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Tödliche Verwechslungsgefahr: Bärlauch-Saison hat gestartet
03/01/2017

Tödliche Verwechslungsgefahr: Bärlauch-Saison hat gestartet

Maiglöckchen und Herbstzeitlose haben täuschend ähnliche Blätter und sind giftig.

Bärlauch ist einer der ersten Frühlingsboten, sein Geruch sticht sonnenhungrigen Spaziergängern in Parks und Wäldern in die Nase. Seine Blätter sind nicht nur schmackhaft, sie werden auch als Mittel gegen Atherosklerose und hohen Blutdruck verwendet, ebenso zur Entschlackung. Doch das Gewächs sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich, was tödlich enden kann.

Der stechende Knoblauchduft ist einmalig und schon aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmbar, doch das äußere Erscheinungsbild kann täuschen. Wichtigstes Charakteristikum des Bärlauchs: Seine Blätter treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Beim Zerreißen riecht der Saft stark nach Knoblauch.

Tödliche Verwechslungsgefahr

Doch er tritt oft zeitgleich mit der tödlich giftigen Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) auf. Deren Blätter sind schmal-länglich, sitzen ohne Stiel am Stängel und treiben in Büscheln aus dem Boden. Die jüngeren werden von den älteren Trieben umgriffen. Der Saft der Herbstzeitlose ist geruchlos. Wenn man zuvor schon Bärlauch gesammelt hat, kann allerdings der auf den Händen klebende Saft bei einer Überprüfung einen Knoblauch-Duft vortäuschen.

Schon drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose können tödlich sein. Dabei wirkt das in der Pflanze enthaltene Zellgift - Colchicin - erst nach mehreren Stunden. Erste Vergiftungserscheinungen treten in Form von Übelkeit und Erbrechen auf. Es folgen Durchfälle, Darm-, Blut- und Knochenmarkzellen werden zerstört, was nach etwa zwei Tagen zum Tod führen kann.

Was passiert, wenn Sie Maiglöckchen mit Bärlauch verwechseln

Verwechslungen mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) haben meist nicht so gravierende Folgen: Giftig sind für den Menschen Glykoside, die Herzrhythmusstörungen verursachen können. Diese werden vom Darm jedoch nur schlecht aufgenommen und von der Niere rasch ausgeschieden. Lebensgefährliche Vergiftungen sind selten. Die Pflanze wächst meist paarweise, wobei ältere die jüngeren Blätter umgreifen.

Bärlauch wächst in schattigen, humusreichen Auen und Flusswäldern mit besonders vielen Nährstoffen. In den Alpen findet man die 15 bis 30 Zentimeter langen Blätter und Stängel bis in Höhen von 1.700 Meter. In der Küche werden nur junge Blätter vor der Blüte verwendet. Da der "wilde Knoblauch" nur örtlich in großen Mengen wächst, sollten nur ein bis zwei Blätter abgezupft werden und die Zwiebel eingegraben bleiben.

Der knoblauchähnliche Geschmack des Bärlauchs ist milder als Garten-Knoblauch und verursacht, in mäßigen Mengen genossen, keinen lästigen Geruch. Zum Würzen werden am besten frische Blätter verwendet. Bärlauch sollte generell nicht gekocht, sondern roh unter heiße Speisen - wie Suppen, Soßen und Gemüse - gemischt oder als Salat verwendet werden. Gesund ist die Pflanze nicht nur für Menschen: Auch Bären suchen das Kraut angeblich nach dem Winterschlaf, um Magen, Darm und Blut zu reinigen.

3 Bärlauch-Rezepte zum Nachkochen

Bärlauchspätzle mit Bärlauch-Schafkäsesauce

Zutaten für die Spätzle: 400 g Weizenvollmehl 3 Eier 300 ml Wasser 1 Prise Salz 160 g Bärlauch

Zutaten für die Schafkäsesauce: 400 g milder Schafkäse 1/2 l Gemüsebrühe 1 EL Sauerrahm 350 g Bärlauch Salz, Pfeffer etwas Parmesan

Weizenvollmehl, Eier, Wasser und Salz vermengen.

Bärlauch waschen, fein hacken und unter den Teig mischen.

Mit Hilfe eines Nockerlsiebes portionsweise in kochendes, leicht gesalzenes Wasser geben und bei wenig Hitze ca. 5 Minuten leicht wallend kochen und dann abseihen.

Für die Sauce Schafkäse kleinwürfelig schneiden und mit Gemüsebrühe sämig einkochen lassen.

Bärlauch waschen, fein hacken, der Sauce beigeben und einige Minuten leicht köcheln lassen. Sauerrahm einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Spätzle auf der Sauce anrichten und mit etwas frischem Bärlauch und geriebenem Parmesan garnieren.

Tipp: Dazu passt Schinken.

Wildgemüseauflauf

Zutaten: Ca. 300 g Wildgemüse (Bärlauch, Brennnesseln, Giersch oder Melde) 2 mittelgroße Zwiebeln ca. 100 g altbackenes Brot oder 2 Semmeln Gemüsesuppe 1 Bund Petersilie 2 El Olivenöl 2 Eier 100 ml Milch 70 g Käse Muskatnuss Kräutersalz Pfeffer

Wildgemüsemischung putzen, waschen und in kochendem Salzwasser 1 Minute blanchieren.

Petersilie fein hacken. Zwiebeln schälen, fein hacken und mit Petersilie in Öl andünsten. Gemüse dazugeben, mit 1/4 l Gemüsebrühe aufgießen, dünsten. Mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.

Das Weißbrot würfelig schneiden. Eier mit Milch verrühren, mit Muskatnuss würzen und über die Weißbrotwürfel gießen, 5 Minuten stehen lassen, nochmals durchrühren. Das blanchierte Gemüse untermischen. Falls die Masse zu flüssig ist, noch Semmelwürfel hinzufügen.

In eine befettete Auflaufform füllen, mit geriebenem Käse bestreuen und bei 180 GradC ca. 30 Minuten backen.

Erdäpfel-Bärlauch-Strudel

Zutaten für 4 Personen.Strudelteigblätter60 dag Erdäpfel20 dag Bärlauchetwas Raspöl1/8 l SauerrahmKräutersalzPfeffer1 Prise MuskatnussButter zum Bestreichen

Erdäpfel kochen, schälen und kleinwürfelig schneiden.

Bärlauch waschen, in Streifen schneiden und in wenig Öl kurz anschwitzen.

Erdäpfelwürfel, Bärlauch und Sauerrahm vermengen und mit Kräutersalz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Strudelblätter mit etwas zerlassener Butter bestreichen und pro Strudel zwei Strudelblätter aufeinanderlegen.

Bärlauchmasse auf das untere Drittel des Teiges streichen, zusammenrollen und Strudel mit zerlassener Butter bestreichen.

Bei 180 Grad im vorgeheizten Backrohr ca. 20 Minuten backen. Dazu passt ein Jogurt-Dip.

In der Broschüre "Wilde Sachen zum Selbermachen" hilft "die umweltberatung" mit einem Wildpflanzenposter und vielen Rezepten beim Sammeln, Kochen und Haltbarmachen von Bärlauch.

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