Bastian Pastewka in "Fabian und Die mörderische Hochzeit"

Neue Murder-Mystery: Bastian Pastewka darf Detektiv spielen

Krimi-Nerd Bastian Pastewka über "Fabian und Die mörderische Hochzeit" - ein deutsches „Knives Out“.

"Wer die Venus hat, ist der Mörder!“ Der Herr im roten Samtsmoking verkündet es feierlich vor versammelter feiner Gesellschaft. Ein Raub, ein rätselhafter Mord, viele in Frage kommende Täter: Mit „Fabian und Die mörderische Hochzeit“ läuft am 6.2. ein neuer Originalfilm bei Amazon Prime an, der charmant an Erfolge wie „Knives Out“ mit Daniel Craig angelehnt ist. 

Der Held wird gespielt von Bastian Pastewka. Der ist wohlbekannt genial dank den „WiXXer“-Parodien auf die Edgar-Wallace-Streifen, zehn Staffeln der überbordend witzigen Sitcom „Pastewka“ und immer wieder im Team mit seiner kongenialen Komikpartnerin Anke Engelke (etwa als „Wolfgang & Anneliese“). 

„Unser Fabian-Film ist ein humoristisches Whodunit, ein Murder-Mystery-Movie im klassischen englischen Stil“, erzählt Pastewka im Videointerview. Und fügt mit Lächeln und Augenzwinkern hinzu: „Der aus Sicherheitsgründen mit Deutschen besetzt ist, aber im wunderschönen Litauen spielt.“ Nicht nur im Film, auch im Gespräch lässt Pastewka es nicht an Kurzweil mangeln. Ein schneller, sprühender Humor.

Kindheitstraum erfüllt

Die Filmhandlung: Der Hochstapler Fabian ist auf der Flucht und gerät in Litauen in eine illustre Hochzeitsgesellschaft. Auch vor Ort: die Venus von Wildenfett, eine wertvolle Statue und das Hochzeitsgeschenk. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Eine Leiche taucht auf – „und Fabian, der für einen Detektiv gehalten wird, muss unversehens einen Mord aufklären.“ 

Herausgekommen ist ein witziger Ensemblefilm. Und eine Traumrolle für Pastewka, der hier seinen Kindheitstraum ausleben kann. „Ich wollte immer Bob Andrews als Teil des Detektivtrios der ,Drei Fragezeichen’ sein. Der war für Recherche und Archiv zuständig, er musste sich also nie wirklich in Gefahr begeben. Als Kind habe ich bei uns in der Straße regelmäßig unsere Nachbarn schwerer Verbrechen überführt, die natürlich nie stattgefunden haben.“ Dafür zog der kleine Bastian mitunter mit einem tragbaren Kassettenrekorder umher und nahm an Bushaltestellen fremde Gespräche auf. Den Rest überließ er seiner unerhörten Fantasie.

Aber auch im Fernsehen lief viel Gutes. So hatte es Pastewka der stets chaotische Inspektor Clouseau angetan. „Ich verehre das Talent von Peter Sellers. Seine Komik ist auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. In seinen Filmen hat er wunderbare Slapstick-Momente kreiert.“

Bastian Pastewka in "Fabian und Die mörderische Hochzeit"

Wer ist der Mörder? Pastewka in "Fabian und Die mörderische Hochzeit"

©Amazon MGM Studios

Krimi-Nerd und Hörspiel-Fan

Überhaupt ist Pastewka ein riesengroßer Krimi-Fan – ausgestattet mit ungeheurem lexikalischen Wissen. Mit „Kein Mucks!“ betreibt er für die ARD einen vergnüglichen Krimi-Podcast, für den er alte Hörspielklassiker aus den Archiven holt. Eine echte Schatzkiste mit ungeheuren Fundstücken.

Dass nach den menschelnden Schimanski-Kommissaren der Achtziger jetzt Mystery-Puzzles im Trend liegen, findet er gut. „Verbrechen, die eigentlich gar nicht stattgefunden haben können, ziehen mich magisch an. Ich freue mich, dass diese Kunst durch Serien wie ,Only Murders in the Building’ oder ,Death and Other Details’ gerade wieder auflebt.“

Mit „Jagd auf Fantomas“ hat er mit Christoph Maria Herbst und Annette Frier für die ARD Audiothek sogar selbst eine espritreiche Hommage an die Nonsens-Hörspiele der Siebziger aufgenommen. Stichwörter: in Paris ist das Originalrezept für das Croissant verschwunden. „Ein Hörspiel ist die beste Form, um seine Fantasie spazieren zu führen“, so Pastewka.

Sein Talent für Komik entdeckte er früh. „Ich wollte als Einzelkind Aufmerksamkeit erzielen und habe begonnen, im Familienkreis Witze zu erzählen.“ Heute ist er „leidenschaftlicher Ensemblespieler, mir macht das Zusammen mehr Spaß als einzeln auf der Bühne zu stehen.“ Studiert hat er einst Pädagogik. Wäre er ein guter Lehrer geworden? „Dafür hätte ich mehr Leidenschaft für den Beruf benötigt: Nicht nur unterhaltsam zu sein, sondern auch Wissen zu vermitteln.“ Uns kann das nur recht sein.

Alexander Kern

Über Alexander Kern

Geboren in Wien, war Chefredakteur verschiedener Magazine und stand im Gründungsteam des Seitenblicke Magazins des Red Bull Media House. 12 Jahre Chefreporter bzw. Ressortleiter Entertainment. Schrieb für 110%, das Sport- und Lifestyle-Magazin von Die Presse. Seit 2020 Redakteur der KURIER Freizeit mit Reportagen, Kolumnen, Texten zu Kultur, Gesellschaft, Stil, Reise und mehr. Hunderte Interviews, von Beyoncé und Quentin Tarantino über Woody Allen und Hugh Grant bis Jennifer Lopez und Leonardo DiCaprio sowie in der deutschsprachigen Kulturszene. Reportagen vom Filmfestival Cannes bis zur Fashionweek Berlin. Liebt Kino, Literatur und Haselnusseis.

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