© Valerie Loudon, apa

freizeit Essen & Trinken
12/05/2011

Gault Millau: "Da kommt Großes auf uns zu"

In Österreichs Kulinarik-Welt hat sich vieles getan - der Gault Millau 2012 fand talentierte Newcomer und überraschende Absteiger.

Alles neu beim Gault Millau? Ja und nein. Der Genussführer hat ein ordentliches Facelift bekommen und das kann sich sehen lassen: "Unser Ziel war es, weniger Telefonbuch, als viel mehr ein geschmackvoller Begleiter zu sein", erklären der Herausgeber Karl und die Chefredakteurin Martina Hohenlohe zur Runderneuerung des Gault Millau 2012. Das heißt? "Es gibt mehr Fotos, Rankings, großzügigere Einteilungen und weniger Symbole."

Doch die Verjüngungskur fand nicht nur äußerlich statt, sondern auch inhaltlich: Der Weinguide wurde komplett umgestellt. "Mehr als 2000 Flaschen wurden von den Winzern eingesendet und von unserer Jury innerhalb eines Monats blind verkostet. So kommt es zu noch objektiveren Ergebnissen und noch detaillierteren Empfehlungen für unsere Leser."

Den Restaurant- und den Wein-Guide gibt es nun auch als Applikation für mobile Endgeräte wie iPhone und iPad. Außerdem wurde das Repertoire auch kulinarisch erweitert: Die Tester eroberten Slowenien und kamen zu ganz erstaunlichen Ergebnissen.

Viel Bewegung Wie sieht es denn nun in der heimischen Gastro-Szene aus - was sind die spannendsten Highlights des aktuellen Gault Millau? "Es fand sehr viel Bewegung in den Bewertungen statt", erklärt Martina Hohenlohe. "Renommierte Haubenköche mit Evergreen-Potenzial haben den 18. Punkt eingebüßt - etwa Sieberer, Hanner oder Pucher. Auch Kim kochte die dritte Haube weg und Fabios hat gleich zwei Punkte verloren. Das sind zum Teil schon dramatische Ergebnisse."

Doch es wurden nicht nur Minus-Punkte ausgeteilt: In Südtirol gibt es erstmals einen Vier-Hauben-Betrieb (siehe rechts unten) . Außerdem haben die Gourmet-Experten gleich zwei junge Talente als Neueinsteiger mit drei Hauben bewertet: Silvio Nickol im Palais Coburg schaffte ebenso wie Stefan Lastin im Schlossstern in Velden 17 Punkte aus dem Stand. "Das hatten wir noch nie. Es scheint sich eine junge Elite anzubahnen - die Arrivierten können sich anschnallen, da kommt noch Großes auf uns zu."

Höchste Zeit, denn gerade die viel gepredigte Regionalität erweist sich in der Gastronomie immer öfter zum nicht hinterfragten Standard ohne regionsspezifische Besonderheiten: "Es bringt nichts, einfach irgendwo mitzuschwimmen. Man muss selbst aktiv werden, Mut zur Eigenständigkeit, zur eigenen Handschrift beweisen. Nur so kann man sich hervortun. Das vermissen wir in Österreich leider recht oft", hoffen Martina und Karl Hohenlohe künftig auf mehr Schwung und vor allem persönliche Noten in der Szene.

Und was ist der Wunsch für die nächste Saison? Wohin soll die Reise gehen? "Mehr Geld, weißere Zähne, 3,5 Kilo weniger, träumt Frau Hohenlohe. Und ihr Mann Kari: "Mehr Zeit, mehr Umfang, aber 13, 5 Kilo weniger."

Genussführer: Test mit Punkte-System

843 Restaurants wurden großteils mehrfach getestet und nach dem Gault-Millau-Punkte-System bewertet. Je höher die Punkteanzahl, desto mehr Hauben gibt es: 13 und 14 entsprechen einer Haube, 15 bzw. 16 zwei, für 17 und 18 Punkte gibt es drei Hauben, vier für 19 und 20 Punkte - 20 Punkte wurden in Österreich noch nie vergeben. Der Sprung zu einer weiteren Haube - etwa von 16 auf 17 Punkte - ist schwieriger als von 15 auf 16 Punkte.

Die besten Restaurants von Österreich, Südtirol, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei - im neuen "Gault Millau 2012" findet sich auf 568 Seiten voller Genuss. Erhältlich ist der renommierte Restaurant-Führer ab sofort um
33 Euro im Buchhandel oder auch online unter www.gaultmillau.at.

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