Am Herd mit Paul Gessl

Foto: stephan boroviczeny

Der Chef der "Niederösterreichischen Kulturwirtschaft GmbH" lädt uns in seinen historischen Garten im Weinviertel ein. Und das Wetter spielt ausnahmsweise mit.

Kochen würde der umtriebige Kulturmanager ja nie, grillen dafür umso lieber. Ein richtiger Mann halt. Und ein Gesellschaftsesser. "Wenn ich allein daheim bin, ess ich den ganzen Tag nix." Für unser Date hat er sich ein ordentliches Stück Fleisch besorgt, ein spezielles, lang gereiftes T-Bone-Steak vom Höllerschmid in Etsdorf/Kamp, 6 cm dick, 1 kg schwer. Das tolle Ding würzt er mit ganz schön viel Pfeffer, einer geheimen Mischung von seinem Freund Toni Mörwald und mit Fleur de Sel. "Das hab ich aber nur, weil wir in der Provence auf Urlaub waren, normalerweise gibt`s bei uns österreichische Produkte."

Foto: stephan boroviczeny

Gemeinsam mit vier Geschwistern wuchs er in einer Bauernfamilie in Zellerndorf auf. "Als Ältester musste ich studieren." Sein Bruder führt den elterlichen Betrieb. Liebevoll massiert Gessl die Gewürze mit Olivenöl in das Fleisch ein. Zeit zu Hause ist für ihn etwas besonders Wertvolles, ist er doch sechs Abende pro Woche unterwegs. Für 27 renommierte Kulturbetriebe zeichnet er als Holding-Chef verantwortlich - darunter das Donaufestival, die Kunsthalle Krems, das Nitsch-Museum. Und natürlich für die herrliche Anlage in Grafenegg. "Binnen fünf Jahren so einen Standort zu etablieren - eine Erfolgsstory par excellence, die uns da geglückt ist." Am 19. August startet das Musik-Festival Grafenegg 2011. Gessl wirft den Gasgrill an und schneidet die Heurigen in dicke Scheiben. "Erdäpfel brauch i zu jeder Speise." Dazu Weinviertel DAC, Weinbau Gessl, versteht sich. Das wuchtige Steak zergeht auf der Zunge. "Wenn i was kann, kann i was einschätzen."

Foto: stephan boroviczeny

1 dry-aged T-Bone- Steak (ca. 1000 g)
grobes Salz, Pfeffer
Grillgewürzmischung mit Chili und Rosmarin
Olivenöl
1 kg große, heurige Erdäpfel

Das Fleisch abwaschen und trocken tupfen. Mit Salz, Pfeffer und der Grillgewürzmischung bestreuen, die Gewürze mit einem Schuss Olivenöl gut einmassieren. Den Grill vorheizen, das Fleisch 8-10 Minuten auf jeder Seite zugedeckt bei mäßiger Hitze grillen, dann 10 Minuten warm rasten lassen. Die Erdäpfel in 1-2 cm dicke Scheiben schneiden, mit Öl einstreichen, salzen, rund um das Fleisch legen, einmal umdrehen.

Foto: stephan boroviczeny

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Den gefüllten, faschierten Braten bei Großfamilie Gessl.

Was würden Sie nie essen?
Schlangen, Kröten, Schnecken.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Unsere Hausmannskost.

Ihr Lieblingslokal?
Figl in Ratzersdorf und Traube in Feuersbrunn.

Wo kaufen Sie am liebsten ein?
Gar nicht. Das macht meine Frau.

(KURIER / Heidi Strobl) Erstellt am
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