Genuss
25.12.2011

Salz und Pfeffer: Albertinapassage

Florian Holzer aß unterirdisch.

Jetzt ist sie also doch noch fertig geworden. Und aus der Fußgängerunterführung, die keiner mehr wollte, wurde ein unterirdischer Dinnerclub im Las-Vegas-Stil. Der Eingang unmittelbar vor der Oper könnte prominenter nicht sein, das strenge Entrée mit Türsteher, Garderobe und Platzzuweisung ist man in Wien zwar nicht gewohnt, kennt es aber zumindest von Do & Co. Der erste Eindruck – strahlend weiße Bühne/Bar, unendlich sich ins Dunkel ausbreitende Sitz-Landschaften (Spiegel helfen da geschickt) – ist unweigerlich „wow!“. Dabei bleibt`s aber leider nicht: Der Service unbeholfen, der anspruchsvolle Edel-Grill wird offenbar noch nicht beherrscht und die Preise sind schlichtweg ein Witz. Bei den köstlichen glacierten Schnecken noch erträglich (14 €), beim Häppchen feinen Schweinebauch-Aufschnittes mit Kraut (15 €) aber absurd, für eine Mini-Portion zarter Kalbsbackerln 24 Euro zu zahlen, ist auch nicht so lustig, und ein schmales Schnittchen (beim zweiten Versuch geglückt gegrilltes) Rib- Eye-Steak mit dreißig Euro zu bepreisen, tut weh. Ohne Beilagen, wohlgemerkt. Dazu kommt Musik-Beitrag, freiwillige Klo-Gebühr (zwei Klofrauen), Garderobe-Steuer und drastischer Passagen-Aufschlag bei den Getränken. Da sagt man dann noch einmal „wow!“.

Albertinapassage, Wien 1, Opernring/Operngasse,  01/512 08 13,
Di-Sa 17-4,
www.albertina
passage.at