Österreich als Urlaubsziel für Feinschmecker?

Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste.

Was jeder weiß, der sich in unseren Sterne- und Haubenrestaurants umschaut, scheinen auch die heimischen Tourismusfunktionäre zu erkennen.

Jeder sechste Urlauber kommt nach Österreich wegen des guten Essens. Sagt eine Studie. Und für jeden zweiten steht Genuss immerhin im Vordergrund. Wobei: kann man sich jemanden vorstellen, der in seinem Urlaub NICHT genießen will. Auch das sagt die Studie. Veröffentlich wird sie vom Tourismusmonitor Austria. Man hat es ja schon irgendwie geahnt, beim Ausflug in die Wachau, ins Burgenland oder in Salzburg, dass die Gäste am Nachbartisch im guten und noch besseren Restaurant, die mit der weniger bekannten Sprache, nicht zufällig da sind. Und jetzt sind auch die Funktionäre der Wirtschaftskammer draufgekommen. Das Institut für Tourismus-Management der FHWien-Studiengänge der WKW (Wirtschaftskammer Wien veranstaltet am 3. und 4. März die erste "European Culinary Tourism Conference".

Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste. Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste.

Gescheite Köpfe und Redner aus allen Touristenländern der Welt versammeln sich da und behandeln das Thema "Reisen und Essen". Motive, Vorbildliche Projekte und Marketingstrategien, Case Studies, das Übliche. Dass man in Österreich diesen Trend erst jetzt erkennt, weist die verantwortlichen Damen und Herren allerdings nicht als Spürnasen aus. Doch immerhin spürt man irgendwie, was jedem, der Österreich (und Frankreich, Italien oder Spanien sowieso) schon einmal bereist hat, längst klar ist. . "Essen und Trinken sind ein spannendes Thema für den Tourismus: Der Tourist will seine Urlaubsdestination mit allen Sinnen erleben. Genuss und Kulinarik rücken damit mehr und mehr in den Mittelpunkt der touristischen Kaufentscheidung", führt Michael Mair, Leiter des Instituts für Tourismus-Management, aus. Gut beobachtet.

Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste. Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste.

Dabei ist es mit der Wahrnehmung Österreichs als Reiseziel für kulinarisch interessierte Menschen noch nicht so weit her. Deutsche Feinschmeckermagazine berichten regelmäßig über das Treiben an den österreichischen Herden und die Weine der Winzer. Doch der Michelin macht seit zwei Jahren wieder einen Bogen um Österreich und führt nur die Städte Wien und Salzburg in seinem Führer "Main Cities of Europe". Die amerikanische Bloggerin und Gastrosophin Jennifer Iannolo ("The Gilded Fork"), die bei der Konferenz ebenfalls sprechen wird, führt Österreich auf ihrer Site nicht einmal in der Liste kulinarischer Reiseziele. Dafür Polen und Griechenland.

Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste. Was die Spitzenrestaurants in Frankreich oder Italien können, können die Österreicher auch: das Besteck ist schon poliert für die Urlaubsgäste.

Und auch in der doch beträchtlich subventionierten Österreich Werbung gab es bisher keine kulinarischen Motive. Man gewinnt den Eindruck, in Österreich würden Urlauber die ganze Zeit unter blauem Himmel bei Sonnenschein Flußwasser trinken und sich von Schnee oder Gras nähren. Das liegt daran, dass das Bemühen um Spitzenqualität mancher Betriebe, die damit dann auch durchaus international ehrenwertes Niveau erreichen, von der Masse der Branche immer noch mit Neid und Argwohn beobachtet wird.
Haubenköche als Feindbilder und nicht als Vorbilder des Durchschnitts? Kann schon sein. Immerhin nannte man die Herausgeber des österreichischen Gault Millau vor zwanzig Jahren noch Nestbeschmutzer, als sie sich anschickten, zwischen Spreu und Weizen in den heimischen Lokalen zu trennen.

(KURIER.at) Erstellt am
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