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freizeit Reise
05/24/2021

Insel-Träume: So viel kostet die eigene Trauminsel

Abstand halten? Oder gar Quarantäne statt Urlaub? Alles kein Problem, wenn man die richtigen Ressourcen zur Verfügung hat. Eine eigene Insel zum Beispiel.

von Andreas Bovelino

Ein Haus am Meer. Ein Traum, den viele Menschen teilen, wobei man eigentlich schon froh über ein Häuschen am See wäre. Es geht aber natürlich auch anders, also quasi mit Up- statt Downgrade: Warum nur ein Haus, nur ein kleines Stück Strand? Warum nicht gleich eine ganze Insel?

Klingt arg, ist aber mittlerweile gar nicht mehr so selten. Den Anfang machte vor mehr als 40 Jahren Richard Branson. Der Unternehmer und Philanthrop, damals noch ein mittelmäßiger Label-Betreiber, kaufte Necker Island, eine kleine Insel der British Virgin Islands, von John Lyttelton, dem 11. Grafen von Cobham. Und zwar um bloße 120.000 Dollar.

Der kleine Haken an der Sache ist dabei allerdings: Auf so einer Insel ist dann auch wirklich nichts drauf. Außer Natur. Strom, Wasser – für jede Art von zivilisatorischer Annehmlichkeit muss erst gesorgt werden. Was auch deshalb nicht ganz einfach ist, weil eine „unentdeckte“ Trauminsel meist deshalb abseits ausgetretener Touristenpfade und DomRep-Ballermann liegt, WEIL sie einigermaßen im Abseits liegt. Im Fall von Necker Island sind das 1.815 km südöstlich von Miami, Florida, 184 km östlich von Puerto Rico und 175 km nordwestlich der Nobeltourismus-Trauminsel St. Barth.

Branson baute hier nach und nach eine gehobene Urlaubssiedlung. 20 Schlafzimmer, verteilt auf das „Great House“ und einige kleine Bungalows, für bis zu 40 Gäste. Man kann, wenn man etwa in Partystimmung ist, auch die ganze Insel für sich und seine Freunde mieten. Kostenpunkt: 105.000 Dollar. Pro Nacht.

Richard Branson selbst ist kaum mehr auf seiner Insel. Vielleicht ist ihm ja zu viel los dort. Jedenfalls hat er vor etwas über zehn Jahren um 10 Millionen Dollar die benachbarte Moskito Insel gekauft, wo er derzeit eine nicht ganz unumstrittene Besiedelung durch Kattas plant, also praktisch ein karibisches Madagaskar. Menschliche Gäste sind selten, dafür umso illustrer, so hat Ex-Präsident Barack Obama dort auf Bransons Einladung Kite-Surfen gelernt.

Ganz aktuell gibt's aber eine Chance, auch dabei zu sein: Der Milliardär möchte sich mit Gleichgesinnten umgeben, und verkauft Grundstücke und Häuser. Wer also gerne Bransons Nachbar werden möchte, braucht nur noch 24 Millionen Dollar und ist im Club dabei!

Der Wolf der Karibik

Grundsätzlich gibt es, wie bei praktisch allen Immobilien, zwei Gründe, warum Menschen sich eine Insel kaufen. Die einen wollen ein Stück unverfälschtes Glück für sich allein, also das Häuschen mit Garten, die anderen denken groß und sehen in der Insel weniger einen Traum als ein Investment. Und so zeigt Leo DiCaprio, dass er nicht nur das Zeug für einen Wolf of Wallstreet, sondern auch für einen der Karibik hat: Um schlappe 1,75 Millionen Dollar kaufte er die paradiesische Blackadore Caye, eine Insel vor der Küste von Belize, und will dort ein Luxus-Resort hinstellen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Sowohl was Luxus als auch die Preise anbelangt.

Aber nein, Leonardo ist dabei natürlich nicht der böse, sondern ein guter Wolf. Denn seiner Vision nach soll die Anlage das „weltweit führende Beispiel grüner, ökologischer Gastfreundschaft“ werden. Klingt doch spannend.

Und schon wieder eine gute Gelegenheit: Wer gerne in der gleichen Gegend etwas Eigenes möchte, bekommt um 5,3 Millionen Dollar die North Saddle Cay inklusive zwei Luxusvillen mit 7.000 Quadratmetern Wohnfläche und Bungalows fürs Personal.

Trautes Heim, Glück allein

Es gibt aber natürlich auch die Promis, für die eine eigene Insel zur einzigartigen Möglichkeit wird, ungestört und ohne lästige Kameras den Bauch so locker baumeln zu lassen wie die Seele, in ausgeleierten Jogginghosen abzuhängen, auf Schuhe und Schminkzeug zu verzichten und mit Freunden Spaß zu haben, ohne zwei Klicks später die ersten Twittermeldungen darüber zu lesen.

Superstar Eddie Murphy zum Beispiel hat eine ausgeprägte Liebe zu karibischen Vibes. Der frönt er sogar musikalisch, was allgemein gar nicht so bekannt ist:

Ganze 15 Millionen ließ Eddie Murphy sich seine Good-Vibes-Privatheit kosten, als er sich vor 15 Jahren Rooster Cay auf den Bahamas kaufte. Dafür hat er jetzt sechs Hektar tropisches Paradies – das noch dazu nur einen Katzensprung von der Hauptstadt Nassau entfernt ist. Zumindest, wenn man ein High-Speed-Motorboot hat wie Mr. Murphy. Dafür lockt man mit einem exklusiven Ferienhäuschen wie diesem dann auch beste Freunde wie den legendären Prince auf ein gemeinsames Wochenende an.

Außerdem auf den Bahamas zu Hause ist selbstverständlich der berühmteste Pirat der Karibik, Johnny Depp, der Little Halls Pond Cay sein Eigen nennt, eine wunderschöne Insel, die er bei den Dreharbeiten zur Filmserie kennen gelernt hat. Sechs Strände, 18 Hektar – und mit der Vajoliroja eine 75-Millionen-Dollar-Luxusyacht vor der Haustür. Nicht schlecht, Herr Depp.

Insel mit cool

Manchen ist die Karibik schon fast zu überlaufen. Die haben’s lieber cooler. Brooke Shields etwa besaß jahrelang das atemberaubend schöne Emerald Island auf einem See im Staat New York, derzeit steht die Insel beim Promihändler „Vladi Islands“ zum Verkauf. Preis gibt's hier allerdings nur auf Anfrage ...

Dass George Clooney ein absoluter Master of Coolness ist, hat er schon oft bewiesen, unter anderem mit seinem Traumhaus am Comer See. Und so liegt seine Insel auch nicht neben Krethi und Plethi unter der tropischen Sonne, sondern stilvoll in der Themse. Sonning Eye in Oxfordshire, mit altem Herrenhaus. Gibt’s mehr Grandezza?

Vielleicht ja gleich fünf Inseln im jahrhundertealten Familienbesitz! Fürstentochter Beatrice Borromeo ist derartig ausgestattet, ihre Hochzeitsparty mit Pierre Casiraghi feierte sie auf einer der nach ihrer Familie benannten Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, das Ständchen sang Superstar Lana Del Rey.

Und nein, die hat selbst noch kein Privat-Eiland. Aber das kann ja noch werden. Faith Hill etwa verkauft ihr schnuckeliges Bahamas-Inselparadies Goat Cay um bloße 1,2 Millionen Dollar. Und dann ist da noch St. Athanasios im Golf von Korinth – derzeit um 2,7 Millionen Dollar zu haben. 10.811 Quadratmeter im kristallklaren Wasser, um sich darauf seinen Traum zu erfüllen: Ein Haus am Meer.

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