FILE PHOTO: The Whatsapp logo and binary cyber codes are seen in this illustration

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05/10/2021

WhatsApp-Bedingungen: Was passiert, wenn ich jetzt nicht zustimme?

Facebooks Messenger-Dienst verlangt bis 15. Mai eine Zustimmung zu neuen Datenschutzregeln. Aber welche Auswirkungen hat eine Ablehnung? Und ist die Zustimmung überhaupt problematisch?

von Peter Temel

Groß war die Aufregung im Jänner, nachdem der Messenger-Dienst WhatsApp neue Datenschutzregeln angekündigt hatte. Konkurrenten wie Signal oder Telegram erfuhren in Folge regen Zulauf, WhatsApp verschob die Einführung schließlich auf den 15. Mai.

Nun bekommen alle Nutzer des Messengers wieder Nachrichten, dass diese den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen sollen.

Doch was passiert, wenn man die Nutzungsbedingungen einfach ignoriert?

In den englischsprachigen FAQs ist derzeit folgendes zu lesen: „Aufgrund dieses Updates werden am 15. Mai keine Konten von WhatsApp gelöscht und die Funktionalität von WhatsApp wird nicht verloren gehen.“

Auf vielen Tech-Portalen wird das als Rückzieher von WhatsApp gewertet.

Welche Funktionen verloren gehen

Offenbar wird aber die Lästigkeit, mit denen die Abfragen erfolgen, zunehmen.

„In den letzten Wochen haben wir in WhatsApp eine Benachrichtigung mit weiteren Informationen zum Update angezeigt. Nachdem wir allen Zeit zur Überprüfung gegeben haben, erinnern wir diejenigen, die noch nicht die Möglichkeit hatten, dies zu überprüfen und zu akzeptieren, weiterhin daran. Nach einem Zeitraum von mehreren Wochen wird die Erinnerung, die die Menschen erhalten, schließlich hartnäckig.“

Schließlich soll es dann eine „dauerhafte Erinnerung“ geben. Für diesen Zeitpunkt werden dann „eingeschränkte Funktionen“ angekündigt, bis man die Updates akzeptiert. „Dies wird nicht allen Benutzern gleichzeitig passieren“, heißt es in den Richtlinien.

Die Nutzer würden nicht mehr auf die Chat-Liste zugreifen können, eingehende Telefon- und Videoanrufe könne man aber trotzdem beantworten. Außerdem: „Wenn Sie Benachrichtigungen aktiviert haben, können Sie darauf tippen, um eine Nachricht zu lesen oder zu beantworten oder einen verpassten Telefon- oder Videoanruf zurückzurufen.“

Etwas später wird es dann ernst:

„Nach einigen Wochen mit eingeschränkter Funktionalität können Sie keine eingehenden Anrufe oder Benachrichtigungen mehr empfangen, und WhatsApp sendet keine Nachrichten und Anrufe mehr an Ihr Telefon.“

Aber ist die Zustimmung zu den neuen AGBs wirklich so problematisch?

Besonders hohe Wellen schlug die Nachricht, dass WhatsApp künftig personenbezogene Daten mit dem Mutterkonzern Facebook teilen darf. 

Die Änderungen betreffen allerdings nicht die einfache Familien-Chatgruppe oder Einzel-Chats mit Freunden. Es geht ausschließlich um die Business-Kommunikation, also die Kommunikation mit einem der rund 50 Millionen Business-Accounts. So könnte beispielsweise eine Flugbuchung bzw. der Support dazu direkt über WhatsApp abgewickelt werden.

Die personenbezogenen Daten, die in diesen Fällen an Facebook geschickt werden könnten, sind aber doch recht umfangreich: Telefonnummer, Geräte-ID, Standort, Transaktionsdaten, Produktinteraktion, Benutzerkennung.

Facebook könnte diese Nutzerdaten vor allem für noch individueller abgestimmte Werbung verwenden, kritisieren Datenschützer. Von WhatsApp wird dies in Abrede gestellt.

Nicht in Europa

Niamh Sweeney, Director of Policy bei Whatsapp, meldete sich auf Twitter zu Wort. Sie stellte klar, dass durch das aktuelle Update auf dem europäischen Markt keinerlei Schritte vorgenommen wurden, die in Richtung mehr Datenaustausch gehen. 

Laut Datenschützern sorgt allein schon die Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) dafür, dass diese Änderungen nicht für EU-Staaten und Großbritannien gelten.

Und WhatsApp veröffentlichte bereits im Jänner auf Twitter eine Grafik, wonach der Messenger weder private Nachrichten lesen noch auf den geteilten Standort zugreifen kann. Auch die Protokolle würde der Messenger nicht speichern und die Kontaktliste bliebe vor Facebook komplett verborgen.

Also viel Lärm um nichts?

Es sieht vorerst danach aus. Datenschützer meinen dennoch, dass WhatsApp in Sachen Transparenz gegenüber Mitbewerbern Aufholbedarf hätte.

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