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freizeit
02/25/2020

Warum wachen wir oft auf, kurz bevor der Wecker klingelt?

Wenn wichtige Termine anstehen, ist Redakteurin Barbara Reiter oft fünf Minuten vor dem Wecker wach. Ja, es gibt die innere Uhr, aber so einfach ist das alles nicht.

von Barbara Reiter

Da wir einander nun schon einige Kolumnen lang kennen, wird es heute intim. Dazu begeben wir uns in mein Schlafzimmer und schauen mir beim Aufwachen zu ... Keine Angst, es wird nicht schlüpfrig, sondern gleich seriös. Die Nacht war lang, der Wecker ist auf halbsieben gestellt, die Uhr zeigt 6:25 an. Und trotzdem schlage ich urplötzlich meine Augen auf. Die Frage ist: Warum hat mein Organismus den Wecker überholt? Vor allem an Tagen, an denen  wichtige Dinge anstehen?
 

Mein  Wecker ist eigentlich kein Wecker, sondern ein Handy, das im Grunde seinen Weck-Zweck nicht erfüllt. Einerseits habe ich mich von der Eule (Nachtmensch, der frühmorgens nur schwer aus den Federn kommt) zur Lerche (Frühaufsteher, der abends gerne Federn lässt) entwickelt, andererseits betreibe ich instinktiv das vorhin angesprochene Wecker-Bashing: Vor wichtigen Ereignissen WACHE! ICH! VON! SELBER! AUF! Die Wissenschaft nennt das Schlaf-Wach-Rhythmus, der in unseren Genen verankert ist. Im Körper befindet sich eine Hauptuhr, namens „Nucleus suprachiasmaticus“, die der Zirbeldrüse signalisiert: „Hey, es ist Nacht, produzier’ das Schlafhormon Melatonin!“ Dazu gibt es zahlreiche Unteruhren, die unterschiedliche Körperfunktionen regulieren. Hauptuhr und Unteruhren tauschen sich im Gehirn aus, verstehen sich blendend und erzielen Gleichklang. Kommt dann noch der Botenstoff Cortisol dazu, schrillen die Alarmglocken des Weckers – nicht.

Tagwache!

Dass man vorher von selbst aufwacht, hat der Neurowissenschafter Jan Born in einem Schlafexperiment herausgefunden. Probanden wurde mitgeteilt, sie würden um sechs Uhr geweckt, tags darauf um neun. In Wahrheit war an beiden Tagen Punkt sechs Uhr Tagwache. Am darauf vorbereiteten Tag stieg der Cortisolspiegel pünktlich eine Stunde vorher an, am unvorbereiteten blieb der Hormonschub aus. Cortisol wird also nicht nur von der inneren Uhr, sondern auch unbewusst gesteuert. Deshalb wachen wir vor dem Wecker auf.

Haben Sie am Montag einen wichtigen Termin? Probieren Sie’s! Sie werden ohne Wecker aufwachen. Der inneren Uhr sei Dank! Und wenn Sie sich jetzt noch an den lateinischen Namen erinnern, sind Sie ein echt aufgeweckter Mensch. 

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