Tiercoach: So schützen Sie Hund und Katze sicher vor Zecken
Dicht bedeckt von feuchtem Laub und Nadeln kommen Zecken gut durch den Winter. Hier sind sie bei richtiger Luftfeuchtigkeit zugleich vor Wetterextremen und Fressfeinden geschützt. Sobald der Boden auftaut, begeben sich die Blutsauger auf Nahrungssuche.
„Es ist ein Trugschluss, dass der heurige Frost alle Parasiten umgebracht hat“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach klärt in fünf Punkten über die Gefahren, die von den Schmarotzern ausgehen, auf und über den geeigneten Schutz von Hund und Katze.
1. Österreich ist ein Zeckenland. Zecken sind längst kein (Früh-)Sommerproblem mehr. Durch die milden Winter sind die Blutsauger fast das ganze Jahr über aktiv.
Die Zeckengefahr in Österreich für Hund und Katze steigt
Dazu breiten sich – ebenfalls bedingt durch den Klimawandel – neue Arten, die früher nur in Reisedestinationen eine Gefahr darstellten, auch hierzulande aus. Ganz Österreich gilt als Risikogebiet.
2. Ein Stich kann reichen. „Nicht jeder Zeck ist infiziert, doch im schlimmsten Fall genügt ein einziger Stich, und der Vierbeiner erkrankt schwer“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.
Die Parasiten übertragen gefährliche Erreger wie Borrelien, Ehrlichien, Anaplasmen oder Babesien. Diese können chronische Entzündungen auslösen oder Blutzellen zerstören. Die Therapie ist oft langwierig, belastend – und keinesfalls immer erfolgreich.
3. Vorsorge ist Pflicht. „Zeckenschutz soll individuell an jeden Vierbeiner angepasst werden“, rät Reitl. Ob Tablette, Spot-on, Halsband oder Depotspritze: Das Präparat der Wahl hängt vom Tier, seinem Lebensstil, Vorerkrankungen und auch von seinem Zuhause ab.
Individueller Schutz vor Zeckenbefall wirkt am besten
Ein Jagdhund im Zeckengebiet braucht einen anderen Schutz als ein Stadthund, eine Freigängerkatze andere Mittel als ein Wohnungstier. Der Veterinärmediziner ist gefragt.
4. Nur die richtige Anwendung schützt. „Die Präparate zum Schutz vor Befall bzw. Erkrankung sind bei korrekter Anwendung bewährt und sicher“, betont der Zoodoc. Falsche Dosierung oder ungeeignete Wirkstoffe – besonders bei Katzen – können jedoch schwere Nebenwirkungen verursachen und lebensbedrohlich sein.
5. So wird der Blutsauger sicher entfernt. „Trotz Schutzes kann sich einmal ein Blutsauger festsetzen. Die Krankheitserreger werden aber meist erst Stunden nach dem Stich übertragen“, sagt Reitl und rät, das Fell nach jedem Ausflug in die Natur zu kontrollieren.
Die Parasiten werden am besten ohne Quetschen entfernt
Ein festsitzender Zeck wird am besten gerade ohne Quetschen herausgezogen.
Der KURIER-Tiercoach schließt: „Zeckenbefall lässt sich meist einfach vermeiden, die Behandlung einer Infektion dagegen ist schwierig.“
Der KURIER-Tiercoach Frau Dr. Katharina Reitl aus der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn gibt exklusiv für den KURIER regelmäßig Tipps zur Haustierhaltung.
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