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Genuss
08/10/2019

Cesár Sampson im Nic von Grün: „Fleisch macht faul“

Sänger Cesár Sampson isst nahezu hauptsächlich Gemüse. Am liebsten zusammengestellt von Nicolai Reimond in dessen neuem Lokal Nic von Grün von Anna-maria Bauer

Hohe, weiße Räume, kaum Dekoration, kleine quadratische Holztische. Selten hat das Wort puristisch so gut auf ein Lokal gepasst, wie auf das „Nic von Grün“ in der Krugerstraße 7 im ersten Bezirk. Genauso puristisch wie die Einrichtung ist das Konzept: Es gibt Salate, Bowls und Wraps, acht Kreationen – saisonal abwechselnd. Am beliebtesten ist derzeit die Bowl „Hollywood“ mit Babyspinat, rotem Reis, Pulled Chicken (gezupftes Hühnerfleisch), Tomaten, Gurken, Koriander, Sesamcreme und Spicy Mayo. Wem die angebotenen Kombinationen nicht zusagen, kann sich seine Bowl selbst zusammenstellen.

Das Lokal hat Nicolai Reimond im November 2018 eröffnet. Der 41-jährige gebürtige Innsbrucker hat sich in den vergangenen Jahren mit seinem Pop-up-Projekt „Naked Kitchen“ einen Namen gemacht. Dabei verwandelte er ungewöhnliche Orte, wie alte Remisen in Kurzzeit-Restaurants. Das Konzept der Salatbar hat er auf Reisen in New York und Kalifornien kennengelernt.

Ein Gast, der sich immer öfter hier eine Stärkung holt – vor allem im Sommer, wenn er viel unterwegs ist und nicht oft selbst zum Kochen kommt – ist Sänger Cesár Sampson (35).

Cesár Sampson, Bowls und frische Salate boomen endlich auch in Wien. Wieso kannst du gerade das „Nic von Grün“ empfehlen?

Ich esse ja eigentlich nur Speisen, wie sie hier serviert werden: Ganz leichte Gerichte, frisches Gemüse, Salate, Bowls. Von daher ist es genau mein Beuteschema (lacht). Und dieses Lokal ist eines, bei dem die Zutaten – im Vergleich – am frischesten und am ansprechendsten angerichtet sind. Richtiges Lieblingsgericht habe ich keins. Ich mag alles – solange es ohne Fisch oder Fleisch ist.

Du trainierst dreimal die Woche und isst weder Fleisch noch Fisch?

Das habe ich Anfang 20 losgelassen. Da hat mir mein Körper gesagt, das taugt ihm nicht, vor allem das Gefühl im Bauch.

Und nur Salate und Bowls machen dich satt?

(In dem Moment erscheint Lokalbesitzer Nicolai Reimond und serviert eine „Mahè“-Bowl – ohne Lachs – mit Avocado, Quinoa, Rucola, Mango, Tomaten, Asia Dressing und Spicy Mango. „Lustig“, sagt Nicolai Reimond, „eine der häufigsten Fragen der Gäste ist, ob die Salate auch satt machen.“)

Es kommt ja vor allem auf die Nahrungsbausteine an. Wenn ein Salat die Hauptspeise sein soll, dann brauche ich eben meine Fettquelle – das kann eine Avocado sein, aber auch Nüsse oder Nussöl. Ich brauche außerdem eine Proteinquelle wie Erbsen oder Bohnen. Und etwas Säure – nicht unbedingt Essig, da ist ja so viel Zucker drin, vielleicht also eine Frucht, Birne oder Papaya, zum Beispiel. Da gibt’s ja Tausende Rezepte. Klar macht das satt.

Nahrungsbausteine, Proteinquelle, kein Fleisch – das klingt nach einem strikten System. Bleibt da nicht der Genuss auf der Strecke?

Gar nicht! Genuss hat ja mit dem Geschmack zu tun, mit den Sinnen. Ich persönlich glaube ja, dass der Fleischkonsum in unserer Kultur faul macht. So lange Fleisch am Teller ist, braucht man eigentlich nur ein bisschen Garnitur daneben und dann ist man eh schon happy. Ich bin der Meinung, die Vielfalt entdeckt man erst, wenn man sagt, ich nehme Gemüse einmal nicht als Garnitur.

Bist du generell ein konsequenter Mensch?

Überhaupt nicht! Ich bin da wirklich die Antithese. Ich bin sonst gar nicht gut darin, Regeln zu befolgen.

Das heißt, du sündigst dann auch wirklich nie? Kein heimliches Laster?

Also, ein Guilty Pleasure gibt es vielleicht schon. Obwohl das nicht so sehr mit Genuss zu tun hat, denn ich genieße alles, was ich esse, aber aus Zeitmangel greife ich manchmal zu einem Proteinriegel.

Aber keine Chips, keine Schokolade, kein Eis?

Gegen Schokolade ist ja nichts zu sagen. Da ist ja eigentlich das Gleiche drin wie in einem Proteinriegel, nur ist das Verhältnis Protein zu Zucker anders. Aber eine „falsche“ Essentscheidung erzeugt genauso wenig ungesunde Ernährung, wie eine einzige „gute“ Entscheidung in eine gesunde Richtung führt.

Infos

Nic von Grün

Das Bistro „Nic von Grün“ bietet gesunde Salate, Bowls und Wraps.  Kunden können aus einer kleinen Karte wählen (etwa  „Mahè“ mit  Spicy Lachs, Quinoa, Avocado, Rucola, Mango und Asia Dressing oder „1150“ mit rotem Reis, Romanasalat, Hühnerbrust, Feta, Kirchenerbsen und Trüffel-Mayo und Joghurt-Gurke-Dressing).  Alternativ können sich  Gäste ihre Bowls  auch  selbst  zusammenstellen. Die Zutaten stammen von Produzenten aus der Region.  Lokalbesitzer ist Nicolai Reimond, der  unter dem Namen   „Naked Kitchen“ Kurzzeitrestaurants an ungewöhnlichen Orten errichtet.

Adresse: 1., Krugerstraße 7

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr 

Cesár Sampson

Der Sänger hat beim Song Contest 2018 den dritten Platz erreicht. Im August wird seine neue Single herauskommen. Am 10. August tritt er beim FC Pinzgau Open Air 2019 auf. Weitere Infos gibt es hier.