Genuss
03.05.2017

Dosen und Plastik verdrängen die Mehrwegflasche

Breites Mehrwegangebot von Getränkeproduzenten wird laut Greenpeace vom Handel selten genutzt.

Plastikflaschen, Dosen und Glaseinwegflaschen verdrängen immer mehr die umweltfreundliche Mehrwegflasche – ob bei Bier, Mineralwasser, Saft, Limonade oder Wein. Das konstatierte die Umweltorganisation Greenpeace, die erneut das Angebot von Mehrweg-Getränkeflaschen in den heimischen Supermärkten bewertet hat.

Der Grund dafür sei unklar, denn die meisten österreichischen Getränkeproduzenten bieten ein Mehrwegsortiment an, das hauptsächlich von der Gastronomie und dem Getränkefachhandel genutzt wird, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung von Greenpeace. Im Vergleich habe Unimarkt vor Interspar am besten abgeschnitten und erhielt nach dem Greenpeace-Marktcheck die Note "Gut".

Mehrweg-Glasflasche wird bis zu 40 Mal befüllt

"Der Blick ins Supermarktregal zeigt, dass es eng wird für die Mehrwegflasche. Dosen, Plastik und Wegwerfglas bedrohen die ökologischen Flaschen zum Wiederbefüllen – und das schadet unsere Umwelt", mahnte Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. Denn im Gegensatz zu der Mehrweg-Glasflasche, die bis zu 40 Mal wiederbefüllt werden kann, landet die Einwegflasche direkt im Müll. In Österreich gebe es über 100 Getränkeanbieter, die ihre Produkte in Mehrwegflaschen anbieten, doch das Angebot werde vom Handel nur begrenzt genutzt.

Bei Fruchtsäften und Limonaden sei das Angebot an Mehrweg in den Supermarktregalen gering, obwohl große Produzenten wie Pago und Pfanner Austria eine ökologische Alternative anbieten, so Greenpeace. Eine Ausnahme sei Unimarkt: Die Handelskette bietet bei Säften und Limonade eine Mehrweglösung an.

Steirische Winzter befüllen Mehrweg-Glasflasche

Bei Wein setze der Handel vermehrt auf Einwegflaschen. Dass Mehrwegsysteme in diesem Segment möglich sind, zeigt nach Recherchen der Tester die Allweg-Steiermarkflasche. Dank Spar würden diese Flaschen großflächig zurückgenommen, gereinigt und von den steirischen Winzern wieder befüllt. Nur im Bier-Regal finden Supermarkt-Kunden ein gutes Mehrwegangebot: Bier in der 0,5 Liter Pfand-Flasche ist österreichweit erhältlich – außer bei den Diskontern. Bei der immer beliebter werdenden 0,33-Liter-Flasche ortet Greenpeace jedoch Handlungsbedarf, denn diese ist im Osten Österreichs fast nur als Einweg-Variante zu finden.

"Das Angebot von Seiten der Getränkeproduzenten für die Mehrwegflasche gibt es bereits. Jetzt muss der Handel dieses Angebot wahrnehmen und die umweltfreundliche Alternative in den Fokus rücken", erklärte Simons. Zudem müsse der Handel die bereits in den Regalen angebotenen Mehrweg-Getränke besser platzieren und kennzeichnen. Attraktive Preise und mehr Aktionen könnten dieser Verpackungsform nach Ansicht von Greenpeace auf die Sprünge helfen.