Genuss
22.05.2018

EU-Abgeordnete stehen auf das "Cafe d'Autriche"

Die Pressebar im Rat der EU wurde 2006 von der damaligen Außenministerin Ursula Plassnik eingeweiht.

Auf der Suche nach Spuren Österreichs in den Brüsseler EU-Institutionen landet man früher oder später im "Cafe d'Autriche". Die Pressebar im Rat der Europäischen Union wurde 2006 zum Auftakt der vorangegangenen österreichischen EU-Ratspräsidentschaft von der damaligen Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) der Vertretung der EU-Staaten als Geschenk übergeben.

Mittlerweile ist die Bar zu einer Institution innerhalb der EU-Institutionen geworden: Nicht nur Journalisten, sondern auch Delegationsmitglieder, Ratsbeamte und Minister halten sich in ihr auf, um entweder in Hintergrundgesprächen zu informieren, Nachrichten auszutauschen oder einfach bei einer Tasse Kaffee zu entspannen. Das "Cafe d'Autriche" wird heute von dem Catering-Unternehmen Eurest betrieben, das auch andere Kantinen und Cafes in den europäischen Institutionen versorgt und zur britischen Compass-Group gehört.

Ab Mitternacht gibt es keinen Alkohol

Die Pressebar im Rat hat üblicherweise nur während der EU-Ministerräte und EU-Gipfel geöffnet. Dann aber kann sie auch bis in die frühen Morgenstunden offenhalten  allerdings wird ab Mitternacht kein Alkohol mehr ausgeschenkt. Während der Fußball-Europa- oder Weltmeisterschaften werden auf den TV-Flachbildschirmen Spiele anstatt des sonst üblichen Euronews-Programmes übertragen, und mitunter finden sich dann in Gipfelpausen mehr als fußballbegeisterte Zuschauer im "Cafe d'Autriche" ein.

Ursprünglich hätte es ein traditionelles Wiener Kaffeehaus werden sollen. Herausgekommen ist am Ende ein modernes, luftiges Cafe des Architekten Eduard Neversal mit kaminroter österreichisch-finnischer Ausstattung, verspielten Lichtelementen und Sofa-Ecke, das ein moderneres Bild von Österreich abgeben sollte. Der Umbau der Pressebar kostete damals etwas weniger als 300.000 Euro. Zur Eröffnung servierte Plassnik einen Europa-Gugelhupf, bestehend aus verschiedenen Zutaten der damals 25 EU-Mitgliedsländer.

"Es ist ein netter Platz", sagt Romain Sadet, Pressesprecher im EU-Rat. Früher hätten sich die EU-Vorsitzländer noch häufiger mit diversen Einrichtungen in dem wuchtigen Justus-Lipsius-Ratsgebäude verewigt. "Eine Tradition, die es nicht mehr gibt", sagt Sadet. Durch den 2009 in Kraft getretenen EU-Vertrag von Lissabon wurden die EU-Ratspräsidentschaften weniger sichtbar, bei Gipfeln und Außenministerräten traten fixe Ratspräsidenten an ihre Stelle.

Auf dem Weg ins EU-Ratsgebäude stellen die EU-Vorsitzländer üblicherweise im Foyer Kunstwerke, Fotoausstellungen oder Infowände aus. Das Kulturprogramm der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft wird aber erst später präsentiert.