Genuss
05.12.2011

Punkte, Sterne, Laien, Profis...

Was wir von Wein- und Sektbewertungen halten dürfen und was wirklich zählt.

Schmeckt oder schmeckt nicht. Das ist für den Konsumenten ausschlaggebend. Aber trotzdem gibt es eine Vielzahl an Vergleichsverkostungen, Weinguides und Punktevergaben, die von Weinfreunden eifrig konsumiert werden. Ausschlaggebend ist dabei wer verkostet und wie verkostet wird.

Wer

Ist es eine Einzelperson oder ist es eine Kostjury? Eine Einzelperson verkostet immer subjektiv, ganz klar. Muss aber nicht immer schlecht sein. Wenn ich beispielsweise mit Peter Moser, dem Falstaff-Soloverkoster, konform gehe, dann weiß ich sofort was mich bei seiner Punktevergabe erwartet. Aber auch eine Jury ist nur eine Ansammlung von subjektiven Eindrücken, auch wenn Profi-Verkoster ihren persönlichen Geschmack so gut wie möglich ausblenden.

Sehr erfrischend und überraschende Ergebnisse bringen Laienverkostungen. Der durchschnittliche österreichische Weinkonsument sollte bedenken, dass die Geschmäcker zwar verschieden sind, aber dass Laien-Verkoster vermutlich eher seine Eindrücke teilen.

Ist daher eine Melange aus Laien- und Profiverkostern der Idealfall? So wie das beim aktuellen Konsument-Test praktiziert wurde? Nein ist es nicht. Ich bin da mit einer führenden Weinpersönlichkeit des Landes einer Meinung: Das ist ein Schmarrn. Die Urteile von Fachleuten und Laien heben sich gegenseitig auf und das Ergebnis ist nichtssagend. Die grundsätzliche Idee ist gut, aber man sollte die unterschiedlichen Resultate von Laien und Profis auch getrennt kommunizieren.

Wie

Es gibt Blindverkostungen und es gibt offene. Alle führenden Weinguides verkosten die Weine offen und sind daher auf einem Auge blind. Deshalb gibt es dabei auch sehr wenig Überraschungen, es sind immer die gleichen vorne.

Echte Blindverkostungen sind die Landesweinbewertung und der Salon sowie die Austrian Wein-Challenge. Das schöne dabei ist, dass immer wieder neue Namen als Sieger in Erscheinung treten. Kritiker werfen ein, dass nur laute und opulente Weine gewinnen können. Aber sind das nicht auch jene Weine, nach denen Weinfreunde verlangen, wenn sie sich etwas Besonderes leisten wollen?