Hier dürfen Kinder mit dem Essen spielen

Jamie Olivers Food Revolution Day
Foto: KURIER/Jeff Mangione

Durch Jamie Olivers Initiative sollen Familien zum gemeinsamen Kochen motiviert werden.

Die Tomaten vom Markt duften, die Radieschen leuchten rot und die Karotten sehen aus, als wären sie gerade aus der Erde gezogen worden. Da juckt es sogar kleine Vitamin-Verweigerer in den Fingern. Für ihren Eltern-Kind-Kochworkshop hat die Foodbloggerin Alexandra Palla ("roughcutblog") frische Zutaten und kreativeKüchen-Spielzeuge vorbereitet. Mit ihnen können die Kids Karotten spitzen, Kartoffeln spiralisieren und Radieschenkekse ausstechen.

Jamie Olivers Food Revolution Day Foto: KURIER/Jeff Mangione Da darf auch der letzte Schrei auf dem Veggie-Markt nicht fehlen: "Zoodles" – Zucchini als Nudeln. Das Gemüse wird mit einem "Inspiralizer" in Spaghetti-Form geschnitten. "In den USA hat Ali Mafucci das Spiralisieren bekannt gemacht. Das ist wirklich witzig", freut sich Palla über die Begeisterung ihrer Tochter Josi. Als Botschafterin von Starkoch Jamie Oliver für den heutigen "Food Revolution Day" ist ihr genau diese Freude am Gemüse ein Anliegen: "Die Ernährungserziehung findet in der eigenen Küche statt. Deshalb ist es so wichtig, mit den Kindern zu kochen und möglichst frische Zutaten zu verwenden."

Naschen erlaubt

Jamie Olivers Food Revolution Day Foto: KURIER/Jeff Mangione Einen Teil ihres Vitaminbedarfs decken die Kinder gleich beim Vorbereiten. Mit Keksformen stanzen sie kleine Muster aus Kohlrabi oder Karotten heraus und naschen den Rest. Die Kekse können sie nachher als Dekoration im Salat verwenden oder sie werden kurz warm gemacht. "Am besten das Gemüse blanchieren, also in einem Sieb kurz in heißes Wasser halten. Bissfest schmeckt es den Kindern am besten", weiß der Ernährungsberater Axel Dinse von der Gemeinschaftspraxis Urban Health Concept. Der Trend gehe derzeit zu gesünderen Fetten: "In die Pfanne kommen Raps- oder Kokosöl." Er richtet mit seinen Töchtern Nika und Tizia Pitabrote mit Avocado, geröstetem Tofu und Dip an.

"Was kann man mit Zucchini machen, weil es hier viel von diesem Gemüse, aber so wenig Rezepte gibt?", fragt Palla in die Runde. "Zucchini-Maki, bei denen der Reis statt in Seetang in das Gemüse eingerollt wird", rät Dinse.

Weniger exotisch ist Pallas Rezept für einen Riesen-Kartoffel-Puffer. Die Kinder spiralisieren oder reiben die Kartoffeln, sie werden mit Ei und Obers gemischt im Backrohr zu einem knusprigen Rösti nach Schweizer Vorbild. Kinderleicht ist der Karfiol nach Art des Szenelokals Miznon: Karfiol im Ganzen kurz blanchieren, mit Olivenöl und Meersalz würzen und im Rohr grillen, bis die Röschen knusprig sind.

Jamie Olivers Food Revolution Day Foto: KURIER/Jeff Mangione Doch Achtung: Auch wenn die Kinder beim Kochen begeistert sind, kann die ganze Arbeit umsonst sein. Wer die Vitamine zu extravagant anrichtet, bleibt nach dem Spielen ganz darauf sitzen, zeigt sich im Gemüse-Workshop. Jamie Oliver rät zu einem pragmatischen Zugang: Auf seinem YouTube-Familienkanal wird etwa eine frische Tomatensauce für Spaghetti zubereitet. Damit die Kleinen beim nächsten Kinderbuffet den Unterschied zur ungesunden Fertigversion besser schmecken.

Projekt

Jamie Oliver kämpft für Vitamine

Genuss-Revolutionäre melden sich online an


„Derzeit sind 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig. 159 Millionen Kinder sind unternährt“, klagt der britische Fernsehkoch Jamie Oliver. Sein  „Food-Revolution-Day“ am 20. Mai soll das Bewusstsein für gesundes Essen verstärken.  650.000 Genuss-Revolutionäre haben sich bereits  angemeldet. 80.000 User verfolgen auf YouTube seine Familien-Rezepte.
 

(kurier / dd) Erstellt am
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