Diese Fehler ruinieren die Ernte im Hochbeet
Hochbeete boomen, doch ein paar Bretter reichen nicht. Expertin Doris Kampas erklärt, warum sich Fertiglösungen lohnen können und welche Fehler man vermeiden sollte.
Ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon: Ein Hochbeet gehört fast schon zum guten Ton. Wer glaubt, ein paar Bretter und Erde reichen aus, irrt. „Der Selbstbau erfordert durchaus Know-how“, sagt Hochbeet-Expertin und Buchautorin Doris Kampas. „Gerade bei Holzhochbeeten ist der Erddruck enorm.“ Daher greifen viele lieber auf einen Bausatz zurück oder lassen sich das Beet liefern und aufbauen.
Die Preise reichen von 200 Euro im Baumarkt bis zu 1.000 Euro für Premiumprodukte. Ob sich das überhaupt rechnet? „Ich könnte mir mein Gemüse vergolden lassen“, sagten einst Kunden zu Kampas. „Gemüse ist seit Corona deutlich teurer geworden. Wenn man etwa Cocktailtomaten selbst anbaut, rechnet sich das über die Jahre“, sagt die Expertin. „Gewinn macht man vielleicht keinen, aber Verlust auch nicht.“ Hinzu kommen weitere Vorteile: besserer Geschmack, mehr Nährstoffe, keine Verpackung und die Möglichkeit, seltene Gemüsesorten anzubauen. Wie es richtig geht? Kampas hat für die KURIER freizeit wichtige Tipps parat.
- Wie groß und für wen?
Die ideale Höhe hängt von der Körpergröße ab. Klassische Hochbeete mit einer Höhe von etwa 80 bis 85 cm eignen sich gut für Personen mit einer Körpergröße zwischen ungefähr 1,60 m und 1,80 m. Für größere Menschen sind bis zu 100 cm sinnvoll. Wer Paradeiser ernten möchte, sollte ein niedrigeres Beet in Betracht ziehen. Wenn das Hochbeet von beiden Seiten bearbeitet werden kann, sollte es nicht breiter als 120 cm sein. Da die durchschnittliche Armlänge rund 60 cm beträgt, reichen bei einseitigem Zugang 80 cm Breite.
- Gibt es Unterschiede beim Material?
Definitiv. Metallhochbeete mögen zwar modern wirken, haben aber auch Nachteile: Sie kühlen im Winter stark aus und können sich im Sommer extrem aufheizen. Das ist für Wintergemüse thermisch ungünstig. Manche Anbieter dämmen Metallhochbeete mit Styropor, wodurch sich jedoch Mikroplastik in der Erde verteilt. Holz, idealerweise Lärche, speichert dagegen Wärme, gibt sie langsam wieder ab und sorgt für ein ausgeglicheneres Klima.
- Welche Pflanzen eignen sich jetzt für Anfänger?
Karotten, Salate, Radieschen, Mangold, Rote Rüben, Spinat, asiatisches Blattgemüse, Erbsen und Lauchzwiebeln
können bereits vor den Eisheiligen, die Mitte Mai stattfinden, ausgesät werden. Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika oder Zucchini sollte hingegen erst nach den Eisheiligen als Jungpflanze ins Freie gesetzt werden.
- Welche Pflanzen machen Probleme?
Problematisch sind stark wuchernde Pflanzen wie Pfefferminze oder Topinambur, da sie sich später nur schwer aus dem Hochbeet entfernen lassen. Es bleiben immer Wurzelreste übrig, die neu austreiben. Auch mehrjährige Kräuter wie Oregano, Thymian oder Salbei sollte man besser in einem separaten Kräuterhochbeet anbauen, da sie sich nicht gut mit einjährigen Kulturen mischen lassen.
- Muss man das Hochbeet nach ein paar Jahren komplett neu befüllen?
Nein, das ist nicht zwingend notwendig. Nach 10–15 Jahren eventuell, aber davor reicht es, regelmäßig nachzufüllen. Über den Winter können Küchenabfälle, Laub, Grasschnitt und Kompost eingebracht werden. Zum Schluss kommt immer eine Schicht hochwertige, torffreie Bio-Erde oben drauf. So entstehen durch die Verrottung wieder neue Nährstoffe.
- Was tun gegen Schädlinge?
In das untere Ende des Hochbeets sollte man unbedingt ein Wühlmausgitter einbauen. Außen empfiehlt sich eine Schneckenkante. Gegen fliegende Schädlinge helfen Insektenschutznetze am effektivsten, wenn man sie gleich nach dem Pflanzen über Kohlpflanzen spannt. Sind Schädlinge bereits vorhanden, kann man auch gezielt Nützlinge einsetzen, zum Beispiel Marienkäfer gegen Blattläuse.
- Welche Pflanzen vertragen sich gar nicht?
Ein klassischer Fehler ist es, Petersilie neben Salat zu pflanzen. Petersilie bringt Salat zum „Schossen“, also zum vorzeitigen Blühen. Auch Zwiebeln und Bohnen vertragen sich nicht gut. Grundsätzlich sollte man vermeiden, viele Pflanzen aus derselben Pflanzenfamilie nebeneinander zu setzen, etwa Kürbis, Gurke, Melone und Zucchini. Eine Ausnahme sind Tomaten und Paprika, die gut miteinander harmonieren. Bei Kohlgewächsen (Kohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kohlsprossen) ist Mischkultur besonders wichtig, da sie viele Schädlinge anziehen. Werden sie zu dicht gesetzt, locken sie Schädlinge wie den Kohlweißling regelrecht an.
- Was sollte man auf keinen Fall tun?
Auch wenn dieser Tipp häufig gegeben wird, sollte man keinen einfachen Erdaushub aus dem eigenen Garten verwenden, auch nicht jenen, der direkt am zukünftigen Standort des Hochbeets anfällt. Darin können sich Unkrautsamen, Schneckeneier oder ungeeignete Bodenarten wie Lehm befinden. Ein Hochbeet sollte daher immer fachgerecht und schichtweise aufgebaut werden.
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