Am Herd: Karlheinz Hackl kocht Paprikahendl

Foto: Schraml/KURIER

Die neue Serie aus "freizeit"-Kurier: Ob er wollte oder nicht, als Schlüsselkind im Gemeindebau musste er selbst kochen. Heute ist kochen für Karlheinz Hackl eine Art der Erholung.


Das tief verschneite Knusperhäuschen - ein Fachwerkbau aus den Dreißigern, in dem schon Claus Peymann gerne gewohnt hätte - ist von Ehefrau, Schauspielerin Maria Köstlinger, liebevoll dekoriert. Paprikahendl steht am Plan. Das kommt oft auf den Tisch, weil's die 10-jährige Tochter so gerne isst - besonders, wenn es der Papa zubereitet hat. Das Rezept stammt aus Plachuttas "Die gute Küche". Hackl: "Das beste Kochbuch, damit können auch Männer kochen". Das Huhn wird zerlegt, ein paar Flügerln kommen extra dazu. Die Zwiebeln schält er mit einem ziemlich großen Messer: "vor kleinen fürcht' ich mich".

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Während das Fleisch im Paprikasud schmurgelt, essen wir schon die Leber des Hendls, klein geschnitten, in Butter gebraten. Die Hausherrin setzt sich zu uns. "Wenn wir gemeinsam kochen, ist der Karli der Chef im Ring." Was es zu Weihnachten geben wird? Mittags Karpfen, abends dank der Schwedischen Wurzeln Maria Köstlingers Weihnachtsschinken, gekocht mit Wacholder und Kräutern. Nach seiner Krankheit hat sich für Hackl viel verändert. Soziale Anliegen sind ihm besonders wichtig geworden. "Früher hat sich alles ums Theater gedreht, heute gibt es so viele Projekte, mir wird die Zeit knapp." Deshalb ist auch kürzlich sein "Kochbuch der Nächstenliebe" erschienen (Trauner Verlag 24,90 €). "Weiter geht's."

Fünf Fragen an Karlheinz Hackl

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Gibt es einen prägenden Geschmack aus der Kindheit?
Die Erdäpfelsuppe meiner Großmutter.

Was würden Sie nie essen?
Kohlsprossen.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die italienische.

Was ist Ihr Lieblingslokal?
Mraz&Sohn, Wien 20.

Wo kaufen Sie am liebsten ein?
Am Sonnbergplatzmarkt, aber Blunzn bei Böhle in der Wollzeile

Das Rezept: Paprikahendl

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Zutaten:

1 Junghuhn
6-8 Flügerl
250 g Zwiebel
1 EL Tomatenmark 40 g Paprikapulver
6 dl Hühnersuppe
40 g Mehl
250 ml Sauerrahm
250 ml Schlagobers
1 unbeh. Zitrone
Öl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Hühnersuppe vorbereiten. Zwiebel schälen und grob würfeln. Hendl in Stücke schneiden. Alle Hühnerteile salzen und pfeffern, in einem Bräter in 2 EL Öl rundherum anbraten, dann wieder herausnehmen. Zwiebel im Bratenrückstand anschwitzen, Paprikapulver einstreuen, Tomatenmark dazugeben, alles gut durchrühren, mit der Suppe aufgießen. Die abgeriebene Zitronenschale dazugeben, Hühnerteile einlegen, bei schwacher Hitze zugedeckt köcheln lassen.

Die Flügerln nach 30 Minuten rausholen, 15 Minuten später auch das restliche Fleisch. Mehl mit Sauerrahm glatt versprudeln, in den Paprikasud einrühren, 5 Minuten kochen lassen. Mit der Flotten Lotte durchpassieren, Schlagobers und ein paar Tropfen Zitronensaft (nicht zu viel, sonst schmeckt's den Kindern nicht) einrühren, die Hühnerteile abermals einlegen und wärmen. Dazu passen Nockerln oder Nudeln.

(KURIER) Erstellt am
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