© ©Mark Glassner, vollpension

freizeit Essen & Trinken
10/17/2019

Top secret: Neue Vollpension eröffnet heute in der Innenstadt

Der zweite Standort der Vollpension sperrt am Donnerstag in der Musik-Uni der Stadt Wien auf.

von Anita Kattinger

Ein Toast Hawaii mit Cocktailkirsche und ein Riesenhäferl mit Kakao müssen hier niemandem peinlich sein – das Generationen-Café Vollpension ist bekannt für seine Retro-Speisekarte.

Speisen wie das Saftgulasch nach traditionellem Rezept – Achtung, das Butterschmalz verträgt nicht jedes Mitglied der Avocado-Generation – sowie die Einrichtung mit Wohn-Accessoires aus vergangenen Tagen machen den Charme des kultigen Kaffeehauses in Wieden aus.

Die Warteschlangen werden sich ab Donnerstag vermutlich in die Innenstadt verlagern. Denn in der Johannesgasse 4A eröffnet in den Räumlichkeiten der "Musik und Kunst Privatuniversität" der zweite Standort der Vollpension.

Der Traum von singenden Omas und Studenten

Alte Bilder von Sängern und Schauspielern sowie bunte Torten und Strudel in einer Kuchen-Vitrine in Form eines Klaviers schmücken die ehemalige Lounge und Kantine. "Die Studierenden bekommen so ein Stück Gemütlichkeit und ein Heimatgefühlt", erzählt Uni-Rektor Mailath-Pokorny.

Das Café in der einzigen Privat-Universität der Stadt Wien soll keinesfalls nur den Studierenden offenstehen, sondern wegen der Top-Lage nahe der Kärntner Straße Anziehungspunkt für Touristen werden.

Mailath-Pokorny: "Spannend ist die Frage, ob sich etwas Künstlerisches entwickeln wird." Die Omas und Opas hoffen auf gemeinsames Musizieren mit den Studenten sowie auf Lesungen.

Oma Marianne, zarte 74 Jahre alt, ist von Anfang an dabei und erwartet sehnsüchtig die Eröffnung: "Jetzt bin ich eine Oma, die ihre Gäste bei der Tür empfängt. Das macht viel Spaß."

Ein soziales Unternehmen gegen die Einsamkeit im Alter

Ihr Lieblings-Rezept? "Ich habe in meinem Leben genug gekocht." Aber ein süßer Geheimtipp seien die Buchteln von Oma Beata – leider nicht täglich in der Kuchenvitrine zu finden. Ratschlag für das Nachbacken zu Hause: "Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben. Durch das Dampfl wird der Germteig glänzender, flexibler und größer."

Das Konzept der Vollpension funktioniert als Social Business: Die Anstellung als Kuchenbäcker oder Gastgeber bedeutet für die Senioren eine Zuverdienstmöglichkeit zur oft kleinen Pension. Allein für den neuen Standort sind 25 backende Senioren angestellt worden, über 350 Interessenten hatten sich beworben. Geschäftsführerin Hanna Lux: "Es gibt viele ältere Menschen, die aus ihrer Einsamkeit herauskommen und dazu gehören wollen."

Werden sich die Studenten über die Hausmannskost freuen – liegen doch Burger, Bowls und Burritos im Trend. Marianne: "Warum nicht? Meine Kinder haben mein Putengeschnetzeltes geliebt." Und hin und wieder gibt es auch einen Avocadokuchen.

Info: Johannesgasse 4A, 1010 Wien, Mo-Fr 8-20 Uhr, Sa, So, Fei 9-19 Uhr, das Stammlokal befindet sich in der Schleifmühlgasse 16, 1040 Wien, Mo-Sa 7:30-22 Uhr, So 8 -20 Uhr

20 g Germ (½ Würfel)
250 ml Milch
500 g Mehl (griffig)
40 g Zucker
120 g Butter
1 Ei
1 Eidotter
1 gestrichener TL Salz
1/4 Biozitrone (Zeste)
200 g Marillenmarmelade oder Powidl

  1. Für das Dampfl den Germ mit einem Schuss lauwarmer Milch, 2–3 TL Zucker und 1 EL Mehl verrühren. 30 min an einem warmen Ort gehen lassen.
  2. Das Mehl mit dem Dampfl und den anderen Zutaten zu einem Teig verarbeiten, bis er seidig glatt ist und Blasen wirft.
  3. An einem mäßig warmen Ort aufgehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  4. Mit einem Esslöffel Teigstückchen ausstechen, diese füllen und in eine mit Butter eingefettete Auflaufform geben.
  5. Mit einem Tuch zudecken und 30 min gehen lassen.
  6. Backofen auf 140 °C Ober-/ Unterhitze vorheizen. Buchteln 30 min goldbraun backen. Während der ersten 5 Minuten einen Spalt offen lassen.
  7. Buchteln stürzen, nach kurzem Überkühlen voneinander lösen und zuckern.