon wieder vorbei. Jetzt soll untersucht werden, wie sich die Schwerelosigkeit auf die Früchte ausgewirkt hat. Bei dem unbemannten Flug musste wegen der Geruchsbelästigung auf niemanden Rücksicht genommen werden. Trotzdem waren die vier Früchte vakuum-verpackt.