Genuss 09.01.2012

"Fat Bastard" oder "LSD" - Schräge Weinnamen

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Ob Hänge, Vornamen oder einfach Fantasiebezeichnungen - auf Weinflaschen findet man allerlei interessante Namen. Ein Auszug kurioser Namensgebungen.

Besonders in den USA haben edle Tropfen ungewöhnliche Namen. Warum so mancher Winzer den Namen seiner Liebsten wählt, ist leicht beantwortet. Doch bei einigen kuriosen Bezeichnungen, fragt sich der Genießer nach dem Sinn. Der hat oft nichts mit dem Wein selbst zu tun, sondern mit Vorlieben, Philosophien oder Marketingentscheidungen der Macher.

In vielen Fällen ist der Konsument wohl froh, dass nicht das drinnen steckt, was drauf steht. "7 deadly sins" aus Lodi oder "Arrogant Frog" (aus den Hügeln des Languedoc) sind harmlos und humorvoll. Unappetitlich wird es bei "Le Vin de Merde" (frei übersetzt: Wein der Scheiße) und "Cat`s Pee on a Gooseberry Bush" (aus Neuseeland). Dem Absatz scheinen solch schräge Bezeichnungen nicht zu schaden. Ob Rot- oder Weißwein ist dabei nicht von Bedeutung. So gibt es den "Naked" Chardonnay, wobei sich das "nackt" auf das Weingut bezieht. Der "Biker" ist ein Zinfandel. Das amerikanische Weingut Michael David Winery aus Lodi scheint sich den sieben Todsünden verschrieben zu haben. Ein Auszug aus ihren Weinen liest sich beinahe wie die Bibel: "Lust", "Rapture" (Verzückung), "Gluttony" (Fresssucht) und natürlich die sieben Todsünden.

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Auch in Österreich gibt es durchaus humorvolle und teilweise absichtlich missverständliche Bezeichnungen. So präsentierten vor kurzem drei Jungwinzer aus dem Burgenland ihren "LSD" - der hat mit dem bekannten Halluzinogen wenig zu tun. Die drei Buchstaben stehen schlicht für die Namen der Winzer (Liszt, Silberknoll und Dragschitz). Richtig angeordnet regen sie das Interesse an. Auch bei der Namensgebung ihres Erstlings, einem Grünen Veltliner, bewiesen die drei Fantasie: Kiss me green.

Ebenfalls im Burgenland, jedoch in einer anderen Ortschaft, findet der Interessierte den "Nottropfen" oder "Föllig blau" von Wohlrab.

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Die schrägsten Namen stammen aus Frankreich und den USA

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© Bild: Hersteller

Das klassische Weinland schlechthin steht für besonders schräge Bezeichnungen. Anders als in Österreich, wo besonders gerne der Name des Hanges, an dem sich der Weingarten befindet, genommen wird. In Frankreich zählt die Fantasie. Namen wie "Frogs Piss", "Fat Bastard" oder der schon erwähnte "Le Vin de Merde" stammen von dort.

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Ob Kussbezeichnungen oder die Namen der Hügel - wichtig ist, dass der Wein aus dem Angebot heraussticht. Dabei ist natürlich in erster Linie der Name wesentlich. Doch eines beeinflusst die Kunden beim Kauf mehr, als ein schräger Name: Eine auffällige Etikette. Dabei bleibt nur zu hoffen, dass uns die Bilder zu den teils ungustiösen Bezeichnungen erspart bleiben. Aber neben Auffälligkeiten aller Art gilt es eines nicht zu vergessen: Schmecken sollte das Tröpfchen, sonst nutzt die ganze Arbeit nichts.

Erstellt am 09.01.2012