Genuss
07.12.2011

Salz & Pfeffer: Silvio Nickol

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem freizeit-KURIER. Diesmal: Silvio Nickol in Wien.

Jene, die (zu Recht) besorgt waren, dass Wien als Businessmetropole darunter leiden könnte, dass es mit dem Steirereck gerade mal ein Restaurant mit höchstem Anspruch gibt, können beruhigt werden: Der neue Gourmet-Tempel im Palais Coburg gibt ganz schön Gas. Klar, über das Design - Ei und Amethyst ziehen sich thematisch durch - kann man debattieren. Über die Fähigkeiten des jungen Küchenchefs Silvio Nickol dagegen kaum: Der Mann hat bei den Besten gelernt und schon im "Schlossstern" in Velden ganz grandios gekocht.

Was unterscheidet Nickols Küche von anderen Top-Restaurants? Zum Beispiel, dass eines der zwei Menüs (4 Gänge 98 €, 5 Gänge 117 €, 7 Gänge 148 €) vegetarisch ist und dabei genauso faszinierend. Oder eine handwerkliche Akuratesse, etwa bei der "Symphonie vom Zander", wie man sie selten erlebt. Noch seltener erlebt man eine derart mutige und interessante Wein-Begleitung (kostet natürlich ihr Geld). Toll: Die Gänseleber ist bio und ungestopft, die geschichtete Komposition davon ein fantastisches Gericht, am eindrucksvollsten die cremige Polenta mit Wachtelei und Shiitake-Pilzen. Nicht revolutionär, aber extrem gut.

Silvio Nickol Gourmet Restaurant Palais Coburg, Wien 1,
Coburgbastei 4, 01/518 18-0,
Di-Sa ab 18,
www.palais-coburg.com

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

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