Hund und Katze sollten ab der achten Lebenswoche regelmäßig zum Tierarzt.

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freizeit Tiere
01/13/2020

Tiercoach: Kerngesund zum Tierarzt-Termin

Was beim jährlichen Routinecheck ansteht: Besprechen, Untersuchen, eventuell Impfen.

von Hedwig Derka

Der Vierbeiner strotzt vor Lebensfreude, sein Fell glänzt, er ist weder zu dick noch zu dünn. Die Augen sind frei von Sekret, genau so wie die Nase und die Ohren. Seine Zähne strahlen. Trotzdem muss der Schützling zum Tierarzt.

„Ob Hund, Papagei oder Degu – Vorsorgeuntersuchungen sind prinzipiell für alle Arten sinnvoll“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie oft ein Haustier zum Routinecheck soll und was dabei kontrolliert wird.

Kennen lernen

„Der Austausch mit dem Haustierbesitzer ist von Anfang an wichtig; Impfgespräche sind jährlich notwendig“, sagt Reitl. Der erste Besuch beim Veterinärmediziner erfolgt um die achte Lebenswoche. Der Experte schaut, hört und tastet, ob das Jungtier gesund ist und sich altersgemäß entwickelt. Bei Rassetieren gilt das Augenmerk spezifischen Krankheiten. Bei Hund und Katze stehen auch Impfungen sowie Entwurmen und Chippen an. Freigänger müssen darüber hinaus rechtzeitig kastriert werden. Alle anderen Tiere werden mit der Übernahme durchgecheckt.

Untersuchungen

„Bei Hund und Katze spricht man ab acht Jahren von einem älteren Tier, ab da sind zu den klinischen Untersuchungen alle ein bis zwei Jahre Blutuntersuchungen ratsam“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die Werte können auf Krankheiten hinweisen, noch bevor der Patient Symptome zeigt. Ausgewiesen werden die roten und weißen Blutkörperchen, eine Anämie kann u.a. Begleitsymptom von Nierenschäden, autoimmunen Erkrankungen, Infektionen oder Krebs sein. Der Blutzuckerspiegel lässt Rückschlüsse auf die Funktion der Bauchspeicheldrüse zu. Zudem deckt ein Blutbild einen Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen – z.B. durch einseitige Ernährung – auf.

Harnprobe

„Eine Harnuntersuchung ist unkompliziert. Bei Katzen kann es aber schwierig sein, den Urin aufzufangen“, sagt der Zoodoc. An einem Teststreifen lässt sich ablesen, ob das Haustier Probleme mit dem Harntrakt, der Prostata oder dem Stoffwechsel hat.

Bildgebende Verfahren

„Ein Lungenröntgen, ein Herz- bzw. Bauchultraschall gehen über den normalen Check hinaus, erweitern diesen aber bei Bedarf“, sagt die Expertin. Diese Untersuchungen werden dann angedacht, wenn der Patient eine Vorgeschichte hat oder zu einer Risikogruppe gehört. Der KURIER-Tiercoach schließt: „Ein Besuch beim Tierarzt stresst die meisten Haustiere.“ Auch dieser Faktor wird beim Vereinbaren des nächsten Kontrolltermins berücksichtigt.

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