Maddalena Hirschal verrät ihre liebsten Buchtipps
In „Kommissar Rex“ gibt sie die Sanitäterin. Im echten Leben ist Literatur ihr Trost. Sie muss als Mutter nur zum Lesen kommen.
Auf den Hund gekommen. Endlich wieder! Als Maddalena Hirschal kürzlich in der ersten Staffel des großen „Kommissar Rex“-Serienrevivals die durchgehende Rolle der Sanitäterin Julia spielte, war das auch deshalb eine gute Sache: Wie in der Jugend (sie hatte einen Bobtail) konnte sie so erneut die Hundefreundin in sich entdecken.
Privat ist Hirschal allerdings weniger auf den Hund als vielmehr aufs Kind gekommen: Ihre zweijährige Tochter Karlotta hält sie auf Trab. An Lesen war als junge Mutter da lange nicht zu denken. Kürzlich, verrät die Schauspielerin, sei sie aber – endlich! – wieder dazu gekommen, nicht nur ein Kinderbuch, sondern selbst einen Roman in die Hand zu nehmen. Sofort sei sie wieder in der Wunderwelt Buch versunken: „Ich habe mich schon als Teenager gern in Büchern vergraben und bin so vor der Realität geflüchtet. Lesen ist meine ganz persönliche Auszeit“, so Hirschal.
Hirschal und Literatur: „Ich habe mich schon als Teenager gern in Büchern vergraben und bin so vor der Realität geflüchtet"
©Kurier/Barbara NidetzkyKrieg und Frieden
Der Roman, der sie sofort wieder gefesselt hat: „Was nicht gesagt werden kann“, von David Szalay. Es ist die Geschichte des schüchternen István in Ungarn, der im Plattenbau lebt, und seines Erwachsenwerdens. Es geht um Männlichkeit, Sex, Entfremdung, Aufstieg und Fall – und mehr. Voriges Jahr bekam Szalay dafür den Booker Prize. „Eine klare, direkte Sprache – beeindruckend.“
Ebenfalls am Herzen liegt Hirschal „Dahinter“, von Julian Sharp. Erzählt wird von Krieg, Sucht und Liebe, alles in knapper Sprache. Kürzlich hat Hirschal die Verfilmung dazu abgedreht, ihre Rolle: Sie spielt die Krankenschwester, in die der blinde Ex-Soldat sich verliebt. Der Film befindet sich in Fertigstellung.
Seltener, ruhiger Moment: Maddalena Hirschal beim Lesen
©Kurier/Barbara NidetzkyEine emotionale Reise, wie auch das Sachbuch „Handbuch gegen den Krieg“, von Marlene Streeruwitz. „Eine kluge Auseinandersetzung mit dem Gegenteil von Zivilisation“, so die Schauspielerin. Warum sie gerade zwei Bücher über den Ausnahmezustand Krieg ausgewählt hat? „Vielleicht weil ich angesichts der aktuellen bewaffneten Konflikte in der Welt ratlos bin“, antwortet Hirschal. „Warum bringen Menschen andere Menschen um?“
Die Bücher im Überblick:
- David Szalay: „Was nicht gesagt werden kann“ – eine ältere Frau, ein Unfall und die Gefühlswelt eines Männerlebens
- Julian Sharp: „Dahinter“ – ein blinder Ex-Soldat, seine Partnerin und ihr Scheitern
- Marlene Streeruwitz: „Handbuch gegen den Krieg“ – was für ein Leben in Frieden nötig wäre
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