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freizeit
06/26/2014

Speed mit Stil

Cars, Stars und jede Menge Legenden: In West Sussex, wo die Cheshire-Katze zu Hause ist, gibt Lord March alljährlich eine Vollgas-Party – das Goodwood Festival of Speed. Dieses Wochenende ist es wieder so weit.

von Bernhard Praschl

Wenn seine Lordschaft bittet, kommen sie alle. Spleenige Gentlemen, lächelnde Ladies, neugierige Kinder und graumelierte Rocker. Einer fährt im Pagani Zonda vor, ein anderer poliert noch rasch das Chrom am Fiat S76, einem Supersportwagen alter Tage, einer sucht noch den passenden Helm für die traditionelle Rennstrecke, 1,8 Kilometer den Goodwood Hill hinauf. Sie alle sind Gäste eines motorsportbegeisterten Herrn namens Charles Gordon-Lennox, Earl of March und Kinrara, besser bekannt als Lord March.

Vergessen Sie alles, was sie über die Formel 1 wissen. Der Heilige Gral des Motorsports befindet sich nicht in Monaco & Co, der liegt in einem riesigen Park in der englischen Grafschaft West Sussex.

Seit 21 Jahren ruft Lord March zum Meeting mit echten Automobil- und Motorradenthusiasten. Das Echo ist enorm. Bei so einem Ereignis wollen bis zu 180.000 Fans und Besucher dabei sein.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Da haben sich unter anderem die Legenden Walter Röhrl, David Brabham, Marc Surer, Damon Hill und Emerson Fittipaldi angesagt. Dazu Routiniers wie Stritzl Stuck und echte Oldies wie Hans Hermann. Hermann war Mitte der 1950er-Jahre Kollege von Juan Manuel Fangio. Jetzt ist er 86 und kriegt immer noch leuchtende Augen, sobald er Raritäten auf Rädern erblickt. Eine wie diese etwa: Heuer nimmt an der PS-Parade im Park auch ein restaurierter Fiat teil, der wegen seiner Dimensionen an ein Monster gemahnt.

Als der S76-Rennwagen mit seinen unvorstellbaren 28,5 Liter Hubraum im Jahr 1911 erstmals vorgestellt wurde, war er das schnellste Auto der Welt. Spitze: 217 km/h. Dieser Rekord sollte nicht lange halten. Dieser gilt nach wie vor: Nick Heidfeld bewältigte vor fünfzehn Jahren die 1,8 Kilometer lange Rennstrecke den Goodwill Hill hinauf in 41,6 Sekunden. Er pilotierte dafür seinen Dienstwagen, einen McLaren-Mercedes-Formel-1-Wagen, der in knapp über drei Sekunden auf 200 km/h war. Schneller geht’s auch heuer nicht. Aber das macht ja nichts. Denn begehrter noch als die diversen Stockerlplätze bei den Wettrennen an diesem Wochenende sind freie Rasenplätze für das Picknick. Eine Portion Fish & Chips, gedünstet in einer Wolke unverbleitem Benzin, das hat schon etwas, schwärmen Enthusiasten.

Nicht, dass jetzt jemand glaubt, Lord March ist von gestern. Auch heuer wird er neben einer Reihe von alten automobilen Preziosen neue und neueste Hybrid- und Elektrosportler präsentieren – unter anderem den eben in LeMans gefahrenen Porsche 918 Spyder und den lange erwarteten Honda NSX. Letzterer surrt so leise vorbei, dass man meint, in Goodwood ist auch nichts mehr los. Dabei haben die Planungen für des Festival of Speed 2015 längst begonnen.

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