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freizeit
02/10/2019

Wie geht das? Kuriose Forschung

Ein Akt im All? Verboten ist das nicht, aber ist es auch möglich? Die Wissenschaft kann diese und andere knifflige Fragen zum Glück beantworten. Mehr oder weniger.

von Bernhard Praschl

Wie viel Schwerelosigkeit ist dem Körper zuzumuten?

Mindestens 370 Tage

Astronaut müsste man sein. Oder Kosmonaut wie der Arzt Boris Morukow.   Dann stellt man sich Fragen wie: Was geschieht mit uns  bei einer langen Reise in der Schwerelosigkeit. In diesem  Fall wurde das Experiment im Jahr 1986 in einem Krankenhaus durchgeführt. Bizarre Nebenwirkung nach erfolgreich verlaufenden 370 Tagen in der Horizontalen: Die Probanden hatten völlig verlernt zu sitzen und zu gehen.  Nach einem Jahr im Labor waren auch viele Ehen zerbrochen. Einer aber fand sein Glück: Er verliebte sich in eine an dem Experiment beteiligten Forscherin.

Wer macht hier wen zum Affen?

Kommt darauf an

Spaß muss sein: Ein Forscherteam aus Europa und Indonesien erhielt im Vorjahr einen „Ig-Nobelpreis“  für die Erkenntnis, dass Schimpansen in einem Zoo in etwa so oft und so gut  Menschen imitieren oder an der Nase herumführen, wie Menschen ihrerseits das bei Schimpansen machen. Das hätten Sie nicht gedacht,oder? Merken Sie sich diese Erkenntnis jedenfalls für Ihren nächsten Besuch in einem Tiergarten vor, falls Sie vorhaben, sich vor den Affen wieder zum Affen zu machen  

Zur Erklärung: „Ig-Nobel“ ist ein  Wortspiel mit dem englischen „ignoble“ („unwürdig“) und steht für die Auszeichnung einer scheinbar abstrusen und überflüssige Forschungsarbeit.

Macht Voodoo heute Sinn?

Durchaus

Wissenschaftler aus Kanada, China, Singapur und den USA untersuchten, ob es Arbeitnehmern helfen kann, Voodoo-Puppen gegen übergriffige Chefs einzusetzen. „Durchaus“, so die Verhaltenssoziologin Lindie Hanyu Liang, „denn die Menschen fühlen sich viel besser danach; so, als ob Gerechtigkeit wiederhergestellt worden ist.“

 

Kann man ein Ei "entkochen"?

Ja, das geht

Kann man einen Kuchen entbacken? Oder einen Toast enttoasten? Diese Fragen klingen nach Klamauk, haben aber durchaus einen seriösen Hintergrund. Biochemie-Professor Gregory Weiss von der University of California fand jedenfalls eine Möglichkeit, ein Ei „zu entkochen“. Nicht ganz, denn komplexe chemische Prozesse lassen sich nicht wirklich zur Gänze umkehren. Das gekochte Eiweiß wieder zu verflüssigen gelang als  kurioser Nebeneffekt bei seiner Versuchsreihe in der Krebsforschung mit dem Ziel, Proteine zu entwirren.

We Are Singing in the Rain?

Viel Wetter bewegt die Gemüter

 Auf das muss man einmal kommen! Britische Forscher analysierten 755 Popsongs einer riesigen Karaoke-Datenbank und stellten fest, dass es in 418 davon ums Wetter geht. Eigenlich keine große Überraschung, da besonders in Großbritannien die oft trübe Wetterlage tatsächlich im Alltag – etwa beim Gespräch an der Bushaltestelle – eine große Rolle spielt. Aber ein wenig haben wir diesbezüglich auch zu bieten, "Du bist wia die Wintersunn" von Wolfgang Ambros etwa.

 

Trinken macht Spaß?

Ja, besonders Männern

Catharine Fairbairn von der Universität Pittsburgh untersuchte, warum Männer mehr Spaß daran haben, Alkohol in der Gruppe zu trinken als Frauen. Ihre Erkenntnis: Männer haben ein deutlich höheres Risiko für Alkoholmissbrauch als Frauen, da ihnen der Alkohol den Umgang mit anderen erheblich erleichtert.

Und Sex im All?

Möglich, aber schwer

 Wenn die Weltraumforschung vorhat,  in einigen Jahrzehnten den Mars besiedeln zu wollen – was bei einer zumindest 200-tägigen Anreise eine langwierige Prozedur wird – , will die Forschung auch darauf Antworten erhalten. Eine Schwangerschaft im All gilt jedenfalls als Risiko für die gesamte Mission. Sex aber, meint US-Physiker und Astronom John Millis, sei möglich. Nur: „Die Sache ist schon beim Fallschirmspringen einigermaßen kompliziert. Denn jeder Stoß bewegt das Paar in unterschiedliche Richtungen.“ Gut also, dass weitergeforscht wird.

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