© Verena Scheitz

freizeit Reise
01/31/2021

Tipp vom Vip: Kabarettistin Verena Scheitz und ihr Kreta

Als Urlauberin brauchte Kabarettistin und ORF 2-Nachmittagsbetreuerin Verena Scheitz früher Organisation und Führung. Dann entdeckte sie Kretas Süden und ließ sich auf die Metamorphose ein.

von Axel Halbhuber

An den Künstlern sieht man gerade, dass es nicht immer schön ist, viel Zeit für Urlaub zu haben. Auch Verena Scheitz, weiß nicht, ob sie ihr neues Programm „Scheitz’ auf Corona“ wie geplant ab Juli 2021 spielen kann und wann sie in ihre Volksopernrolle als Ballmutter in „Der Teufel auf Erden“ schlüpfen darf. Und ob sie im Herbst wirklich den Orlofsky in der Fledermaus geben wird (Infos auf verenascheitz.at). Aber die Kabarettistin ist ja nebenbei auch noch „Studio 2“-Star, sogar die mittlerweile dienstälteste ORF 2-Nachmittagsmoderatorin.

Ihre kreativen Pausen verbringt Scheitz seit gut zehn Jahren auf der stillen Seite Kretas.

KURIER: Was empfehlen Sie jedem Kreta-Neuling?

Verena Scheitz: Griechisch.

Die Insel ist doch eh so touristisch, kann da keiner Englisch?

Du hast auf Kreta, wie auf vielen Inseln, eine imaginäre Linie: Im Norden gibt es hier viel Tourismus, im Süden ist er sehr gemäßigt und wird auch nicht groß ausgebaut. Dort sind wenige Menschen, dort kommen die Griechen hin. Ich fahre immer direttissimo in den Süden, im touristischen Norden, in Heraklion und Agios Nikolaos, war ich in all den Jahren dreimal. Das ist mir zu organisiert, zu geführt. Ich will am Leben der Griechen partizipieren, da mitschwimmen, und dafür braucht man die Sprache, im Süden redet am Markt niemand Englisch.

Wieso fährt man so oft auf eine Insel, die nicht einmal so groß wie Kärnten ist?

Das begann mit einer persönlichen Geschichte: Vor zehn Jahren ist eine Freundin an Krebs erkrankt und an den südlichen Spitz Kretas in das Dorf Pitsidia ausgewandert. Ich besuchte sie, habe das mit einer Auszeit verbunden, um ein neues Kabarettprogramm zu schreiben. Damals gab es dort nichts außer einem Fleischhauer, für alles andere musste man in das nächstgrößere Dorf. Zuerst war ich überfordert, ich kannte nur Urlaub im Hotel, alles organisiert und geführte Ausflüge. Diese Reise hat meine Urlaubsart komplett geändert, heute brauche ich immer Appartement und Auto, damit ich überall hinkann, wann ich will, jederzeit auf Entdeckungstour gehen kann.

Und was haben Sie alles entdeckt? Die Freundin ist ja wieder gesund, oder? Ja, vollkommen. Sie lebt noch immer dort und ich bin regelmäßig auf Besuch. In den ersten Jahren hab’ ich mir viel angeschaut, vom Psiloritis (höchster Berg Kretas, 2.456 m) bis zur Samaria-Schlucht. Ich hab den Süden nach und nach erkundet. Vor sieben Jahren kam dann eine andere Freundin erstmals mit und da hat sich mein Verhalten wieder gedreht. Sie liest in zwei Wochen am Strand fünfzig Bücher. Ich schaffe nur drei, aber ich schaue viel aufs Meer, höre Musik und bin kreativ. Im Süden verteilen sich die wenigen Besucher, da bist du am Strand im Umkreis von fünfhundert Metern alleine. Unser Rhythmus: Appartement – Frühstück in einer kleinen Bäckerei – Strand – und am Abend gehen wir essen und musizieren. Diese Community in Pitsidia musiziert viel.

Das liegt ja auch beim früheren Hippieort Matala mit den Höhlen.

Ja, aber ich bin kein Matalafan, außer während des Musikfestivals. Es ist schon eine gewisse Hippiestimmung, da gibt es diesen Strand, the „Red Beach“, den man nur von Matala aus zu Fuß über einen Berg erreicht, da geht man vierzig Minuten. Dort trifft sich gerne ein Teil der österreichischen Kabarettszene. Aber es ist vor allem ein Erholungsurlaub. Ich liege am Strand, lerne mittlerweile die Sprache ganz gut. Und ich esse täglich gegrillten Oktopus, wirklich täglich, das ist mir schon ein bisserl peinlich. Aber wir zelebrieren das dort, essen nur lokal, auch wenn uns der griechische Salat nach zwei Wochen bei den Ohren herauskommt. Und manchmal juckt es uns und wir fahren wieder die Orte ab, die wir für gut befunden haben. Zum Beispiel zum Botano nach Kouses. Der ist ein Gewürzhändler, auch ein Aussteiger, war mal beim Fernsehen.

Und wenn Sie dabei klassische Touristen treffen, die im Norden hausen, spotten Sie dann?

Nein nein, ich werte das nicht ab. So ein Urlaub hat seine Annehmlichkeiten, aber ich habe mich da eben verändert. Kreta hat mich neu erfunden. Früher war ich organisiert, jetzt stehe ich manchmal plötzlich ohne Benzin auf dem Feld und denke mir: Jetzt wär’ es halt schon super, wenn da eine benzinadiko (Tankstelle) wäre.

5 Fragen an...

Liebster Platz auf Kreta?
Kommos Beach bei Pitsidia

Bestes Essen?
Oktopus gegrillt. Als Beilage gibt es eh nur „patátes“ oder „saláta“

Für sportliche Urlauber ...
Da schwimmst du einfach eine Stunde im Meer, das reicht völlig. Nach dem Motto: Gebt einmal eine Ruhe mit eurem ganzen modernen Wassersport

Für gemütliche Urlauber ...
... ist der Süden Kretas super. Da entschleunigst du komplett. Am besten, man nimmt sich in dem Dorf Sivas oder Kalamaki ein Appartement und schaut, was passiert

Nicht reinfallen auf ...
... den Norden

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