Genuss
07.12.2018

Barilla macht mit eigener Schokocreme Nutella Konkurrenz

Der italienische Pasta-Konzern will dabei auf umstrittenes Palmöl verzichten.

Der italienische Nudel-Konzern will Ferrero die Butter vom Brot nehmen - genauer: den weltweit berühmten Schokonussaufstrich. Nutella soll im Land seiner Erfinder ernsthafte Konkurrenz bekommen. Mit Pan di Stelle (Sternenbrot) will das Unternehmen den unangefochtenen Marktriesen angreifen. Bisher hat Barilla unter dem Namen Pan di Stelle Schokokekse mit Sternen im Sortiment.

Nachhaltiger Schokogenuss

Die Macher setzen nicht nur auf die Geschmacksnerven, sondern auch auf das Gewissen der Verbraucher: Sie wollen anders als der Goliath unter den Schokocremes auf Palmöl verzichten. Ferrero verarbeitet für die 1946 in Alba in Norditalien erfundene Nutella weiterhin das Öl, das unter anderem für die besonders glänzende Textur und die Cremigkeit des Aufstrichs sorgt.

Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren den Konzern dafür seit langem, obwohl Greenpeace und der WWF in Sachen Lieferketten und nachhaltige Produktion dem Produkt seinen Segen gegeben haben. Für Palmöl-Plantagen werden oft große Flächen Regenwald vernichtet.

Barilla wirbt zudem damit, dass Pan di Stelle "nur" etwas über 500 Kilokalorien pro 100 Gramm hat - bei Nutella sind es 593. Die Nüsse seien zu "hundert Prozent italienisch", der Kakao fair angebaut in der Elfenbeinküste.

Doch richtig gefährlich werden dürfte der Angriff nicht. Nutella beherrscht weiterhin unangefochten den Markt: Der Anteil beträgt weltweit laut Euromonitor 54 Prozent, in Italien sind es sogar 88 Prozent. Der bisher größte Mitbewerber bei Schokoaufstrichen, die türkische Yildiz Holding, deckt mit Cokokrem gerade mal zwei Prozent des Weltmarkts. Die Nutella-"Fans" "sind eine Macht am Frühstückstisch", sagt Euromonitor-Experte Emil Fazira.