Am Herd mit Daniel Spoerri

© Gilbert Novy

Am Herd mit Daniel Spoerri
06/29/2012

Am Herd mit Daniel Spoerri

Für Eier, Hühner, historische Gebäude und für Frauen interessiert sich der Eat-Art- Künstler, und so lässt sich der Weltstar in meine alte Schule im Weinviertel entführen.

Hundert Leute, die sich um eine Signatur in seinem Buch anstellen, warte ich bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Naturhistorischen Museum ab, um ihn zum Kochen einzuladen. "Ich habe Sie gesehen", sagt Daniel Spoerri nur, macht mir keine großen Hoffnungen, gibt mir seine Visitenkarte. Als ich ihn ein paar Tage später anrufe, ist er spontan bereit, sich auf den Weg zum frischesten Spiegelei zu machen. In seiner Wiener Wohnung mit Blick auf den Naschmarkt hole ich ihn ab. Er zeigt mir getrocknete Krähenfüße, edle Stoffe, zerschredderte Euros, skurrile Kunstwerke. Auf dem Land angekommen, holen wir zuerst die Zutat aus dem Stall. Eier – damit hat sich der Künstler jahrelang beschäftigt, Zitate gesammelt. "Das ist nicht nur irgendwas."

 

Aus seiner großen, braunen Filztasche zaubert er noch ein paar weitere Lebensmittel hervor. Paprika, Zwiebel, Knoblauch schneidet er flott in grobe Stücke. "Ja ja, ich konnte schon kochen." Erst nachdem der heute 82-Jährige in den 1960er-Jahren mit seinen "Fallenbildern" bekannt geworden war, begann er sich auch für den Geschmack zu interessieren. Er verwandelte Galerien in Restaurants, seine Werke hängen in Museen aller Welt. Tarhonja ist fertig, Spoerri schlägt die Eier in die Pfanne. Dann zieht er als Überraschung ein kleines Heft hervor und wischt je ein Blättchen 24 Karat Gold auf die Dotter. Vom Künstlerbedarf, 1 Euro pro Blatt. Das Ei glitzert in der Sonne und schmeckt hinreißend. "Es passiert einfach was im Kopf. Und das macht beim Essen ja unheimlich viel aus."

Spiegelei

Die Zutaten:

frische Eier

125 g Tarhonja (ungarische Teigware)

Schweineschmalz

1/2 Paprika

1 Zwiebel

1-2 Knoblauchzehen

Salz, Pfeffer

Pflanzenöl

Butter

24 Karat Blattgold

Zwiebel und Knoblauch schälen, Paprika putzen. Grob schneiden, in 1-2 EL Schmalz anschwitzen. Tarhonja (= Eiergerste, Eiergraupen) und noch etwas Öl dazugeben, mit 3/8 l Wasser aufgießen, 20 Minuten köcheln lassen (umrühren!). Öl in einer Pfanne erhitzen, Eier reinschlagen, kurz stocken lassen, salzen, je ein Blatt Gold am besten mit einem "Wisch" (Küchenbeserl) auf die Eier legen. Spiegeleier auf Tarhonjasockel anrichten.

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