„Frühstück bei Tiffany“ von Blake Edwards: die Hochsteckfrisur, das kleine Schwarze, die lange Zigarettenspitze – Holly Golightly, die einzig wahre Stil-Ikone. Mitverantwortlich dafür: Hubert de Givenchy, der Modezar, der seit „Sabrina“ alle Kleider für sie entwarf und zu ihrem engen Freund geworden war.

© APA/AFP/HO

freizeit
05/03/2019

Für immer unvergesslich: Audrey Hepburn wäre 90 Jahre alt

Nein, das kleine Schwarze wurde nicht für sie erfunden, aber niemand trug es so lässig wie sie. Am 4. Mai vor 90 Jahren wurde Audrey Hepburn geboren - ein Rückblick in Bildern.

von Andreas Bovelino

Die Prinzessin in Rom

Sie war die wahre Prinzessin Hollywoods, Audrey Hepburn, geboren am 4. Mai 1929 in Brüssel, Belgien. Ihr Vater war Brite, kam aber in Auschitz zur Welt als es noch zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte, und hatte tatsächlich österreichische Vorfahren. Ihre Mutter war eine Baronin aus altem flämischen Adel, die Prinzessin lag ihr also schon im Blut. Und ja, sie sah nicht nur aus wie eine ewige Ballett Elevin – sie studierte tatsächlich klassischen Tanz in Amsterdam und London.

Audrey 1951

„Entdeckt“ wurde sie übrigens von der legendären französischen Autorin Colette, die Audrey zufällig in einem Hotel sah und angeblich auf der Stelle rief: „Ich habe meine Gigi gefunden!“ Nach der Boadway-Premiere 1951 bekam sie euphorische Kritiken für ihre allererste Hauptrolle.

Oscar 1954

Aber zum Superstar machten sie natürlich die beiden Filme „Ein Herz und eine Krone“ (1953) als abenteuerlustige Prinzessin mit Gregory Peck in Rom, wofür sie 1954 den Oscar erhielt. Und das von Fans kultisch verehrte „Sabrina“ (1954) von Billy Wilder.  

Die Liebe ...

Als „Ondine“ kehrte sie ans Theater zurück, natürlich wieder preisgekrönt, verliebte sich in ihren Co-Star Mel Ferrer, heiratete und war mit ihrem Mann 1956 in der Monsterproduktion „Krieg und Frieden“ zu sehen. 1959 kam die „Geschichte einer Nonne“, 1960 der harte Western „Denen man nicht vergibt“ mit Burt Lancaster und Audie Murphy (Regie John Huston). Und dann, schließlich...

Tiffany!

„Frühstück bei Tiffany“ von Blake Edwards: die Hochsteckfrisur, das kleine Schwarze, die lange Zigarettenspitze – Holly Golightly, die einzig wahre Stil-Ikone. Mitverantwortlich dafür: Hubert de Givenchy, der Modezar, der seit „Sabrina“ alle Kleider für sie entwarf und zu ihrem engen Freund geworden war.

Givenchy & "das kleine Schwarze"

Dabei hatte es mit den beiden gar nicht glücklich begonnen. Als er für „Sabrina“ zusagte, dachte er an Katherine Hepburn und war enttäuscht als die zierliche Audrey plötzlich in seinem Atelier stand. Das sollte sich aber schnell ändern…

Tiffany, .... und?

Wer Audrey Hepburn allerdings nur mit „Tiffany“ gleichsetzt, tut ihr unrecht. „Charade“? Der großartige, spannende UND wirklich witzige Thriller mit Cary Grant zum Beispiel (1963). „My Fair Lady“ mit Rex Harrison (1964), „Wie klaut man eine Million?“ (1966), ebenfalls durchaus witzig und mit Peter O’Toole.

Ihr bester Film?

Aus unverständlichen Gründen oft vergessen: „Zwei auf gleichem Weg“ mit Albert Finney, eine unglaublich lässige, böse, lustige und bewegende Beziehungskiste, die 1967 schon in die 70er verwies. Bald darauf zog sie sich allerdings aus dem Filmgeschäft zurück und kehrte nur für ausgesuchte Rollen auf die Leinwand zurück.

Der Rückzug

Bald darauf zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück und kehrte nur für ausgesuchte Rollen auf die Leinwand zurück. Das melancholische „Robin und Marian“ (1967) mit Sean Connery etwa oder den Thriller „Bloodline“ mit Ben Gazzara (1979) und „Sie haben alle gelacht“ mit Kult-Regisseur Peter Bogdanovich.

Scheidungen...

Nach 14 Jahren und einigen Höhen und Tiefen ließ sie sich 1968 von Mel Ferrer scheiden und heiratete den italienischen Psychiater Andrea Dotti. Die Ehe hielt 13 Jahre. Mit beiden Männern hatte sie nach einigen tragischen FEhlgeburten je einen Sohn. Sean mit Mel Ferrer (1960, Bild) und Luca mit Andrea Dotti (1970). 

Für immer: Audrey...

Audrey Hepburn war UNICEF-Botschafterin auf Mission in Äthiopien und der Türkei, Venezuela und Ecuador (1988), Honduras, Guatemala, Sudan und Bangladesch. „Wir haben es nicht mit Naturkatastrophen zu tun, sondern mit durch Menschen verursachte Tragödien. Um das zu verhindern, gibt es für die Menschheit nur eine Möglichkeit: Friede!“, sagte sie nachdem sie Krisengebiete auf der ganzen Welt bereist hatte.  

Audrey Hepburn

Als Audrey Hepburn 1992 von einer Hilfsmission in Somalia in die Schweiz zurückkehrte, wurde Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium bei ihr festgestellt. Sie wurde operiert und unterzog sich einer Chemotherapie. Audrey Hepburn starb am 20. Jänner 1993 in ihrem Haus am Genfersee…

Scheues Reh? Optisch, ja ... aber sie war eine starke Frau, die für ihre Ideale bis zuletzt gekämpft hat: Audrey Hepburn.