Genuss
29.01.2012

Am Herd: Claudia Stöckl kocht warmes Flockenfrühstück

Seit 15 Jahren frühstückt sie mit prominenten Gästen auf Ö3. Für uns kocht die Moderatorin etwas aus ihrem neuen Buch – nach Herbert Grönemeyers "Ich hab dich lieb"-Rezept.

Mit Vorfreude auf den wärmenden Brei stapfe ich durch den winterlichen 18. Bezirk, wo Claudia Stöckl in einem Jahrhundertwendehaus wohnt. Mit einem "Ich bin ja keine große Köchin" lotst sie mich in die gelbe Küche. Erstmals werde ich nicht nur von einem Fotografen, sondern auch von einem Kameramann begleitet, um unser Werken auch in bewegten Bildern sichtbar zu machen.

Flocken, Banane, Apfel, Trockenfrüchte – alles sieht sehr gesund aus. Lächelnd zerkleinert die schöne Frau, die mit Anfang 20 als Fotomodell in Paris gelebt hat, die gedörrten Zwetschken. "Ich denke an Herbert Grönemeyer, dem ich dieses Rezept verdanke." Unter ihren knapp 750 Frühstücksbegegnungen für Ö3 gehörte er zu jenen, die sie besonders beeindruckten. 15 Jahre Frühstück – dabei ist Stöckl ein absoluter Abendmensch. "Ich kann ohne Probleme bis 2 oder 3 in der Nacht arbeiten." Und arbeiten, das tut sie gern und mit viel Begeisterung. Ansonsten wäre ihre Sendung nicht nach 15 Jahren immer noch ein Hit. "Die zwei Stunden müssen halt Substanz haben."

Mit viel Engagement leitet die Moderatorin aber auch ein Kinderhilfsprojekt in Indien. Ehrenamtlich. "Es ist so einfach, was zu bewegen, besonders, wenn du in der Öffentlichkeit stehst." Mehrmals pro Jahr fliegt sie zu "ihren" rund 250 ehemaligen Straßenkindern nach Kalkutta, die jetzt in einer Art Kinderdorf leben. Die Flocken sind inzwischen weich. "Hoffentlich schmeckt das nach was, so ganz ohne Zucker." Und ob! Nährend, wärmend. Das hält einen ganzen Tag lang.

Zutaten:
6 EL Haferflocken
3 EL Dinkelflocken
3/8 l Wasser
1 Schuss Milch
1 Prise Zimt
1 Apfel
1 Banane
getrocknete Früchte (Rosinen, Zwetschken, Cranberries, etc.)

Zubereitung:
Flocken mit Wasser und den getrockneten Früchten auf kleiner Flamme weich kochen (dauert ca. 15 Minuten). Dabei immer wieder umrühren und ggf. noch etwas Wasser zugießen. Apfel schälen, fein reiben. Banane schälen, mit der Gabel zerdrücken. Wenn die Flocken aufgequollen sind, einen Schuss Milch einrühren. Obst untermischen, mit Zimt abschmecken.

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Mutters Biskuitroulade.

Was würden Sie nie essen?
Hirn.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die indische Küche – von Currys könnt’ ich leben.

Ihr Lieblingslokal?
La Grappa, Pötzleinsdorfer Straße 67, Wien 18.

Ihr größtes kulinarisches Missgeschick?
Mir brennt regelmäßig der Reis an.