Genuss
26.03.2012

Salz & Pfeffer: City Lok

Florian Holzer über ein neues Lokal in Wien.

Es gibt so Plätze, die meinen`s mit den Wirten einfach nicht gut. Operngasse, Ecke Elisabethstraße war bisher so ein Ort, wo es trotz Steinwurf-Nähe zur Oper nie laufen wollte. Das könnte sich jetzt ändern, die "Zugmaschine" dafür wäre zumindest vorhanden: Anton Rusnak, zuletzt Sous-Chef im fabios , stattete das Lokal mit einer Lokomotive im Liliputbahn-Format aus. Das Gerät dient aber nicht der Unterhaltung von Kindern, sondern birgt einen Gasgrill, der neben Größe und fragwürdigem Design mit allerhand technischem Schnickschnack aufwarten kann. Greift man also zu einer Speisenfolge, die auf dieses Gerät zurückzuführen ist, kommt man etwa zu einem hausgeräucherten Wels in Aspik, der nur leider nach gar nichts schmeckt, auch nicht nach Rauch. Die Selleriecreme dazu war allerdings sehr gut (7,60 €). Die Erdäpfelsuppe mit Stückchen vom Räucheraal fein, aber unspektakulär (6,60 €), und wieso der pochierte Steinbutt mit dominanten Gemüsen (Artischocke, Oliven, Tomaten) unter "von der Lok" läuft, bleibt rätselhaft (21 €). Ebenso, warum man die Grill-Lokomotive niemals in Betrieb sieht, obwohl ständig Steaks aus der Küche getragen werden. "Der Koch ist so schnell, da sieht man ihn kaum", erfährt man vom Service ...

City Lok, Wien 1, Operng. 14, 01/581 20 64, Di-Sa 11.30-23,

www.city-lok.com

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