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Genuss
07/31/2019

Beerenobst: Bunte Power-Früchte mit großer Wirkung

Sie schmecken nicht nur hervorragend, sondern haben auch einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.

von Oliver Scheiber

Zu Beginn eine kleine Quizfrage: Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Ribisel und Weintraube – was ist, botanisch gesehen, eine Beere? Die Mehrheit der Leser würde sicher sofort auf die ersten vier tippen. Fehlanzeige. Denn weder Erdbeere, Himbeere noch Brombeere sind Beeren, Ribisel und Weintrauben hingegen schon. Für Botaniker ist die Erdbeere eine Sammelnussfrucht, Himbeeren und Brombeeren sind Sammelsteinfrüchte. Hingegen gelten Paradeiser, Paprika, Kürbisse, Gurken, aber auch Kiwis und Melonen als Beeren.

Beerenobst

Wenn wir umgangssprachlich von Beeren sprechen, meinen wir das Beerenobst. Und das hat es in sich. "Beeren sind ein wahres Superfood, denn sie schmecken nicht nur hervorragend, sondern besitzen viele wertvolle Inhaltsstoffe, die besonders gut für uns sind", sagt die Diätologin und Bloggerin Verena Lang. Neben ihrem hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sind sie auch reich an Ballaststoffen. Diese wirken sich vor allem positiv auf die Verdauung sowie die Darmflora aus und machen schnell und vor allem anhaltend satt. "Außerdem enthalten Beeren eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide und Anthozyane. Diese Farbstoffe wirken entzündungshemmend, blutdruckregulierend und antioxidativ – sie schützen also den Körper vor Schädigung durch freie Radikale und reparieren beschädigte Körperzellen", sagt Lang.

Erdbeerland

Das beliebteste Beerenobst in Österreich ist übrigens nach der Weintraube – wie wir jetzt wissen eine echte Beere – die Erdbeere, gefolgt von der Himbeere, dann kommt die Heidelbeere. Welche Beeren sind eigentlich am gesündesten? "Alle Beeren haben gesundheitsfördernde Wirkungen, doch wenn es um den Vitamin-C-Gehalt geht, sticht besonders die schwarze Ribisel hervor", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Lang.

Ob pur als Snack, als Marmelade, Fruchtmus, Smoothie oder Topping von Milchreis, Porridge und Co.: Beeren sind in der Küche vielseitig einsetzbar. "Beim Einkauf sollte man darauf achten, zu Beeren zu greifen, die gerade Saison haben und auch aus der Region kommen. Dann ist nämlich nicht nur der Geschmack besser, sondern auch der Vitamin- und Nährstoffgehalt bleibt aufgrund der geringen Transportwege erhalten und die Umwelt wird weniger belastet", sagt Lang.

Beeren und was sie können

Um die Beeren optimal zu lagern und Schimmelbildung zu vermeiden, sollte man sie ungewaschen auf ein Küchenpapier nebeneinander auf einen Teller legen und in den Kühlschrank stellen. So halten die Früchte bis zu einer Woche frisch – ungekühlt meist nur einen Tag. Erst kurz vor dem Verzehr und dem Weiterverarbeiten sollten die Beeren gewaschen werden. Tiefgekühlt halten sich Beeren dann mehrere Monate. "Dazu die Früchte zunächst waschen, trocknen, einfrieren und bei Bedarf einfach auftauen", sagt Lang.

Kühl und gut fürs Blut

Auch aus TCM-Sicht (traditionelle chinesische Medizin) sind Beeren nicht zu verachten. „Je nachdem, in welcher Jahreszeit ein Obst wächst, hat es eine dementsprechend unterstützende Wirkung“, erklärt TCM-Ernährungsberaterin Tanja Lamplmair. "Wenn wir jetzt auf die Beeren eingehen: Sie sind eher ein Sommerobst. Das heißt, sie schützen uns vor der Hitze, vor dem Austrocknen und sie kühlen."

Beeren bauen auch das Qi, die Lebensenergie, auf. "Sie stärken uns ein Stück weit, unterstützen uns bei Appetitlosigkeit, Verdauungs- oder Bindegewebsschwäche." Beeren haben aus TCM-Sicht vor allem für das Blut eine große Bedeutung: Sie wirken blutaufbauend und bluterfrischend. "Unser Blut ist ja aus Sicht der chinesischen Medizin eine Flüssigkeit in uns, die sehr kostbar ist, die wir brauchen. Ich beschreib das immer gern so: Wenn man unseren Körper als Motor sieht, brauchen wir das Öl dazu, das gut schmiert. Wir brauchen aber auch die Kühlflüssigkeit, damit der Motor nicht überrennt und heiß wird. Und das unterstützt das Blut, es arbeitet als Kühlflüssigkeit", sagt Lamplmair.

Kraft von innen

"Wenn unser Motor übergeht, weil wir Stress, Belastungen, Infekte haben, dann sind das Sachen, die Hitze in uns rein bringen. Dann ist es ganz wichtig, dass unser Blut gut aufgebaut wird, damit es uns innerlich unterstützen kann. Und dabei können Beeren helfen."

Lust auf frische Beeren bekommen? Dann nichts wie raus in die Natur und naschen. Denn so schmecken sie am besten.

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