Genuss
25.06.2018

Nazi-Wortspiel und Bundesadler: Cola-Hersteller in der Kritik

"Not see Kola" wurde nach Protesten aus den Regalen eines US-Supermarktes genommen.

Kate Boyle im US-Bundesstaat Utah hat erst auf den zweiten Blick gecheckt, was sie da im Regal gesehen hatte: Ein durchsichtiges Cola mit der Aufschrift "Not See Kola" und einem Adler auf dem Etikett. "Not see" laut ausgesprochen, das klingt wie "Nazi"; und der Adler auf dem Etikett ist ein deutscher Bundesadler. Also: Nazi-Cola.

Sie tat, was Menschen heutzutage tun, wenn sie sich ärgern: Sie twitterte. Dass sie "schockiert" sei, dass so ein Produkt verkauft werde: "Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet." Und beschwerte sich bei der Kette Maceys, wo sie ihren Einkauf getätigt hatte. Maceys reagierte prompt und auch via Twitter: Die Produkte des Herstellers "Real Soda in Real Bottles" würden umgehend aus den Regalen entfernt.

Danny Ginsberg, selbst Jude und Geschäftsführer von "Real Soda", hatte gleich mehrere Erklärungen für den Namen des Getränks anzubieten: Zum einen, weil es durchsichtig sei, man es also nicht sehe – "not see" also. Und zum anderen würde "Not See", deutsch ausgesprochen, gar nicht "Nazi" bedeuten, sondern "Notsee" (was auch immer das sein sollte).

Ein Nazi ist Ginsberg ganz offensichtlich nicht, vielmehr ein Freund von durchaus kontroversen Wortwitzen: Real Soda bietet genauso Getränke mit den Namen "Orthodox Joose" und "Leninade", das gemischt mit Wodka einen Drink namens "Commie Kaze" ergeben soll. "Leninade" sei jedenfalls "ein Geschmack, für den es sich auszahlt, anzustehen".

Trotz der Kritik will Ginsberg nicht von seinen Produkten abweichen, auch wenn "jeder einen anderen Humor" hat.