© XO/The Weeknd

freizeit
12/05/2014

Multimedia: Star der Woche

von Andreas Bovelino

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Lautes und etwas Leises – alles in perfekter Harmonie und stimmig zusammengestellt: Der Soundtrack von Fifty Shades of Grey punktet nicht nur mit großen Namen wie Annie Lennox, Jessie Ware, AWOLNATION, Beyoncé, Sia, Frank Sinatra, Skylar Grey, Ellie Goulding und etlichen anderen, sondern auch mit guten Songs. Schon der Titeltrack „Earned it“ von THE WEEKND, unserem „Star der Woche“, überzeugt auf ganzer Linie. Wie praktisch alles, was Abel Tesfaye, wie Herr Weeknd mit bürgerlichem Namen heißt, macht...

Nur das Video dazu ist leider grottenschlecht. Und passt somit zumindest zum Buch, über den Film kann ich nichts sagen und werde es wohl auch nie können.

Geschmäcklerische SM-Fantasien der übelsten Sorte, wer gern ein Bondage-Video sehen will, soll sich doch bitte das neue Meisterwerk von FKA Twigs anschauen, die weiß wirklich, was sie will – und wie sie es in Szene setzt.

Dass ihm die Sache mit dem Sex nicht ganz fremd ist, hat Herr Weeknd schon oft bewiesen. Dabei darf man sich von der supersanften Stimme des 24-Jährigen Kanadiers mit äthiopischen Wurzeln, der in Scarborough bei seiner Oma aufgewachsen ist, nicht täuschen lassen. Auch wenn er noch so soft und melancholisch klingt - meistens geht's in den Texten darum, dass er im Bett der Größte ist und den Frauen die zehenkringelndsten Orgasmen der Welt beschert. Wenn er sich nicht grad auf seine Lieblingsart verwöhnen lässt - worum sich natürlich auch alle Mädels reißen.

Schön für ihn, wenn's denn mehr ist als ein frommer Wunsch.

Dass er tatsächlich ein ausgeprägtes Gefühl für Erotik hat, zeigt The Weeknd allerdings gekonnt. Nicht nur in seinen immersexy Videos, sondern auch als gefühlvoller Fotograf. Verhuschte Ansichten, Andeutungen, Ahnungen von der dunklen Seite der Sexualität, das verbotene prickeln einschlägige Motel-Zimmer...

Und wo sich das "X" seines Modelabels "XO" am besten platzieren lässt, weiß er auch als erfolgreicher Jung-Designer:

Fazit: Der Mann ist gut, seine Musik, seine Fotos, seine Klamotten - der ganze Soundtrack zu 50 Shades Of Grey ist fantastisch. Der Film selbst: meine Herrn, was für ein Schmarrn (wenn er sich am Buch orientiert)! Die Kiste ist doch ungefähr so sexy wie Twilight. Dabei muss man gar nicht ins moralinsaure Horn amerikanischer Kollegen stoßen, die entsetzt darüber sind, dass hier eine Frau ihre Souveränität, ihren freien Willen als Last betrachtet und sich willig in die Hände eines schmierigen "Doms" begibt. Darum, also das Loslassen, geht's ja in vielen BDSM- und D/s-Spielarten. Nur wie E. L. James das beschreibt - sorry Jessie Ware, ich weiß, sie war eine Arbeitskollegin von dir - hat halt leider höchstens Courths-Mahler-Niveau. Schrecklich.

Wen das interessiert, der sollte sich lieber an die von Kollegen Bernhard Praschl in dieser Ausgabe beschriebenen Klassiker halten, "Pauline Reage", Sacher-Masoch and the likes. Nicht ganz jugendfrei, aber zumindest am Beginn mit einem witzigen und nicht uninteressanten "seine Sicht"-"ihre Sicht"-Aspekt ausgestattet ist die Gemeinschaftsarbeit von Chelsea Shepard und Adrian Hunter. Dann wird's ermüdend, weil's bei SM halt schon sehr repetitiv, beinahe fanatisch ins Detail geht. Wer einmal einem Bondage-Meister bei der Arbeit zugesehen hat, weiß was Langmut bedeutet. Auch überraschend hart: die "Dornröschen-Trilogie" der Bestseller-Autorin Anne Rice. Da geht's richtig zur Sache.

Filme? Klar, "Secretary" mit James Spader, der großartige "Nachtportier" mit Dirk Bogarde, "Faster, Pussycat" und natürlich "Romance" von Catherine Breillat. Hier ist es vor allem der Blick, der fasziniert. Wie bei Tahlia Barnett sieht man hier schonungslos die Spuren, die Hingabe hinterlässt...

BOVELINOS PLAYLIST

THE GO! TEAM: The Scene Between – Mitklatschen, Wechselschritt, wohlfühlen.

SOFI DE LA TORRE: Vermillion – Spanische Hüpf-Electronics. Sehr charmant.

INNER CITY: Big Fun – Wir verschärfen das Tempo ein bisschen...

DEEE LITE: Groove Is In The House – Hört auf Bootsys Bass. Und tut, was Lady Miss Kier macht.


BETH DITTO & THE SHOES: Supernature – Ein Klassiker: Super-G in Abfahrtshocke.

MOKO: Your Love – Wedeln wie Hansi in da House.

YELLE: Jeune Fille Garnement – Disco-Umsteigschritt. Retro aber supersexy.

Die CDs

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