Genuss 05.12.2011

Feuer und Flamme

Spiritus als Grillanzünder ist keine gute Idee - Welche feurigen Irrtümer Sie noch vermeiden sollten lesen Sie hier.

1 Her mit der Kohle!
Nein, das ist kein Banküberfall, sondern eine Grillanweisung. Die meisten Österreicher grillen bevorzugt mit Kohle als Brennstoff. Viele meinen, dass das Fleisch dadurch ein besonderes Aroma bekomme. Das stimmt so nicht, denn die Kohle an sich gibt keinen Geschmack ans Grillgut ab. Lediglich der Rauch ändert etwas am Geruch.

2 Mit Benzin oder Spiritus lässt sich das Feuer besser entflammen und brennt schneller.
Vorsicht bei diesem Irrtum, er kann mit Verbrennungen und Krankenhausaufenthalt enden.

3 Alles ist möglich!
Nein, nicht alles sollte gegrillt werden. Generell sollte man sich auf einfache Gerichte beschränken, denn der Grill ist nicht mit einer Show-Küche zu verwechseln. Es ist schon schwierig genug ein Steak richtig hinzubekommen, da braucht es keine aufwändigen Speisen.

4 Vom Kühlschrank auf den Grill?
Auch das sollte man vermeiden. Zwar sollte das Grillgut nicht in der warmen Sonne sondern erst am Grill braten, es aber direkt vom Kühlschrank auf den Grill zu geben ist nicht empfehlenswert. So verliert es viel Flüssigkeit und wird trocken.

5 Vom Tiefkühler auf den Grill?
Ist aus denselben Gründen wie bereits erklärt nicht empfehlenswert. Eiskristalle zerstören beim Einfrieren die Fleischzellen und das Fleisch verliert am Grill viel mehr Saft.

6 Das Grillgut muss man stark würzen.
Davon ist abzuraten weil vor allem viel Salz dazu führt, dass dem Fleisch Wasser entzogen wird. Bei manchen anderen Gewürzen ist zu berücksichtigen, dass sie am heißen Grill schnell verbrennen, was Bitterstoffe und unangenehme Aromen frei werden lässt. Daher lieber nach dem Grillen zum Salzstreuer greifen.

7 Das Fleisch muss "bewegt" werden.
Wer glaubt, dass man das Grillgut häufig wenden sollte, liegt falsch. Abgestimmt auf die Fleischgröße und -dicke sollte man es zunächst auf beiden Seiten anbraten und dann abseits der heißen Glut fertig garen.

8 Grillbesteck ist etwas für Anfänger, eine Gabel tut's auch.
Wer dieser Ansicht ist sollte erst gar nicht mit dem Grillen beginnen. Grillbesteck erfüllt nämlich zwei wichtige Funktionen: Erstens schützt es durch den langen Stiel vor Verbrennungen und Fettspritzern zweitens, das gilt für Grillzangen, wird damit nicht ins Fleisch gestochen. Dadurch würden nämlich die Poren verletzt und die Fleischsäfte auslaufen.

9 Gepökeltes Fleisch kann auch auf den Grill.
Nein, das hat dort nichts verloren.

10 Mit Bier kann man nicht nur den Durst sondern auch das Grillgut "löschen".
Davon ist tunlichst abzuraten, da die Fleischporen beim Ablöschen bereits verschlossen sind, nimmt das Grillgut das Bieraroma nicht mehr an. Das Ablöschen mit dem Gerstensaft führt lediglich zu Verunreinigungen des Fleischs da durch den Dampf Aschepartikel aufgewirbelt werden.

Erstellt am 05.12.2011