Genuss 05.12.2011

Jeder Tropfen ein Genuss

© Bild: Ölmühle Fandler

Die Ölmühle Fandler produziert im oststeirischen Pöllau Öle, die höchsten Gourmetansprüchen gerecht werden. Plus: Rezepttipps zum Nachkochen und Genießen!

Seit 1926 hat sich die Ölmühle Fandler im oststeirischen Pöllau der Produktion feinster Öle verschrieben. Im Familienbetrieb führt mittlerweile Julia Fandler die Geschäfte. Seit dem frühen Tod ihres Vaters im Jahr 2006 hat sie es sich zum Ziel gesetzt, neuen Wind in die Ölmühle zu bringen, dabei aber die Liebe und Leidenschaft für das Produkt nicht zu verlieren und höchste Qualität und Reinheit zu gewähren.

Als Robert Fandler die Ölmühle Anfang der 1980er Jahre übernahm, stand er vor einem Scheideweg. Die Begegnung mit Johanna Budwig, eine Pionierin der Fettforschung, stellte die Weichen für die Produktion von kaltgepressten Ölen, die heute in insgesamt 17 konventionellen und 15 biologischen Sorten produziert. Abseits des Einheitsgeschmackes bietet sich dem Genießer so ein facettenreiches Geschmacksspektrum, denn nicht nur die für die Steiermark obligatorischen Kürbiskerne werden zu Öl, auch Exotisches wie die Macadamianuss, Mohn, Hanf oder Schilcher-Traubenkerne werden in der Mühle verarbeitet.

Bio ist nicht gleich Bio

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© Bild: Ölmühle Fandler

Ernst wird die sympathische Jung-Unternehmerin beim Thema Bio. Im Sortiment finden sich mittlerweile 15 biologische Öle. Aber Bio, das bedeutet für Fandler nicht nur, dass die Rohstoffe biologisch angebaut werden müssen. Die Weiterverarbeitung muss gewährleisten, dass die hohe Qualität der Rohstoffe erhalten bleibt. "Es helfen die besten Produkte nichts, wenn sie dann bei der Verarbeitung kaputt gehen." Dementsprechend hohe Ansprüche stellt Fandler an ihre Rohstoffe und deren Lieferanten. Diese musste sie im Laufe der Jahre erst "erziehen", denn vor geraumer Zeit galt noch die Einstellung: Zum Wegwerfen zu schade, zum Ölpressen gut genug.

Auch optisch ein Genuss

Das Besondere an den Fandler-Ölen erschließt sich dem Kunden aber nicht erst beim Kosten, wenn die Natur spürbar und schmeckbar wird. Bereits die Verpackung signalisiert das Außergewöhnliche. So sind die Öle nicht nur für den Gaumen, sondern auch für das Auge ein Genuss und willkommene dekorative Abwechslung für die Küche zuhause.

Die Produktion

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© Bild: Ölmühle Fandler

Bei der Führung durch den Betrieb bekommen Besucher einen spannenden und interessanten Einblick in das Press-Verfahren. Das ganze Jahr über ist die Mühle in Betrieb. Genau auf die Haltbarkeit der diversen Ölsorten abgestimmt wird in bestimmten Rhythmen produziert. Das Leinöl etwa wird zweimal wöchentlich frisch gepresst. Kleine Ölfrüchte, etwa Leinsaat, werden vor dem Pressen geschrotet, große - wie Walnüsse - gemahlen. Danach beginnt die "heiße Phase". Die Ölsaat wird in der Wärmepfanne auf bis zu 80 Grad erwärmt - trotzdem heißt das Verfahren Kaltpressung, denn im Vergleich zu industriellen Produktionen 200 Grad. Der Gasofen ermöglicht zwar eine sehr genaue Abstimmung der Grade, dennoch ist der Pressmeister mit seinem Feingefühl dafür verantwortlich, dass die Ölsaat die richtige Temperatur bekommt. Denn: Ist's zu heiß, gehen wichtige Nährstoffe verloren, ist's zu kalt, kann das Öl später nicht gepresst werden. Die Pressung erfolgt dann entweder in der fast schon antiken Stempelpresse oder in der modernen Schneckenpresse (produziert rund 200.000 Liter Öl pro Jahr), je nach Öl-Sorte. Zurück bleibt der so genannte Ölkuchen, der zu Futtermittel weiterverarbeitet wird. So findet selbst der eigentliche "Abfall" noch Verwendung.

Zu jedem Gericht das passende Öl

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© Bild: Ölmühle Fandler

Begnügen sich viele in der Alltagsküche mit gängigen Ölsorten wie Maiskeim, Sonnenblume oder Olivenöl, so appelliert Julia Fandler an die kulinarische Experimentierfreude. Ihr persönlicher Tipp: Haselnussöl zu warmen Desserts wie Palatschinken oder die Traubenkernöle (können bis zu 180 Grad erhitzt werden), die wie der Wein je nach Sorte zu verschiedenen Gerichten passen. So kann ein Gericht durch das passende Öl zu einem neuen Geschmackserlebnis werden.

Durch das Spektrum der Fandler-Öle kosten kann man sich übrigens im modern gestalteten Verkaufsraum der Ölmühle. Außerdem zu empfehlen: Die neu gestaltete Homepage mit interaktivem Webshop, in dem man sich sein individuelles Öl-Genuss-Paket zusammenstellen und bequem nach Hause liefern lassen kann.

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Erstellt am 05.12.2011