Genuss 18.04.2012

Am Herd mit Gregor Seberg

Am Herd mit Gregor Seberg © Bild: KRISTIAN BISSUTI

Lesungen, Kabarett, Theater – im SOKO-Donau-Kommissar steckt viel mehr als nur ein "Fernseh-Kiwara". Ein experimentierfreudiger Koch mit Maggi-Leidenschaft.

KRISTIAN BISSUTIGREGOR SEBERG, KOCHEN
© Bild: KRISTIAN BISSUTI

"Ich bin ein Gehetzter", sagt Gregor Seberg und verlässt mein Haus kaum dass er gekommen ist. Aber gleich steht er wieder da, in der Hand sein Heiligtum: Maggiflascherln. Drei herzige Miniaturen. Für seine neue Küche plant er sogar einen Maggi-Schrein, mit Flaschen in allen Größen, aus aller Welt. Ich fürcht mich schon ein bisserl. Doch aus den Einkaufssackerln des Steirers kommen erfreulich einfache Zutaten wie Schweinefleisch mit Schwartl, Wurzelwerk, Erdäpfel. Wurzelfleisch? Richtig! "Einfach und schnell zu machen und total gesund. So ehrlich, nicht so ein Designer­essen." Früher, nach seiner Naturschnitzel-mit-Reis-Phase, hat der Schauspieler viel experimentiert. Rind mit Schokolade, Wok-Kreationen. Jetzt kocht er gern Bodenständiges und er fragt sich, ob das wohl eine Alterserscheinung ist.

 

KRISTIAN BISSUTIGREGOR SEBERG, KOCHEN
© Bild: KRISTIAN BISSUTI

Jedenfalls, so meint er, sei Wurzelfleisch ein wahnsinnig sinnliches Essen. "Wenn du das für eine Frau kochst, sagt sie sich, der kann aus nichts was machen." Spricht’s und schmeißt den Bund Wurzelwerk gleich mitsamt den Gummiringerln in den Topf. "Daran merkt die Frau dann – der is total nervös." Abgeschaut hat Seberg sich viel von seiner Oma. "Sie war eine super Köchin." Beim meditativen Wurzelschneiden findet auch er eine gewisse Ruhe. Besonders wichtig ist ihm der ungleichmäßige Schnitt, der zu verschiedenen Härtegraden und einem entsprechend interessanten Biss führt. "Das sind die kleinen Raffinessen." Gewollt oder ungewollt – die mehr oder weniger knackig gegarten Wurzeln mit dem scharfen Kren schmecken köstlich. Obwohl er übers Reden doch glatt aufs Maggi vergessen hat.

Steireisches Wurzelfleisch

KRISTIAN BISSUTIGREGOR SEBERG, KOCHEN
© Bild: KRISTIAN BISSUTI

Die Zutaten:

¾ l Wasser

5 Lorbeerblätter

je ½ TL Pfeffer und Wacholderbeeren

1 Bund Wurzelwerk

Salz, Essig

1 Zwiebel, frischer Kren

2 Zehen Knoblauch

½ Zeller

3 Karotten

350 g Schweinsschulter

Wasser mit Lorbeer, Pfeffer und Wacholder zustellen. Den Bund Wurzelwerk hineingeben, geschälten Zwiebel und Knoblauch ebenfalls. Salzen. Fleisch als Ganzes einlegen, 50 Minuten köcheln lassen. Zeller und Karotten schälen, in Streifen schneiden, 10 Minuten vor Garzeitende dazugeben. Kochfond mit Salz und Essig abschmecken. Fleisch in Scheiben schneiden, mit den knackig gegarten Wurzeln anrichten, Kren drüber­reißen. Dazu: gekochte Erdäpfel.

Fünf Fragen

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?

Maggi.

Was würden Sie nie essen?

Glas – also ich meine damit Sulz, Aspik.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?

Die spanische Küche. "Tapas find’ ich super."

Ihr größtes kulinarisches Missgeschick?

Wir arbeiten daran.

Ihr Lieblingssnack?

Hm? Schon eher Leberkäs-

semmel als Karotte.

( Kurier ) Erstellt am 18.04.2012